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In der Hitze bleiben Stühle und Wiese in Basel leer. (Archivbild)
Keystone
Während für den Grossteil der Schweiz eine Hitzewarnung der Stufe 3 gilt, steht Basel bereits auf Stufe 4. Die Stadt gehört immer wieder zu den heissesten Orten des Landes – und der Klimawandel sorgt dafür, dass die Hitze künftig noch extremer ausfällt.
Die Schweiz schwitzt – und Basel schwitzt am meisten. Für die beiden Basel hat Meteo Schweiz «grosse Gefahr» ausgerufen: Stufe 4 von 5 auf der nationalen Gefahrenskala und zugleich die höchste Stufe, die für Hitze überhaupt vergeben wird. Im Rest des Landes gilt mehrheitlich Stufe 3.
Bereits am Mittwoch wurden in Basel-Binningen am Nachmittag 30 Grad gemessen. Am Wochenende und anfangs nächster Woche sind über 35 Grad möglich. Dazu kommen Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.

Rot heisst «grosse Gefahr»: Betroffen ist nicht nur die Stadt Basel, sondern die ganze tief gelegene Rheinebene im Norden.
Screenshot Meteo Schweiz
Die Stadt im Norden der Deutschschweiz gehört regelmässig zu den heissesten Orten des Landes. Verantwortlich dafür ist vor allem die Höhenlage. Basel liegt mit rund 260 Metern über Meer deutlich tiefer als die übrigen grossen Schweizer Städte – Zürich etwa auf rund 410 Metern, Bern auf 540, Genf auf 375, Chur auf 590 und St. Gallen gar auf 670 Metern. Als Faustregel gilt: Pro 100 Höhenmeter sinkt die Temperatur um rund ein Grad, sofern sich die Luft gut durchmischt. Bei vergleichbaren Luftmassen ist es in Zürich deshalb meist ein bis zwei Grad kühler als in Basel.
Anders als Zürich oder Genf liegt Basel zudem nicht an einem See. Seen bleiben nach dem Winter lange kühl und wirken wie ein Kühlschrank auf die umliegende Luft. Dieser natürliche Temperaturdämpfer fehlt in Basel, hat aber oft im Frühling mehr Einfluss als im Sommer.
Und zuletzt heizt sich das dicht bebaute Basel mit vergleichsweise wenig Grünfläche zusätzlich selbst auf: Asphalt und Gebäude speichern die Wärme, weshalb es in der Stadt wärmer ist als im Umland. Dieser städtische Wärmeinsel-Effekt ist nachts am stärksten – dann kann es im Sommer in der Stadt fünf bis sieben Grad wärmer sein als in der weniger versiegelten Umgebung. Die offiziellen Messwerte bilden diesen Effekt aber nicht einmal ab: Die massgebende Messstation Basel-Binningen steht im Grünen. Mitten in der Stadt kann es also manchmal sogar noch heisser sein, als der Wetterbericht angibt.
Dass es in Basel und in der ganzen Schweiz immer heisser wird, hat zuletzt auch mit dem Klimawandel zu tun. Laut Meteo Schweiz steigen die Höchsttemperaturen in der Schweiz deutlich stärker als die Durchschnittstemperaturen. An den vier langjährigen Messstationen Zürich, Genf, Bern und Basel hat die höchste Tagestemperatur eines Jahres zwischen 1901 und 2024 um 3,4 Grad zugenommen.
Noch stärker erwärmen sich die Nächte: Die höchste nächtliche Temperatur stieg im selben Zeitraum um durchschnittlich 4,5 Grad, und die fünf wärmsten je gemessenen Nächte fallen alle in die vergangenen zehn Jahre.
Für die Zukunft rechnet Meteo Schweiz im ganzen Land mit deutlich häufigeren und intensiveren Hitzeperioden. Konkret für Basel: Der wärmste Tag eines Jahres erreicht in Basel-Binningen heute im Schnitt rund 34,4 Grad (gemittelt über die Jahreshöchstwerte der Periode 1991–2020) – in einer Welt, die sich um 3 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmt, wären es 38,8 Grad. Zum Vergleich: Der bisherige Hitzerekord in Basel liegt bei 39 Grad, gemessen am 2. Juli 1952. Was heute in Basel der heisseste Tag seit Messbeginn ist, wäre künftig ein ganz normaler Sommertag. Auch extrem heisse Tage, die heute statistisch nur alle 50 Jahre vorkommen, träten dann rund 17-mal häufiger auf.