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SBB-Präsidentin Monika Ribar ist in ihrem letzten Amtsjahr.
Bild: sda (Archivbild)
SBB-Präsidentin Monika Ribar hat sich zu den Herausforderungen des Schweizer Bahnverkehrs geäussert. Dabei sprach sie über geplante Massnahmen, um überfüllte Züge zu entlasten – und mögliche Stehplätze.
Die Zahl der Fahrgäste ist so hoch wie noch nie. Schon im vergangenen Jahr verzeichneten die SBB einen Passagierrekord, der immer mehr überfüllte Züge und zurückbleibende Passanten zur Folge hat. Im Gespräch mit «Blick» äussert sich nun SBB-Präsidentin Monika Ribar zu den Herausforderungen des Schweizer Bahnverkehrs.
«In den grossen Zentren wie Zürich stossen wir zu Spitzenzeiten an Kapazitätsgrenzen. Deshalb muss das Bahnangebot weiter ausgebaut werden», weiss Monika Ribar. Laut der 65-Jährigen sind die SBB dabei, ältere Züge durch neue Doppelstockzüge zu ersetzen, die mehr Fahrgäste befördern können. Längere Züge seien allerdings wegen der unzureichenden Perronlängen nicht möglich.
Reichen diese Doppelstockzüge aber wirklich aus, um das Problem der überfüllten Züge in grossen Teilen zu beheben? Oder müssen die Fahrgäste zukünftig immer mehr auf Sitzmöglichkeiten verzichten?
«Unsere Prognosen zeigen: Wenn wir nichts tun, dann kommt es bis 2050 auf zahlreichen Strecken zu Stehplätzen, punktuell können Reisende gar nicht erst mitfahren, weil Züge überfüllt sind», gibt die SBB-Präsidentin einen unbequemen Zukunftsausblick. Um das zu verhindern, müsse die Bahn weiter ausgebaut und Kapazitätsengpässe beseitigt werden, so Ribar.
Bis 2035 solle die Anzahl der Sitzplätze bei den SBB um 20 Prozent erhöht werden. «Der Fokus liegt hier auf den Ballungszentren, wo wir am meisten Verkehr haben», erklärt Ribar dazu. Zudem sei geplant, im Fernverkehr flächendeckend den Halbstundentakt und auf vielen Strecken gar den Viertelstundentakt einzuführen. Dieser Ausbau würde jedoch teilweise bis in die 2040er Jahre hinein dauern.

Reisende auf einem Perron am Zürcher Hauptbahnhof.
Keystone/Michael Buholzer (Archivbild)
Ob diese Ausbau-Massnahmen auch steigende Preise für die Fahrgäste bedeuten würden, ist laut der SBB-Präsidentin nicht so einfach zu beantworten. «Mittlerweile sprechen wir beim Ausbauschritt 2035 von einem Volumen von rund 30 Milliarden Franken. Das wird aus dem Bahninfrastrukturfonds bezahlt, aus dem gleichzeitig auch der steigende Substanzerhalt und Betrieb finanziert werden müssen», antwortet Ribar ausweichend. Es müsse zwingend das System als Ganzes betrachtet werden – zumal der Bahninfrastrukturfonds nicht unerschöpflich sei.
«Wir können nicht wie andere Unternehmen einfach unsere Preise erhöhen. Preiserhöhungen werden innerhalb des Dachverbands, der Alliance Swisspass, bestimmt. Zudem spricht bei den Preisen die Politik ein Wörtchen mit, wie stark der ÖV finanziell unterstützt werden soll, und auch der Preisüberwacher», nennt sie die vielen Faktoren, die bei einer Preiserhöhung eine Rolle spielen würden.
Positiv stimme Ribar vor allem, dass die Schweiz eines der wenigen Länder sei, «das bereits heute über den Fahrplan 2045 oder noch später nachdenkt und darüber, was wir dafür brauchen». So seien die geplanten Kapazitätsausbauten und der Viertelstundentakt laut der SBB-Präsidentin «ein Riesenschritt».