Staatsanwaltschaft fordert Bar-Betreiber sollen 400'000 Franken Kaution hinterlegen

Sven Ziegler

16.1.2026

Jacques und Jessica Moretti (Mitte) bei ihrer Ankunft bei der Staatsanwaltschaft in Sitten, begleitet von ihren Anwälten.
Jacques und Jessica Moretti (Mitte) bei ihrer Ankunft bei der Staatsanwaltschaft in Sitten, begleitet von ihren Anwälten.
sda

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana will die Walliser Staatsanwaltschaft die mutmasslichen Betreiber mit hohen finanziellen Sicherheiten an das Verfahren binden. Für Jacques und Jessica Moretti stehen insgesamt 400’000 Franken Kaution im Raum.

Sven Ziegler

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  • Die Walliser Staatsanwaltschaft verlangt von Jacques Moretti und Jessica Moretti je 200’000 Franken Kaution.
  • Das Zwangsmassnahmengericht prüft, ob und in welcher Höhe die Sicherheiten festgelegt werden.
  • Das Gericht spricht von einem starken Tatverdacht und einem realen Fluchtrisiko, sieht aber alternative Massnahmen zur Haft vor.

Wie RTS berichtet, beantragt die Walliser Staatsanwaltschaft gegen das Ehepaar Moretti die Anordnung von Ersatzmassnahmen anstelle der Untersuchungshaft. Zentrales Element ist eine Kaution von insgesamt 400’000 Franken, aufgeteilt auf beide Beschuldigten.

Im Fall von Jessica Moretti beantragte die Staatsanwaltschaft keine Untersuchungshaft. Stattdessen schlug sie Massnahmen vor, um die Fluchtgefahr zu mindern. Dazu gehören ein Ausreiseverbot, die Beschlagnahmung aller Ausweispapiere, eine strenge Meldepflicht sowie das Tragen einer elektronischen Fussfessel. Die Frage der Kaution wurde vom Gericht vorerst offen gelassen und soll nach weiteren Abklärungen festgelegt werden.

Da keine Haft beantragt worden war, konnte das Gericht gegen Jessica Moretti auch keine Untersuchungshaft anordnen.

Jacques Moretti bleibt bis zur Kautionsfrage in Haft

Anders entschied das Zwangsmassnahmengericht im Fall von Jacques Moretti. Gegen ihn beantragte die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft sowie dieselben Ersatzmassnahmen wie bei seiner Ehefrau – inklusive einer Kaution von 200’000 Franken.

In seinem Entscheid hält das Gericht fest, es bestünden starke Verdachtsmomente wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst. Ins Gewicht falle insbesondere die rasante Ausbreitung des Feuers, was auf mögliche Verstösse gegen Brandschutzvorschriften hindeute. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass das Personal nicht ausreichend über die Gefahren von Pyrotechnik in geschlossenen Räumen informiert worden sei.

Das Gericht stuft das Risiko, dass sich Jacques Moretti dem Verfahren durch Flucht oder Untertauchen entziehen könnte, als wahrscheinlich und sehr real ein. Er bleibt deshalb in Untersuchungshaft, bis über die Höhe und die Leistung der Kaution entschieden ist.

Zur Höhe der beantragten Kaution führt die Staatsanwaltschaft aus, Jacques Moretti verfüge derzeit über kein regelmässiges Einkommen. Das Ehepaar besitze jedoch hypothekarisch belastete Immobilien sowie geleaste Fahrzeuge. Unter diesen Umständen erscheine eine Kaution von 200’000 Franken pro Person als angemessen. 

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