«Menschen haben gebrannt» Jetzt spricht der Ziehsohn der Morettis über die Inferno-Nacht

Sven Ziegler

13.1.2026

Jean-Marc gilt als Ziehsohn der Morettis und war in der Brand-Nacht im «Le Constellation».
Jean-Marc gilt als Ziehsohn der Morettis und war in der Brand-Nacht im «Le Constellation».
Screenshot BFMTV

Er war mitten im Rauch, als drinnen Panik ausbrach: Jean-Marc, der im Umfeld des Betreiberpaars Moretti als eine Art Ziehsohn gilt, erzählt nun in einem TV-Interview, wie er in Crans-Montana Menschen herauszog – und warum er die Wut im Netz «nicht fair» findet.

Sven Ziegler

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  • Jean-Marc, der dem Betreiberpaar Moretti nahesteht, schildert in einem Interview, wie Menschen schreiend zur Veranda drängten und im Rauch zusammenbrachen.
  • Er sagt, er habe später im Innern «Menschen übereinander» gesehen und berichtet, man habe die 24-jährige Kellnerin Cyane P. leblos hinter einer verschlossenen Tür gefunden.
  • Ausserdem verteidigt er das Besitzerpaar der Brand-Bar. 

In der Brandnacht von Crans-Montana stand Jean-Marc nach eigenen Angaben nur wenige Meter vom Eingang des «Le Constellation», als die ersten Gäste schreiend nach draussen drängten. In einem Interview mit BFMTV beschreibt er, wie sich plötzlich eine Massenbewegung Richtung Veranda gebildet habe – und wie Jessica Moretti ihn mit den Worten gewarnt habe: «Es brennt.»

Dann sei es schnell gegangen: Menschen hätten sich an der Verandatür gestaut, der Rauch habe jede Orientierung genommen. Zusammen mit anderen habe er versucht, Personen herauszuziehen – bis es «zu viel Rauch» gewesen sei. Später, als die Flammen niedergerungen gewesen seien, sei er ins Lokal zurück. Dort habe er, so Jean-Marc, «Chaos» gesehen: Menschen hätten am Boden übereinander gelegen, einige hätten gebrannt.

Besonders schwer wiegt seine Schilderung zur 24-jährigen Kellnerin Cyane P. Jean-Marc sagt, man habe sie im hinteren Bereich gefunden – leblos, hinter einer Tür. In den Stunden danach habe man vergeblich versucht, sie wiederzubeleben. Laut Medienberichten sollen P. und Jean-Marc ein Paar gewesen sein, er selbst will im Interview darauf nicht näher eingehen. 

Untersuchung läuft weiter

Gleichzeitig verteidigt Jean-Marc, der seinen Nachnamen im Interview nicht nennen möchte, das Betreiberpaar. Die Empörung in sozialen Medien sei aus seiner Sicht teils «fehl am Platz». Auch bei der Frage nach Feuerlöschern widerspricht er der Kritik: Es habe im Betrieb Feuerlöscher gegeben – das werde man noch beweisen können, sagt er sinngemäss.

Was genau in der Silvesternacht passiert ist, klären die Behörden weiter. Dabei gilt: Solange es keinen rechtskräftigen Entscheid gibt, gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

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