Hunger auf dem Vormarsch – Maskenpflicht für Berufs- und Gymi-Schüler in Luzern

Agenturen/red

13.7.2020 - 21:50

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb eines Tages 63 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden.

Am Sonntag waren 85 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Samstag 108, am Freitag 104. Insgesamt gab es bisher 32'946 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Montag mitteilte.

Bisher starben gemäss den Angaben 1'686 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner hochgerechnet entspricht das 19,6 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten.

Unterdessen verstärkt der Kanton Wallis die Schutzmassnahmen in Bars und Diskos. Ab Donnerstag dürfen nach 20 Uhr nicht mehr als 100 Personen gleichzeitig anwesend sein. Für diese Betriebe gelten auch spezielle Massnahmen zum Contact Tracing. Der Kanton Luzern führt die Maskenpflicht an Gymnasien und Berufsschulen ein. Wenn Lehrer und Schüler den nötigen Abstand von 1,5 Metern zueinander nicht einhalten können, müssen sie nach den Sommerferien voraussichtlich eine Maske tragen.

In Israel droht nach einem massiven Anstieg der Corona-Infektionszahlen ein neuer Lockdown. Am Freitag hatte das Gesundheitsministerium mit 1'464 Fällen einen Rekordwert verzeichnet. Bessere Corona-Nachrichten kommen aus der von der Pandemie stark betroffenen Millionenmetropole New York. Erstmals seit dem Ausbruch hat es dort einen Tag ohne bestätigten oder wahrscheinlichen Todesfall nach einer Infektion mit dem Virus gegeben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Laut einem UN-Bericht steigt durch die Coronakrise die Zahl der Unterernährten weltweit.
  • Das BAG meldet 63 Neuinfktionen innert 24 Stunden. 
  • SBB und Postauto ziehen eine positive Bilanz zur Maskenpflicht im ÖV.
  • Abstand halten ist immer noch wichtiger als das Tragen von Gesichtsmasken, sagt Daniel Koch, der ehemalige «Mister Corona».
  • BAG-Direktor Pascal Strupler warnt über Twitter vor Flyern von Masken-Gegnern. 

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Live-Ticker

21.25 Uhr: Chicago-Marathon wegen Corona-Pandemie abgesagt

Der Chicago-Marathon fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. Das teilten die Organisatoren am Montag mit. Das Rennen sollte am 11. Oktober stattfinden. «Die Hoffnung treibt uns als Läufer und als Menschen an», sagte Organisations-Chef Carey Pinkowski. Seine Hoffnung sei es gewesen, alle am Start zu sehen, «aber unsere höchste Priorität war immer die Sicherheit unserer Teilnehmer und unserer Freiwilligen».

Die Entscheidung reiht sich in die Absagen zahlreicher Marathon-Klassiker wie Berlin, Boston und New York ein. Die USA ist weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen.

20.15 Uhr: New Yorks Gouverneur droht mit Strafen bei Quarantäne-Verstössen

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat Menschen, die aus US-Bundesstaaten mit starkem Corona-Infektionsgeschehen nach New York einreisen und sich nicht an die Quarantäne-Vorgaben halten, mit Strafen gedroht. Alle per Flugzeug Einreisenden müssten nun bei der Ankunft ihre Kontaktdaten hinterlassen, sagte Cuomo am Montag bei einer Pressekonferenz. Wer sich nicht daran halte, müsse mit einer Strafe in Höhe von 2'000 Dollar (etwa 1'800 Euro) rechnen.

Menschen mit Masken warten im New Yorker Stadtbezirk Queens vor dem Eingang einer Bank. (Archivbild)
Bild: Frank Franklin Ii/AP/dpa

20.05 Uhr: Auslandschweizer-Kongress 2020 findet nicht statt

Der im kommenden August geplante Auslandschweizer-Kongress in Lugano findet wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) will ihren in Lugano geplanten Kongress erst 2021 durchführen.

Die anhaltenden weltweiten Unsicherheiten und stark eingeschränkte Reisemöglichkeiten machten es unmöglich, an der im kommenden August geplanten Zusammenkunft festzuhalten, schrieb die ASO im am Montag veröffentlichten Newsletter. Der nächste Auslandschweizer-Kongress findet demnach vom 20. bis 22. August 2021 in Lugano statt.

19.05 Uhr: Unterernährung ist laut einem UN-Bericht auch wegen Corona gefährlich auf dem Vormarsch

Eigentlich wollte die Welt den Hunger im Jahr 2030 besiegt haben. Doch nun steigt die Zahl der Unterernährten nach einem UN-Bericht seit Jahren – auf jetzt 690 Millionen. 2020 verschärfen die Corona-Krise und eine Heuschreckenplage die Lage zusätzlich.

Der Hunger weltweit ist auf dem Vormarsch. Nun könnte die Corona-Krise sogar einen sprunghaften Anstieg der Zahl der unterernährten Menschen bewirken. Derzeit ist mindestens jeder elfte Mensch unterernährt, wie aus dem Welternährungsbericht der Vereinten Nationen hervorgeht.

Eine Frau hält das winzige Händchen ihres Babys auf einer Station für unterernährte Kinder in einem Krankenhaus in Sanaa (Jemen).
Bild: Mohammed Mohammed/XinHua/dpa

18.10 Uhr: Swissport erhält-Corona-Hilfen in den USA

Der Flughafendienstleister Swissport erhält in den USA staatliche Gelder aus dem Corona-Hilfsfonds. Das Unternehmen und das Finanzministerium hätten am vergangenen Freitag eine Vereinbarung im Rahmen des «Coronavirus Aid, Relief, and Economic Security (CARES) Act» geschlossen, teilt die Gesellschaft am Montag mit.



18.07  Uhr: Flughafen Zürich spürt Coronaflaute auch im Juni

Der Betrieb am Flughafen Zürich hat sich im Juni nur leicht erholt. 201'692 Menschen flogen über den Flughafen - 93 Prozent weniger als im Vorjahr.

In den Vormonaten war der Flugbetrieb wegen der Corona-Pandemie praktisch zum Erliegen gekommen. Im April etwa waren gerade noch 27'000 Personen über Zürich geflogen. Wegen der aufgrund des Coronavirus verhängten Reiseverbote war die Zivilluftfahrt in der Schweiz zeitweise fast eingestellt worden.



Im Juni dann begannen dann die Fluggesellschaften rund um den Globus ihren Betrieb wieder vorsichtig hochzufahren. Und mit dem Start der Sommerferien rechne man mit einer weiteren Zunahme des Passagieraufkommens, teilte der Flughafenbetreiber am Montagabend mit.

16.55 Uhr: Maskenpflicht für Berufs- und Gymi-Schüler in Luzern

Der Kanton Luzern spurt vor: Als erster Kanton hat er eine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler von Gymnasien und Berufsfachschulen beschlossen. Das berichtet das SRF

Die Tragepflicht gilt ab dem neuen Schuljahr 2020/21. Ab dann wird dafür wieder auf Vollbetrieb mit Präsenzunterricht gesetzt. Auch der Kanton Jura hat vor, nach den Sommerferien bei gewissen Schulstufen eine generelle Maskenpflicht im Klassenzimmer einzuführen.

Schülerinnen und Schüler in der spanischen Hauptstadt Madrid.
Bild: Keystone

16.27 Uhr: Trump verbreitet Vorwurf gegen Gesundheitsbehörde

US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter einen pauschalen Vorwurf unter anderem gegen die US-Gesundheitsbehörde CDC weiterverbreitet. Die «ungeheuerlichsten Lügen» seien die, die über die Erkrankung Covid-19 verbreitet würden, schrieb der Moderator Chuck Woolery am Sonntag auf Twitter. Trump teilte den Tweet am Montag auf seinem Profil. «Alle lügen. Die CDC, Medien, Demokraten, unsere Ärzte, nicht alle, aber die meisten, denen wir vertrauen sollen. Ich glaube, es geht nur um die Wahl und darum, die Wirtschaft davon abzuhalten, sich zu erholen, wobei es um die Wahl geht. Ich habe es satt.»

Die Corona-Pandemie hat der US-Wirtschaft erheblich zugesetzt und ist bei weitem nicht ausgestanden. Seit Tagen befinden sich die täglich nachgewiesenen Neuinfektionen auf hohem Niveau - die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete für Sonntag rund 59 000 neue Fälle. Trump drängt seit Monaten auf eine umfassende Wiedereröffnung der Wirtschaft. Kritiker werfen ihm seit Beginn der Zuspitzung der Krise in den USA vor, die Tragweite des Coronavirus herunterzuspielen.

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, wies am Montag bei Fox News den Vorwurf zurück, die Regierung ignoriere die Daten zur Corona-Pandemie. Zudem ging sie auf das Verhältnis der Regierung zum Immunologen Anthony Fauci ein. Medien wie die «Washington Post» und CNN hatten zuvor berichtet, dass sie eine Liste des Weissen Hauses mit Aussagen Faucis bekommen hätten, die zeigen soll, dass sich dieser in der Pandemie mehrfach getäuscht habe. Trump selbst hatte dem Experten, der Teil der Corona-Arbeitsgruppe ist, am Donnerstag vorgeworfen, «viele Fehler» gemacht zu haben. McEnany sagte, Fauci sei Mitglied eines Teams und repräsentiere einen von mehreren Standpunkten mit Blick auf die Corona-Pandemie.

16.07 Uhr:  Wallis verstärkt Schutzmassnahmen in Bars und Discos

Die Regierung des Kantons Wallis will die Schutzmassnahmen in Nachtbars und Diskotheken verstärken. Ab Donnerstag dürfen nach 20 Uhr nicht mehr als 100 Personen gleichzeitig anwesend sein. Für diese Betriebe gelten auch spezielle Massnahmen zum Contact Tracing.

Während der gesamten Öffnungszeit müssen Einrichtungen, die nach Mitternacht schliessen, vor dem Einlass der Kunden deren Kontaktdaten - Name, Vorname, Adresse und Telefonnummer - erfassen sowie mit einem Ausweis und einem Kontrollanruf auf deren Mobiltelefon überprüfen. Die Ankunfts- und Weggehzeiten sollen ebenfalls vermerkt werden, wie das kantonale Departement für Gesundheit am Montag mitteilte.

Die Ausbreitung von Covid-19 ist im Wallis nach Angaben des Gesundheitsdepartements derzeit unter Kontrolle. Die Zahl der neuen positiven Fälle bleibt demnach begrenzt und die in den letzten Wochen festgestellten Ansteckungen konnten durch Isolations- und Quarantäne-Massnahmen eingedämmt werden.

Die Situation auf Bundesebene zeige jedoch, dass eine grosse Anzahl von Kontaminationen in Nachtclubs aufgetreten sei, hiess es weiter. Der Staatsrat des Kantons Wallis habe deshalb beschlossen, die Schutzmassnahmen in diesen Einrichtungen vorsorglich zu verstärken.

15.46 Uhr: Swissport vom US-Staat gestützt

Der Flughafendienstleister Swissport erhält in den USA staatliche Gelder aus dem Corona-Hilfsfonds. Das Unternehmen und das Finanzministerium hätten am vergangenen Freitag eine Vereinbarung im Rahmen des «Coronavirus Aid, Relief, and Economic Security (CARES) Act» geschlossen, teilt die Gesellschaft am Montag mit.

Dadurch erhält das Unternehmen Mittel im Volumen von rund 170 Millionen US-Dollar, um während der Unterbrüche im Flugverkehr durch die Pandemie weiter die Gehälter in den USA zahlen zu können.

Auch in der Schweiz befindet sich Swissport in der Krise. Hierzulande wird in der Politik über eine Auffanggesellschaft diskutiert. Der Bund hatte den Flughafen Zürich bereits im April beauftragt, eine Auffangstruktur zu schaffen, die den Betrieb im Notfall aufrechterhalten könnte.

Die Eigentümerin von Swissport, die chinesische HNA-Gruppe, hatte im Mai signalisiert, kein neues Geld bei dem Flughafen-Bodenabfertiger einzuschiessen. Anfang Juni hatte Swissport zwei belgische Tochtergesellschaften in die Insolvenz geschickt.

Swissport erhält Hilfsgelder in Millionenhöhe von der US-Regierung.
Bild: Keystone

15.35 Uhr: Lockdown in Israel wegen Corona-Ausbruch?

Nach einem massiven Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Israel hat Energieminister Juval Steinitz einen sofortigen Lockdown gefordert. «Wir müssen meiner Ansicht nach jetzt eine Sperre umsetzen, für zehn bis 20 Tage, um danach Erleichterungen zu ermöglichen», sagte Steinitz der israelischen Nachrichtenseite ynet am Montag. Er sprach sich dafür aus, dass die Bürger das Haus nur verlassen können, um zur Arbeit zu gehen oder um Lebensmittel oder Medikamente einzukaufen. «Wir kommen vermutlich sowieso dorthin, also besser früher als später», sagte er.

Steinitz sagte, es sei langfristig gefährlich, dass Israel vom Rest der Welt abgeschnitten sei. Ein Lockdown könne dazu beitragen, die Ansteckungszahlen in Israel dramatisch zu reduzieren. Danach könne man schrittweise wieder öffnen, diesmal ohne Grossversammlungen zu erlauben. «Dann können wir unsere Flugverbindungen mit dem Rest der Welt wieder aufnehmen.» Dies sei für Israels Wirtschaft essenziell wichtig.

Am Freitag hatte das Gesundheitsministerium mit 1'464 Fällen einen Rekordwert verzeichnet. Nach einem ersten Ausbruch waren in Israel im Mai kaum neue Fälle gemeldet worden. Seit Ende Mai steigt die Zahl der täglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 39'871 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 364 Infizierte sind gestorben.

14.58 Uhr: Patient in Hongkong erhielt Blutspende von Corona-Infiziertem

In einem Hongkonger Krankenhaus ist ein Patient mit dem Blut eines mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Spenders behandelt worden. Die Corona-Infektion bei dem Blutspender sei erst nachträglich festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Krankenhausbehörde am Montag vor Journalisten. Ob sich der chronisch kranke Patient mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hat, war demnach noch unklar. Der Vorfall werde untersucht.

Der 35-jährige Patient des Hongkonger Queen-Elizabeth-Krankenhauses habe eine Thrombozyten-Transfusion erhalten, sagte der Sprecher. Er sei inzwischen isoliert worden und werde nun auf Sars-CoV-2 getestet.

Hongkong hatte die Corona-Pandemie zunächst gut unter Kontrolle bekommen. Seit im Januar der erste Infektionsfall nachgewiesen wurde, haben sich in der Finanzmetropole rund 1'400 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, sieben Menschen starben. Wegen eines neuen Infektionsherds hatten die Behörden zuletzt die Abstandsregeln wieder verschärft. Auch eine für diese Woche geplante Buchmesse wurde verschoben.

14.35 Uhr: Erster Tag ohne Corona-Toten in New York seit März

In der von der Corona-Pandemie stark betroffenen Millionenmetropole New York hat es vorläufigen Daten zufolge erstmals seit dem Ausbruch einen Tag ohne bestätigten oder wahrscheinlichen Todesfall nach einer Infektion mit dem Virus gegeben. Für Sonntag meldete die New Yorker Gesundheitsbehörde zunächst keinen auf das Virus zurückzuführenden Todesfall.

Es wäre der erste solche Tag seit dem ersten gemeldeten Todesfall in der Stadt am 11. März. New York war einst das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA. Im April starben in der Metropole an manchen Tagen mehr als 500 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus. Insgesamt steckten sich den städtischen Daten zufolge von den rund 8,5 Millionen Einwohnern bislang rund 215'000 an, rund 25'000 starben wahrscheinlich oder bestätigt nach einer Infektion mit dem Virus.

Zuletzt waren die Neuinfektionszahlen in New York stark gesunken - in vielen anderen Teilen der USA allerdings stark gestiegen, weswegen auch die Millionenmetropole einen erneuten Anstieg befürchtet.

New York City im April: Damals starben so viele Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus, dass die Behörden nicht wussten, wohin sie die Toten bringen sollten.
Bild: Keystone

13.55 Uhr: Beschleunigtes Impfstoff-Verfahren in den USA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Firma Biontech aus Mainz ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei mögliche Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit. Es handele sich um die am weitesten entwickelten Varianten eines möglichen RNA-Impfstoffs mit Namen «BNT 162b1» und «BNTb2». Insgesamt laufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II zu vier Kandidaten.

Für die USA hatten Biontech und Pfizer zuletzt schon erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu «BNT 162b1». Diese nannten die Unternehmen «ermutigend», auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30 000 Probanden zeigen.

13.45 Uhr: Sorge vor Ausbreitung nach Pub-Besuch

Sorge vor zweiter Welle nach Pub-Besuch

Sorge vor zweiter Welle nach Pub-Besuch

Im Bundesstaat Victoria in Australien steigen die Corona-Infektionen seit einigen Tagen wieder leicht an. Ein Ansteckungscluster geht auf einen Pub zurück.

13.07.2020

Im Bundesstaat Victoria in Australien steigen die Corona-Infektionen seit einigen Tagen wieder leicht an. Ein Ansteckungscluster geht auf einen Pub zurück.

12.55 Uhr: SBB und Postauto sind zufrieden

Seit einer Woche gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskenpflicht – und sie wird offenbar sehr gut befolgt, wie SBB sowie Postauto auf Anfrage von «Bluewin» mitteilen. «Praktisch alle Zugreisenden befolgen die Pflicht zum Maskentragen in den Zügen. Wir haben von unserem Zugpersonal wenige Rückmeldungen, dass Passagiere nichts von der Maskenpflicht wussten», erklärt SBB-Mediensprecher Martin Meier. Fehlbare Personen hätten nach einem Hinweis durch das Zugpersonal eine Maske aufgesetzt. In manchen Fällen hätten sogar Mitreisende eine gespendet.

Wer sich weigert, eine Maske zu tragen, kann aus dem Zug, Bus oder Postauto gewiesen werden. Doch habe es bei den SBB «praktisch keine solchen Fälle» gegeben, wie Meier erklärt. Genaue Zahlen gebe es dazu aber nicht. Bei Postauto heisst es sogar: «Konkret sind uns keine Fälle bekannt», wie Mediensprecher Urs Bloch erklärt. Passagiere ohne Maske seien darauf angesprochen worden und hätten die Regeln anschliessend befolgt.

«In der Anlaufphase der letzten Woche zeigten wir uns noch kulant, wenn jemand seine Maske vergessen haben sollte», so Bloch. Schätzungen zufolge hätten ein bis fünf Prozent der Postauto-Passagiere keine Maske dabeigehabt. Trotzdem sei die erste Bilanz positiv: Man appelliere an die Selbstverantwortung der Fahrgäste, und «bis anhin hat dies sehr gut geklappt», so Bloch. Sowohl SBB wie auch Postauto betonen, dass die Mitarbeiter auch sehr gut für die Kontrolle der Maskenpflicht geschult worden seien.

Auch die Passagiere der Verkehrsbetriebe Zürich befolgen die Maskenpflicht: «In Tram und Bus tragen circa 95 Prozent der Fahrgäste eine Maske, in gewissen Fahrzeugen sind es sogar 99 Prozent», sagte VBZ-Sprecher Oliver Obergfell dem SRF-«Regionaljournal». «Dass es auf Anhieb so gut funktionierte, hat uns total positiv überrascht.»



12.30 Uhr: 63 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb eines Tages 63 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden.

Am Sonntag waren 85 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Samstag 108, am Freitag 104, am Donnerstag 88, am Mittwoch 129 und am Dienstag 54. Insgesamt gab es bisher 32'946 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Montag mitteilte.

Bisher starben gemäss den Angaben 1'686 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner hochgerechnet entspricht das 19,6 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4'091 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag sind das drei mehr.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich beim Stand von Montagmittag 642 Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne sassen 2'663 weitere Menschen. Die Zahlen stammen aus 25 der 26 Kantone und aus dem Fürstentum.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 686'349. Bei 5,7 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

12.20 Uhr: 30-Jähriger in Texas stirbt nach «Covid-19-Party»

Im Bundesstaat Texas ist ein 30-Jähriger an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, nachdem er an einer «Covid-19-Party» teilgenommen hatte. Der Gastgeber der Party sei selber mit dem neuartigen Virus infiziert gewesen, teilte die Chefmedizinerin am Methodisten-Krankenhaus in San Antonio, Jane Appleby, in einem am Sonntag von US-Medien verbreiteten Video mit.

Bei der Party hätten die Teilnehmer herausfinden wollen, ob das Virus wirklich existiere und ob es gegebenenfalls besiegt werden könne, sagte die Ärztin. Der nun Verstorbene habe kurz vor seinem Tod über seinen Partybesuch gesagt: «Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht.» Der Patient habe das Coronavirus für einen «Schwindel» gehalten und sich aufgrund seines jungen Alters ohnehin für «unbesiegbar» gehalten.

11.10 Uhr: Schweiz braucht bis 3,5 Millionen Masken täglich

Mit der Einführung der Maskenpflicht im ÖV ist der Verbrauch an Einwegmasken sprunghaft angestiegen. Laut Schätzungen des Bundesamts für Gesundheit BAG werden allein im Gesundheitswesen wie 1,5 bis 2 Millionen Masken täglich verbraucht. Nun dürften es sogar 2,5 bis 3,5 Millionen am Tag sein. Hochgerechnet seien das rund 105 Millionen Masken im Monat, wie «Schweiz am Wochenende» berichtet.

10.50 Uhr: Prämie für Freiburger Staatspersonal

Im Kanton Freiburg soll das Staatspersonal, das im Kampf gegen Covid-19 einen besonderen Einsatz leistete, eine Anerkennungsprämie erhalten. Die Freiburger Regierung will dafür eine Million Franken bereitstellen.

Damit kommt der Staatsrat einem parlamentarischen Vorstoss zumindest teilweise entgegen, wie aus der am Montag publizierten Antwort hervorgeht. Mehrere Grossräte verlangen, dass die Prämie in Form von Gutscheinen ausgerichtet wird, die wiederum der lokalen Freiburger Wirtschaft zugute kommen würden.

Konkret verlangen die Parlamentarier, dass dem Personal an vorderster Front eine Prämie von 1'000 Franken ausgerichtet wird. Das Personal im Hintergrund, das dem Virus nicht direkt ausgesetzt ist, solle demnach einen Wertgutschein von 500 Franken bekommen.

10.35 Uhr: Mallorca vor Maskenpflicht

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln tritt heute wegen der Corona-Pandemie eine weitgehende Maskenpflicht in Kraft treten. Damit folgen die Behörden dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Dort ist das Tragen einer Maske über Mund und Nase praktisch überall ausserhalb der eigenen vier Wände bereits Pflicht, auch dann, wenn der Sicherheitsabstand zu anderen Personen gewahrt werden kann.

Auch La Rioja, Navarra und Asturien bereiten eine solche Maskenpflicht vor. Für die Balearen sollte die entsprechende Verordnung noch am Montag im regionalen Gesetzblatt veröffentlicht werden und sofort in Kraft treten, berichteten spanische Medien. Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bussgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen soll es jedoch zunächst nur Ermahnungen geben.

Die Behörden hatten einige Ausnahmen angekündigt. Am Strand, am Pool und beim Essen und Trinken sowie beim Sport dürfe die Maske abgenommen werden, hiess es. Am Partystrand Ballermann auf Mallorca sorgten Hunderte Touristen für Empörung, die am Freitagabend unter Missachtung der Vorsichtsmassnahmen feierten. Die Gesundheit der Urlauber und der Einheimischen habe Priorität, begründete die Präsidentin der Balearen-Regionalregierung, Francina Armengol, die Maskenpflicht. Das Coronavirus sei immer noch da und es wäre ungerecht, wenn die grosse Mehrheit, die sich verantwortungsbewusst verhalte, von wenigen Unvorsichtigen gefährdet werde.

Besucher stehen vor einem Club in Magaluf, Mallorca, Schlange. 
Bild: Keystone

9.37 Uhr: Altersheim in Männedorf ZH unter Quarantäne

Ein Altersheim in Männedorf im Zürcher Oberland steht unter Quarantäne, nachdem sich mehrere Personen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Zwei Personen, die im Heim leben, sind an den Folgen des Virus verstorben. Zudem befinden sich eine Seniorin und ein Senior in kritischem Zustand.

Insgesamt haben sich sechs der 43 Bewohnerinnen und Bewohner sowie eine Mitarbeiterin des privaten Seniorenzentrum Sunnmatt mit dem Virus angesteckt, wie Pflegedienst-Leiterin Theres Schmid am Montag auf Anfrage zu einem Bericht der NZZ sagte. Die Mitarbeiterin war am 29. Juni als erste positiv getestet worden, drei Tage später waren es zwei Bewohnende.

Am 4. Juli wurden allen Seniorinnen und Senioren und alle Mitarbeitenden getestet und das Haus wurde daraufhin in Absprache mit der Kantonsärztin unter Quarantäne gestellt. Besuche sind keine erlaubt, die Bewohnerinnen und Bewohner müssen auf ihren Zimmern bleiben. Dennoch wurde am Samstag eine weitere Person im Heim positiv getestet, die im Heim lebt.

Wie das Virus trotz strengen Sicherheitsmassnahmen eingeschleppt wurde und wie es sich ausbreitete, stellt das Heim vor ein Rätsel. Die Infektionskette lässt sich laut Pflegedienst-Leiterin Schmid nicht erklären. «Es passt nicht zusammen», sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Ansteckungsweg sei leider nicht nachvollziehbar gewesen, wird Heimleiterin Anne Bärtels von der NZZ zitiert. «Wir vermuten, dass infizierte Personen ohne Symptome das Virus bei uns übertragen haben.» Die Heimleitung sei über die Situation sehr irritiert, weil man in den vergangenen Monaten bezüglich Corona sehr streng gewesen sei. Am Montag war Bärtels für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Das Coronavirus wurde womöglich durch eine Person in das Altersheim eingeschleppt, die keine Symptome zeigte. (Symbolbild)
Bild: Keystone

9.20 Uhr: Warnung vor Flyern von Masken-Zweiflern

Nachdem Corona-Zweifler am Samstag in Zürich Flyer verteilt haben, auf denen die Maskenpflicht unter anderem als «unsinnig & gefährlich» bezeichnet wird, hat der Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Pascal Strupler, auf Twitter reagiert. Kurz und knapp schrieb Strupler zu einem Bild des Flyers: «Fake news!».

Die Aktion der Corona-Skeptiker wurde laut «20 Minuten» ebenfalls vom emeritierten Epidemiologie-Professor am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut, Marcel Tanner, verurteilt. Er erklärte: «Die Aussagen sind falsch. Sie haben keine wissenschaftliche Grundlage.» Die Wirksamkeit von Masken hätten Studien in mehreren Ländern bereits klar erwiesen.

9.11 Uhr: St. Gallen nimmt Hotline wieder in Betrieb

Im Kanton St. Gallen hat der Kantonale Führungsstab die Corona-Infoline wieder in Betrieb genommen. Die Regierung fordert die Bevölkerung auf, sich wieder stärker an die Regeln zu halten.

Mit der steigenden Zahl von Corona-Infektionen sei auch das Informationsbedürfnis der Bevölkerung wieder gestiegen, teilte der Kanton St. Gallen am Montag mit. Die am 13. Juni eingestellte Infoline wird deshalb wieder in Betrieb genommen.

Die Bevölkerung kann sich nun wieder über die Telefonnummer 058 229 22 33 zu den Themen Gesundheit, Reisen oder Schule informieren lassen.

8.59 Uhr: Ungarn erlässt Einreisebeschränkungen

Das EU-Land Ungarn führt wegen weltweit steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus Einreisebeschränkungen ein. Eine Regierungsverordnung, die am Sonntag erlassen wurde, kategorisiert die verschiedenen Länder der Welt in Hinblick auf ihre Pandemielage. Reisende, die aus Ländern wie Deutschland kommen, die als «grün» eingestuft sind, können weiter uneingeschränkt in Ungarn einreisen.

Für Reisende, die aus einem als «gelb» eingestuften Land kommen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Aus «rot» eingestuften Ländern können Ausländer künftig nicht mehr einreisen. Die Verordnung tritt am Mittwoch (15. Juli) in Kraft. Transitreisende sind nicht davon betroffen, sie dürfen aber die festgelegten Durchreiserouten nicht verlassen.

Als «grün» eingestuft sind die Schweiz, Island und alle EU-Länder ausser Rumänien, Bulgarien, Portugal und Schweden. Diese vier Länder sind so wie Norwegen, Grossbritannien, Serbien, Russland, China, Japan und die USA als «gelb» eingestuft. Als «rot» gelten die Ukraine, Moldau, Belarus, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Kosovo, Kanada, Australien, die meisten asiatischen Länder und alle Länder Mittel- und Südamerikas sowie Ozeaniens.

7.50 Uhr: Warnung vor globalem Bildungsnotstand

Die Kinderhilfsorganisation Save the Children hat vor einem weltweiten Bildungsnotstand als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. Bis Jahresende könnten fast zehn Millionen Kinder für immer vom Unterricht ausgeschlossen sein. Besonders betroffen seien Mädchen in ärmeren Ländern oder Konfliktregionen, die aufgrund der Schulschliessungen und wirtschaftlichen Probleme in Kinderarbeit oder Frühehen gezwungen würden, hiess es in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

Als Konsequenz fordert die Kinderrechtsorganisation unter anderem Kreditgeber auf, den ärmsten Staaten einen Aufschub bei der Schuldentilgung zu gewähren. Darüber hinaus müssten Kinder während der Schulschliessungen Zugang zu digitalem Lernen und Schutzmöglichkeiten haben.

Vor der Pandemie seien 258 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit nicht zur Schule gegangen, hiess es in dem Bericht. Durch die weltweiten Schulschliessungen waren es demnach zwischenzeitlich 1,6 Milliarden, aktuell liegt die Zahl bei etwa einer Milliarde. Am grössten ist das Risiko, nicht mehr zur Schule zurückzukehren, dem Bericht zufolge in zwölf Staaten, die überwiegend in West- und Zentralafrika liegen. Aber auch der Jemen und Afghanistan zählen dazu.

07.30 Uhr: Essen gehen mit Schaufensterpuppen

Essen gehen mit Schaufensterpuppen

Essen gehen mit Schaufensterpuppen

Essengehen in Corona-Zeiten ist etwas anders als bislang gewohnt – in einem Restaurant m kanadischen Québec sitzen Gäste nun mit Schaufensterpuppen am Tisch.

13.07.2020

7.10 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die am stärksten betroffenen Länder – Infizierte, Todesfälle, Genesene
Grafik: dpa

6.29 Uhr: Maskenfrage wurde laut Daniel Koch überbewertet

«Der Bundesrat hätte die Maskenpflicht früher einführen sollen, als der ÖV wieder hochgefahren wurde», räumte Daniel Koch, der ehemaliger «Mister Corona» der Schweiz, in einem in der Nacht auf Montag veröffentlichten Interview mit dem «Blick» ein. Koch bezeichnete die nun geltende Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, mit der die Ausbreitung des Coronavirus gedämpft werden soll, als sinnvoll – und über den Zeitpunkt der Einführung könne man «sicher diskutieren».  Das seien aber Details, die nicht «matchentscheidend» seien, sagte Koch, der Anfang Juni in den Ruhestand gegangene Leiter «übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), weiter. «Entscheidend war, dass die Bevölkerung begriffen hat, worum es geht. Und entscheidend wird jetzt sein, dass sie weiter dranbleibt und wir das Contact Tracing so auf die Reihe kriegen, dass wir die Infektionsketten unterbrechen können.»

Für den Mediziner und neuen SLRG-Botschafter ist Abstand halten immer noch wichtiger als das Tragen von Gesichtsmasken. Die Maskenfrage sei von Anfang an überbewertet worden, sagte Koch: «Es gilt heute noch dasselbe wie vor drei Monaten: Distanz halten ist wichtiger als eine Maske zu tragen.» Maskentragen führe eher dazu, dass man nicht mehr Abstand hält. Seine zu Beginn der Corona-Krise laufend wiederholte Ansage, dass das Tragen einer Maske für die breite Bevölkerung nichts bringen würde, sei daher nicht falsch gewesen, behauptete Koch: «Ich würde rückblickend genau gleich kommunizieren.» Er finde das Vorgehen absolut richtig.

Der Bundesrat hatte schon lange dringend empfohlen, im Zug eine Maske zu tragen, allerdings folgte kaum einer der Empfehlung.

Das Maskentragen ist laut Koch auch ein Gesundheitsrisiko: «Die Leute könnten denken: Gut, jetzt habe ich eine Maske – das Problem ist gelöst. Das ist es aber nicht. In welcher Reihenfolge man auf welche Massnahme setzt, ist letzten Endes immer ein bisschen eine Frage des Gustos. Sowieso ist es nicht primär die Massnahme, die den Unterschied macht. Sondern das, was sie bei der Bevölkerung auslöst.»

Die steigende Zahl der Neuinfektionen in der Schweiz beunruhigt Koch offenbar nicht, noch sei alles in einem «verkraftbaren Bereich». Aber im Herbst und Winter werde das Risiko einer zweiten Welle steigen, warnte Koch: «Die Schweiz hat zwar die Möglichkeit, eine solche zu unterdrücken. Aber das ist nicht gratis. Wir müssen den Sommer jetzt nutzen, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen und die Abläufe einzuspielen. Die Menschen müssen sich unverzüglich testen lassen, wenn sie Symptome haben. Sonst ist es zu spät, die Ansteckungsketten zu unterbrechen.»

5.49 Uhr: Flughafen Zürich gibt Entwicklungen bekannt

Die Coronavirus-Pandemie hat die Luftfahrt stark getroffen. Viele Flugverbindungen mussten aufgrund der Coronavirus-Beschränkungen abgesagt werden – gleichzeitig herrschte an den Flughäfen entsprechende Leere. Nach den Lockerungen der Coronavirus-Massnahmen belebt sich das Geschäft allerdings nur zögerlich – viele Menschen haben Angst, wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in ein Flugzeug zu steigen. Heute gibt der Flughafen Zürich einen Einblick in die Entwicklungen. Gegen 17:30 Uhr gibt er die Verkehrszahlen für den Monat Juni bekannt.

5.42 Uhr: Island hofft nach Corona-Einbruch auf Touristen

Die isländische Reisebranche hofft nach einem erheblichen Tourismus-Rückgang während der Coronavirus-Krise auf eine wieder wachsende Zahl an Island-Urlaubern. «In den vergangenen Monaten sind wir auf quasi Null gefallen.» Dies sagte die Leiterin der Tourismusbehörde Visit Iceland, Sigrídur Dögg Gudmundsdóttir, der Nachrichtenagentur DPA am Montag.

Bereits heute sei klar, dass die Verluste für den Sektor gross sein werden: 2019 hätten ausländische Touristen 383 Milliarden isländische Kronen – umgerechnet sind das rund drei Milliarden Franken – im Land ausgegeben. Für 2020 schätze man, dass nun 250 bis 300 Milliarden Kronen davon wegfallen werden.

Schon jetzt lasse sich ausschliessen, dass die Touristenzahlen in diesem Jahr auch nur in die Nähe der Werte des Vorjahres kämen, sagte Gudmundsdóttir. Wenn die Menschen international aber wieder stärker zu reisen begännen, werde auch der Tourismus in Island wieder Fahrt aufnehmen. Auch die isländische Tourismusministerin Thórdís Kolbrún Gylfadóttir sagte: «Das hier ist ein Schock gewesen, aber wir wissen, dass wir wieder auf die Beine kommen werden.»

Seitdem der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 die Insel im Nordatlantik ins internationale Bewusstsein gerückt hatte, waren die Touristenzahlen bis 2018 von knapp 500'000 auf mehr als 2,3 Millionen in die Höhe geschossen. 2019 pendelte sich der Wert bei knapp 2 Millionen ein, ehe der Island-Tourismus wegen der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr 2020 fast gänzlich zum Erliegen gekommen war.

5.30 Uhr: Merkel trifft Italiens Premier Conte

Im Streit über den EU-Fonds für den Wiederaufbau in der Corona-Krise werden fieberhaft Kompromisse ausgelotet. Wenige Tage vor dem am Freitag beginnenden EU-Gipfeltreffen dazu empfängt Kanzlerin Angela Merkel heute (16:00 Uhr) den italienischen Premier Giuseppe Conte. Das Treffen findet in Meseberg nördlich von Berlin im Gästehaus der Bundesregierung statt. Im Anschluss (17:30 Uhr) wollen Merkel und Conte die Presse unterrichten. In Den Haag will der niederländische Premier Mark Rutte an diesem Montag mit seinen Amtskollegen aus Spanien und Portugal, Pedro Sánchez und António Costa, sprechen. Sánchez wird am Dienstag auch bei Merkel im Kanzleramt in Berlin erwartet.

Italien und Spanien sind von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen und potenzielle Hauptempfänger der geplanten EU-Hilfen. Merkel und Rutte stehen dabei auf unterschiedlichen Seiten. Die Niederlande gehören mit Österreich, Dänemark und Schweden zu den «Sparsamen Vier», die nicht rückzahlbare Milliardenzuwendungen ablehnen. Von den 750 Milliarden Euro des schuldenfinanzierten Wiederaufbauplans sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite vergeben werden. Den Haag will die Mittel nur in Form von Krediten zugestehen, die zudem an wirtschaftliche Reformen geknüpft werden sollen.

Bei dem Treffen Merkels mit Conte dürfte es auch um den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) gehen. Bis zu 36 Milliarden Euro an günstigen Krediten könnte das von der Corona-Krise gebeutelte und hoch verschuldete Italien bekommen. Ob das Land Kreditlinien des ESM in Anspruch nehmen soll, darüber streiten Politiker in Italien seit Wochen – trotz eines drohenden Wirtschaftseinbruchs um mehr als zehn Prozent.

Contes Regierungskoalition aus Sozialdemokraten und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung ist zerstritten. Vor allem oppositionelle Rechtsparteien wie Matteo Salvinis Lega machen Stimmung gegen Europa. Italien hat die Corona-Krise mit rund 35'000 Toten besonders hart getroffen. Experten warnen vor verheerenden wirtschaftlichen Folgen, weil viele Menschen in dem Land vom Tourismus abhängig sind.

Merkels Gespräch mit Conte ist Teil einer Serie von Abstimmungen vor dem Gipfel am Freitag und Samstag in Brüssel, um Kompromisslinien zum Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise und zum mehrjährigen Finanzrahmen auszuloten. Erstmals seit Februar treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs wieder persönlich.

Am Donnerstag traf Merkel in Berlin bereits Rutte, der wiederum am Freitag in Den Haag mit Conte sprach. Am Montag will Rutte in Den Haag gegen Mittag zunächst mit dem spanischen Premier Sánchez, später mit dem portugiesischen Premier Costa beraten.

Rutte hatte nach seinen Treffen mit Merkel und Conte die Forderungen nach Reformen bekräftigt. Es dürfe nicht nur allgemeine Zusicherungen der wirtschaftlich schwächeren Länder geben, sondern brauche «gute und verbindliche Absprachen».

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz machte in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» zur Bedingung für eine Zustimmung zum EU-Hilfspaket, dass die Gelder «in die richtigen Bereiche» fliessen. Kurz nannte dabei «mehr Forschung und Entwicklung für eine gute digitale Infrastruktur, auch in den technologischen Wandel, der für einen besseren Klimaschutz nötig ist». Zudem müssten die Gelder an Reformauflagen wie etwa Bürokratieabbau oder Kampf gegen Steuerhinterziehung gekoppelt werden. Zudem bekräftigte Kurz die Forderung, dass die Empfängerländer zumindest einen Teil der Hilfen später zurückzahlen müssten. «Ich bin dafür, dass es insgesamt eine Balance zwischen Krediten und Zuschüssen gibt und dass die Zuschüsse nicht ins Unermessliche steigen», sagte er.

5.12 Uhr: Japaner gehen online auf Bus-Reisen

Japaner lassen sich die Reiselust durch die Corona-Krise nicht vermiesen: Jetzt gehen sie eben online auf Busreisen – und machen dabei dem Ruf ihres Landes als Hightechnation mit einem Hang zum Verspielten alle Ehre. Eine Busgesellschaft nimmt zu diesem Zweck ihre Kunden mithilfe von Zoom mit auf die grosse «Fahrt» – mit allem, was das Reisen in einem Limousinenbus gewöhnlich so zu bieten hat, wie eine Sprecherin des Unternehmens Kotobus Tours am Montag auf Anfrage mitteilte. Während die Passagiere bei sich zu Hause am Computerbildschirm ihren Sitz einnehmen, werden die «Fahrgäste» über Zoom von einer freundlichen jungen Busbegleiterin und dem Busfahrer begrüsst. Dann heisst es «Abfahrt» – nur dass kein echter Bus abfährt.

Stattdessen geniessen die Fahrgäste von zu Hause aus mithilfe eingespielter Videos der tatsächlichen Reiseroute die schöne «Aussicht». An den Reisezielen sind zudem live Tourismusvertreter zugeschaltet, die die Gäste in der Ferne fröhlich willkommen heissen und die jeweiligen örtlichen Attraktionen erläutern – ganz so, wie man es von echten Busreisen kennt. Und da kulinarische Spezialitäten mit zu den Höhepunkten einer jeden Reise in Japan gehören, erhalten die Fahrgäste vor Reisebeginn per Post ein Reisepaket samt örtlichen Spezialitäten, die sie während der virtuellen Busreise verzehren.

Und auch für die Sicherheit ist gesorgt: Dank eines mitgelieferten «Sicherheitsgurts» – bestehend aus einem Pappstreifen, die sich die Passagiere zu Hause anlegen, wenn es heisst: «Anschnallen bitte!» Bis zu 15 Fahrgäste können pro Online-Reise «zusteigen», der Preis beträgt 4'980 Yen (rund 41 Euro). Derzeit hat die Busgesellschaft drei von vier Online-Reisen im Angebot, wie die Sprecherin mitteilte. Auf die Idee kam die Firma, nachdem wegen der Pandemie kein Reisebus mehr fahren konnte. Da die Online-Busreisen gut ankommen, erwäge man jetzt, sie auch nach dem Ende der Corona-Pandemie weiter anzubieten.

5 Uhr: EU-Aussenminister: Erstes Live-Treffen seit Ausbruch

Die Aussenminister der EU-Staaten treffen sich heute ab 9:00 Uhr zum ersten Mal seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wieder persönlich in Brüssel. Thema der Beratungen sind die Konflikte mit der Türkei und eine mögliche EU-Reaktion auf das chinesische Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong. Zudem wird es unter anderem um die Folgen der Coronavirus-Krise für lateinamerikanische Staaten gehen.

4.17 Uhr: Sorge vor Kündigungen in Japans Spitälern

Die andauernde Corona-Krise stellt in Japan manche medizinische Einrichtungen vor wirtschaftliche Probleme. Einer am Montag vom japanischen Fernsehsender NHK zitierten Gewerkschaftsumfrage zufolge, haben rund ein Drittel der 338 befragten Einrichtungen den diesjährigen Sommerbonus von Krankenschwestern und anderen Mitarbeitern gekürzt, da sie weniger Geld mit anderen Patienten verdienten.

Festangestellte bekommen in Japan neben einem monatlichen Festbetrag jeweils im Sommer sowie am Jahresende je eine Bonuszahlung, die einen normalen Monatslohn bis um das Dreifache übersteigen kann und daher ein wichtiger Teil eines Jahresgehalts ist. Die Höhe des Bonus wird dem Geschäftsverlauf angepasst. Angesichts der Streichung des wichtigen Sommerbonus gebe es nun Sorgen, dass Mitarbeiter zunehmend kündigen könnten, hiess es.

Japan zählt bislang rund 22’000 Infektionen und rund 1'000 Todesfälle. Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar relativ gut da. Doch ein deutlicher Anstieg der täglichen Neuinfektionen vor allem in der Hauptstadt Tokio hat in den vergangenen Tagen dort die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle geschürt. Dennoch erwägt die Regierung derzeit nach eigenen Angaben nicht, erneut den Notstand auszurufen. Japans Gesundheitssystem sei nicht mehr so stark belastet wie zuvor. Die momentane Lage sei anders als noch im April, als Japan den Notstand ausgerufen hatte. Der Notstand bedeutete jedoch keinen Lockdown wie in anderen Ländern. Die Bevölkerung war nur gebeten worden, möglichst zu Hause zu bleiben.

4.03 Uhr: Corona-Tote: Mexiko weltweit an vierter Stelle

Mexiko ist inzwischen das Land mit den viertmeisten registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag (Ortszeit) auf 35’006. Damit überholte das nordamerikanische Land Italien. Die offizielle Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko inzwischen bei 299'750 – die siebtmeisten weltweit nach Statistiken der Johns Hopkins University in den USA.

Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äusserst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Universität Oxford zusammengetragen wurden, lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 4,83 pro 1'000 Einwohner – in Deutschland waren es 76,1 und in den USA 117,58.

Lateinamerika gehört derzeit zu den Brennpunkten der globalen Corona-Pandemie. Nach Zahlen der Europäischen Union wurden dort bisher mehr als drei Millionen Infektionen und mehr als 140’000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Brasilien steht mit mehr als 1,8 Millionen Infizierten und mehr als 72’000 Toten in beiden Kategorien weltweit nur hinter den USA.

3.22 Uhr: Kasachstan erinnert mit Trauertag an Corona-Tote

Die zentralasiatische Republik Kasachstan erinnert an diesem Montag mit einem nationalen Trauertag an die Toten der Corona-Pandemie. Hinter der offiziellen Statistik stünden persönliche Schicksale, sagte Präsident Kassym-Schomart Tokajew im Vorfeld. Viele Familien hätten Todesfälle zu beklagen. «Das ist eine Tragödie für uns alle.» Die Krankheit werde auch weiterhin Menschenleben fordern, sagte er. «Wir setzen unseren Kampf gegen das Coronavirus aber fort.» Am Mittag (Ortszeit) sollte es eine landesweite Schweigeminute geben.

Das ölreiche Kasachstan ist in der zentralasiatischen Region besonders stark vom Coronavirus betroffen. Offiziellen Angaben zufolge haben sich bislang mehr als 58’000 Menschen infiziert, mehr als 280 sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Seit einer Woche ist das öffentliche Leben erneut stark eingeschränkt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern.

Auch andere Staaten in der Region wie Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan haben mit vielen Infektionsfällen zu kämpfen. Nach offiziellen Angaben der jeweiligen Behörden wurden bislang mehr als 81’000 Erkrankungen bestätigt. Allein im autoritär geführten Turkmenistan gibt es laut offizieller Darstellung bislang keinen Corona-Fall. Das wird aber etwa von Menschenrechtlern angezweifelt.

2.12 Uhr: Weitere lateinamerikanische Politiker infiziert

Nach der bolivianischen Interimspräsidentin Jeanine Áñez hat sich auch der Wirtschaftsminister des südamerikanischen Landes mit dem Coronavirus angesteckt – als bereits vierter Minister des Andenstaates in diesem Monat. Er gebe die Führung des Ressorts vorübergehend ab, während er sich zur Beobachtung in einem Krankenhaus aufhalte, erklärte Oscar Ortiz am Sonntag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Es gehe ihm aber gut. Vor ihm war unter anderem bei Gesundheitsministerin Eidy Roca eine Infektion mit dem Virus bekannt geworden. Auch die Senatspräsidentin Eva Copa steckte sich nach eigenen Angaben an.

Erst am Donnerstag hatte Áñez ihr positives Testergebnis bekannt gegeben und angekündigt, sich für zwei Wochen in Quarantäne zu begeben und von zu Hause aus die Regierungsgeschäfte weiter auszuführen. Die frühere Senatorin war im vergangenen Jahr an die Staatsspitze gerückt, nachdem der ehemalige Präsident Evo Morales nach seiner umstrittenen Wiederwahl auf Druck des Militärs zurückgetreten und ins Exil geflohen war. Am 6. September soll es Neuwahlen geben.

Nach dem Brasilianer Jair Bolsonaro und dem honduranischen Staats- und Regierungschef Juan Orlando Hernández ist Áñez als drittes Staatsoberhaupt in Lateinamerika positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Hernández verbrachte gut zwei Wochen in einem Krankenhaus. Zuletzt infizierten sich auch in Venezuela mehrere führende Politiker, darunter der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami.

Lateinamerika gehört derzeit zu den Brennpunkten der globalen Corona-Pandemie. Nach Zahlen der Europäischen Union wurden dort bisher mehr als drei Millionen Infektionen und mehr als 140'000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert.

1.29 Uhr: Erste Corona-Regionalwahlen in Spanien

Trotz der einschneidenden Folgen der in Spanien besonders heftig verlaufenen Corona-Krise haben die ersten Regionalwahlen keine grossen Veränderungen gebracht. Separatistische Parteien konnten zwar Gewinne verzeichnen. Im Baskenland kam die separatistische liberale PNV des Regierungschefs Iñigo Urkullu am Sonntag bei Zugewinnen auf 31 Sitze im Regionalparlament, drei mehr als 2016. Sie braucht jedoch wie zuvor andere Parteien für eine Mehrheit, wie das spanische Fernsehen und andere Medien am Sonntagabend nach Auszählung fast aller Stimmen berichteten.

In Galicien bestätigte die konservative Partido Popular (PP) von Regierungschef Alberto Núñez Feijóo ihre Stellung als stärkste Kraft und konnte ihre absolute Mehrheit mit 41 Sitzen halten. Auf Platz zwei schob sich die linke separatistische Partei BNG mit 19 Sitzen vor, 13 mehr als vor vier Jahren.

Die noch neue rechtspopulistische Partei Vox eroberte im Baskenland einen Sitz, da dort nur eine Drei-Prozenthürde für den Einzug ins Parlament gilt. In Galicien, wo eine Fünf-Prozenthürde gilt, schaffte sie nicht den Sprung ins Parlament.

Die sozialdemokratisch geprägte spanische Regierungspartei PSOE von Ministerpräsident Pedro Sánchez verbesserte sich im Baskenland um einen auf 10 Sitze, in Galicien könnte sie ebenfalls einen Sitz hinzugewinnen und kam auf 14 Sitze. Den Wahlen wurde allerdings kein Testcharakter für die umstrittene Corona-Politik der Zentralregierung beigemessen, weil eher regionale Themen und Politiker im Vordergrund standen.

Der linke Koalitionspartner von Sánchez, Podemos Unidos von Vize-Regierungschef Pablo Iglesias, musste im Baskenland Einbussen hinnehmen, in Galicien schaffte sie nicht den Einzug ins Parlament. Die Wahlbeteiligung in Galizien lag nach offiziellen Angaben bei 58,70 Prozent, 5 Punkte höher als vor vier Jahren. Im Baskenland fiel sie jedoch um gute 7 Punkte auf knapp 53 Prozent.

Die Wahlen sollten ursprünglich am 5. April stattfinden, waren aber wegen der Pandemie verschoben worden. Das Land wurde mit knapp 28'400 Corona-Toten und 250'000 Infizierten besonders schwer von der Pandemie getroffen. Landesweit sind die Zahlen seit Mitte Mai stark gesunken. Seit dem Ende der Beschränkungen kommt es aber lokal zu neuen Corona-Ausbrüchen und in der Stadt Lleida und Umgebung erstmals auch wieder zu Ausgangsbeschränkungen.

0.45 Uhr: WHO zählt neuen Rekord bei Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Die WHO zählte nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 230’000 neue Fälle. Damit liegt die Zahl der weltweit je Infizierten bei 12,5 Millionen. 562’000 Patienten sind mit oder an Covid-19 gestorben.

Für die USA wurden 66’000 neue Fälle verzeichnet, in Brasilien wurden 45’000 Menschen mit dem Virus infiziert. In Indien stieg die Zahl der Infizierten um 28’000. In Europa weisen Russland, die Türkei, aber auch Länder wie Portugal, Grossbritannien und Rumänien viele neue Fälle auf.

Unterdessen hat die WHO zwei Experten nach China geschickt, die gemeinsam mit chinesischen Fachleuten eine von der WHO geführte Untersuchung vorbereiten sollen, um den Ursprung der Pandemie genau zu identifizieren.

0.15 Uhr: Südafrika kündigt nächtliche Ausgangssperre an

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat angesichts steigender Infektionszahlen in der Öffentlichkeit eine erneute Verschärfung der Corona-Restriktionen angekündigt. Neben einer ab Montag geltenden Ausgangssperre zwischen 21 und 4 Uhr sehen sie eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit sowie die erneute Einführung eines Alkoholbanns vor. Der nationale Ausnahmezustand («State of disaster») wird bis zum 12. August verlängert. «Wir verzeichnen nun weit über 12’000 Fälle pro Tag», sagte er am Sonntagabend in einer Ansprache an die Nation. Viele Südafrikaner würden nun aber dank der bisherigen Lockerungen nachlässig in ihrem Verhalten. In Südafrika sind nach seinen Angaben 276’242 Covid-19-Fälle bestätigt worden.

Die Regierung hatte Ende März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und dem Land Zeit beim Aufbau der Gesundheitsinfrastruktur zu geben. Sie war dann aber sukzessive im Mai und Juni wieder vorsichtig gelockert worden. Der Verkauf von Tabakwaren blieb mit Hinweis auf die Gesundheitsrisiken seitdem weiter verboten.

Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft in Südafrika. Millionen von Südafrikanern in der informellen Wirtschaft oder ohne Arbeit kämpfen demnach um ihr Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschlechtert. Bereits vor der Corona-Epidemie steckte Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft in einer schwierigen Lage. Das Land mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und brutalen sozialen Ungleichheit kämpft seit Jahren mit strukturellen wirtschaftlichen Problemen und einer unzuverlässigen Stromversorgung.

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