So will das BAG noch mehr Junge zum Impfen bewegen

lmy/SDA

14.9.2021

Neue Impfkampagne des BAG zielt mit Selbstironie auf Jugendliche

Neue Impfkampagne des BAG zielt mit Selbstironie auf Jugendliche

Das Bundesamt für Gesundheit lanciert eine neue Impfkampagne für Jugendliche. So werden Jugendliche zum Beispiel bei einer Zimt-Challenge gezeigt. Bei der anschliessenden Botschaft wird darauf hingewiesen, dass die Impfung sicherer sei als eine Infektinon mit dem Coronavirus und «viel klüger» als puren Zimt zu essen. Die Videos werden vorerst nur auf sozialen Medien gezeigt – dort, wo sich die Jugendlichen aufhielten. Adrian Kammer, BAG-Kampagnenleiter, sagte an der virtuellen Medienkonferenz, dass Marktforschungen gezeigt hätten, dass es drei Gründe gäbe, weshalb sich die Jugendlichen impfen lassen würden. So seien sie einfach froh, wenn die Pandemie vorbei sein werde, zudem können sie unbeschwert in den Ausgang und das Reisen werde einfacher.

14.09.2021

Witzig, schnell und voller Selbstironie: Mit einer neuen Kampagne will das Bundesamt für Gesundheit Jugendliche und junge Erwachsene zum Impfen animieren. 

lmy/SDA

14.9.2021

Mit drei kurzen Fail-Videos will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jungen Menschen von 12 bis 29 Jahren aufzeigen, dass man sich zur Covid-Impfung trauen soll. Die selbstironischen Clips mit jungen Protagonist*innen, bei denen einiges schief läuft, sollen jungen Menschen die «diffusen» Ängste vor der Impfung nehmen.

«Cleverer als Feuerwerk in der Hose»: Ein Clip der neuen Kampagne.

Youtube/BAG OFSP UFSP

Die Videos zeigen Junge, die sich was trauen, und endet mit einer wichtigen Information: Die Ansteckung mit dem Virus ist gefährlicher als die Impfung. Die Videos wurden aus eingekauftem Stock-Material zusammengestellt und nicht eigens produziert.

Eine Impfung sei cleverer als die Zimt-Challenge, heisst es in diesem Clip.

Youtube/BAG OFSP UFSP

«Schmerzhafter als die Corona-Impfung: Kaktus-Stacheln im Hintern», heisst es etwa in einem der drei Clips. Diese laufen ausschliesslich auf Sozialen Medien – etwa auf Instagram, Youtube, Snapchat und Tiktok. Sie seien witzig und schnell, vertrauen auf die Fähigkeit der Jungen zur Selbstironie und seien nahe an ihrer Lebensrealität, hiess es an einer Medieninformation von BAG und der zuständigen Werbeagentur Rod Kommunikation.

«Impfung ermöglicht Rückkehr zur Normalität»

Die Durchimpfrate bei den Jungen birgt laut BAG noch Potenzial. Von den 12- bis 19-jährigen Jugendlichen hätten bisher 27 Prozent beide Impfdosen erhalten, sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle. 40,6 Prozent sei bisher eine Dosis verabreicht worden. Bei den jungen Menschen von 20 bis 29 Jahren sind laut Masserey bisher 46 Prozent vollständig geimpft worden. 56 Prozent von ihnen hätten eine Dosis erhalten.

Der dritte Clip mit den Kaktus-Stacheln.

Youtube/BAG OFSP UFSP

Diese Vorteile seien häufig auch die Motivationen der Jungen, sich impfen zu lassen. Vor allem, da seit Montag ein Zertifikat für den Besuch vieler Innenräume für Jugendliche ab 16 Jahren nötig sei. «Die Impfung ermöglicht den Jungen eine Rückkehr zur Normalität,» so Masserey.

Impfung ab 12 empfohlen

Die Kosten für die Kampagne belaufen sich laut BAG auf 230'000 Franken, davon seien 70 Prozent für die Kosten der Verbreitung in den sozialen Medien vorgesehen. Die Kampagne läuft ab dem 5. Oktober zusätzlich auf herkömmlichen Kanälen in der Öffentlichkeit, wie es weiter hiess.

Seit Ende August empfiehlt das BAG die Impfung allen Jugendlichen ab 12 Jahren. Es sei zwar selten, dass es bei Jungen zu schweren Verläufen komme. Doch auch sie sollten vor den Auswirkungen des Virus geschützt werden, zum Beispiel vor Long Covid. Geimpfte würden zudem das Virus nicht nur seltener weitergeben, es werde auch die Entstehung weiterer Virus-Varianten reduziert, sagte Masserey. Weitere Kampagnen seien geplant.

Pflegepersonal des Covid-19-Impfbusses des Kantons Zuerich impft Schueler und Schuelerinnen des Gymnasiums Wiedikon (KWI) mit dem Moderna-Impfstoff, am Dienstag, 7. September 2021, in Zuerich. Seit August ist der Impfstoff Spikevax von Moderna fuer Jugendliche ab 12 Jahren durch Swissmedic zugelassen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Eine Zürcher Gymnasiastin wird im Impfbus geimpft: Die Impfquote bei Jungen soll erhöht werden.
KEYSTONE