Die Reaktionen zur Bundesratswahl «Es gibt verschiedene Baustellen, die Pfister nun lösen muss»

Lea Oetiker

12.3.2025

Martin Pfister ist der neue Bundesrat.
Martin Pfister ist der neue Bundesrat.
KEYSTONE

Mit 134 Stimmen wurde Martin Pfister im zweiten Wahlgang zum Bundesrat gewählt. Die Reaktionen zur Bundesratswahl.

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Lea Oetiker, Dominik Müller, Nicole Agostini

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Martin Pfister ist seit Mittwoch der neue Bundesrat. Er übernimmt den Platz von Viola Amherd.
  • «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit», sagt GLP-Nationalrat Jürg Grossen, zu blue News.
  • Die Reaktionen zur Bundesratswahl.

Mike Egger, SVP-Nationalrat

«Wir sind die grösste Fraktion im Parlament. Es wird erwartet, dass wir uns klar positionieren», sagt SVP-Nationalrat Mike Egger zu blue News. «Am Schluss entscheidet aber das Parlament. Es war ein sehr fairer Wahlkampf».

Egger traue Pfister das VBS zu. «Es gibt verschiedene Baustellen, die Pfister nun angehen und lösen muss. Wie er das managen wird, wird sich jetzt zeigen», sagt Egger weiter.

Zu Pfister sagt er: «Ich habe immer erwartet, dass es ein knappes Rennen wird. Das hat sich heute auch gezeigt. Die Hauptsache ist, dass es ein faires Rennen war.»

SVP-Nationalrat Mike Egger: «Am Ende ist es der Entscheid des Parlaments»

SVP-Nationalrat Mike Egger: «Am Ende ist es der Entscheid des Parlaments»

Es werde sich zeigen, wie sich die nächsten vier Jahre mit dem neuen Bundesrat Martin Pfister gestalten, so SVP-Nationalrat Mike Egger im Interview mit blue News.

12.03.2025

Jürg Grossen, GLP-Nationalrat

«Wir sind zufrieden, dass wir es heute geschafft haben, einen Bundesrat zu wählen. Martin Pfister war uns näher. Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit unserer Fraktion ihn gewählt hat», so Jürg Grossen, GLP-Nationalrat, zu blue News. «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit», sagt er weiter.

Doch traut er Pfister das VBS zu? «Er war lange in der Armee, das hilft schon, dass man den Laden kennt. Ich traue es ihm zu, dass er das schafft», so Grossen. Er wünsche Pfister viel Kraft bei dieser Aufgabe.

GLP-Nationalrat Jürg Grossen: «Martin Pfister war uns näher»

GLP-Nationalrat Jürg Grossen: «Martin Pfister war uns näher»

«Wir sind zufrieden, dass wir es heute geschafft haben, einen Bundesrat zu wählen. Martin Pfister war uns näher. Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit unserer Fraktion ihn gewählt hat», so Jürg Grossen, GLP-Nationalrat, zu blue News.

12.03.2025

Balthasar Glättli, Grüne Nationalrat

«Ich gratuliere ihm. Ich dachte schon, dass es knapp wird. Ich dachte aber auch, dass er gewählt wird», so Grüne Nationalrat Balthasar Glättli, zu blue News.

Und was erwarten die Grünen nun von Pfister? «Er hat uns gesagt, dass er schauen wird, dass wir einen Zugang zu ihm haben und wir unsere Anliegen deponieren können. Aber er ist kein Mitte-Links-Kandidat, geschweige denn einer von den Grünen», so Glättli.

Am neuen Bundesrat wünsche er, dass er ein wenig ruhiger unterwegs sein kann.

Balthasar Glättli: «Ich gratuliere ihm»

Balthasar Glättli: «Ich gratuliere ihm»

Balthasar Glättli im Interview mit blue News.

12.03.2025

Mattea Meyer, SP-Nationalrätin

Für die SP Fraktion sei es eine schwierige Wahl gewesen, sagte SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer nach der Wahl des neuen Bundesrates. Der Bundesrat sei nicht nach links gerutscht, was ihr Sorgen bereit.

Mattea Meyer äussert sich zur Wahl von Martin Pfister. (Archivbild)
Mattea Meyer äussert sich zur Wahl von Martin Pfister. (Archivbild)
sda

«Das tut weh in einer Zeit, in der sich die männliche Dominanz wieder anfängt durchzusetzen», sagte Meyer gegenüber SRF. Bisher habe es lediglich zehn Frauen im Bundesrat gegeben, von denen vier von der SP seien, ergänzte sie. Die Gleichstellung müsse ernst genommen werden.

Im Verteidigungsdepartement erwarte Pfister eine schwierige Aufgabe. Die SP wünscht, dass Pfister Haltung für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zeige, sagte die Zürcherin. Pfister müsse ein Gegenspieler zu Trump und Putin sein und genau hinschauen, wie es zum Chaos in der Armee gekommen sei.

SVP-Dettling wird Pfister an seiner Arbeit messen

SVP-Präsident Marcel Dettling wird den neuen Bundesrat an seiner Arbeit messen. Für Pfister als Externen werde es nicht so einfach sein, den Wechsel aus dem Zuger Regierungsrat in die Landesregierung zu machen, so der Schwyzer.

SVP-Parteipräsident Marcel Dettling freut sich über das Ergebnis der Wahl. (Archivbild)
SVP-Parteipräsident Marcel Dettling freut sich über das Ergebnis der Wahl. (Archivbild)
sda

Auf Pfister würden, sollte er wie erwartet das Verteidigungsdepartement übernehmen, viele Baustellen zukommen. «Ich traue es ihm zu», sagte Dettling gegenüber Fernsehen SRF am Mittwoch. «Ich kann selbstverständlich gut leben mit der Wahl», sagte er weiter. Er verspüre ein wenig Freude, dass mit dem Zuger Pfister ein Innerschweizer in den Bundesrat gewählt worden sei.

Er rate dem neuen Bundesrat, bei seiner Arbeit im möglichen neuen Departement im Hinblick auf die internationalen Konflikte unter dem Radar zu bleiben und fremde Konflikte nicht in die Schweiz zu holen. «Neutralität ist wichtig» und Pfister solle die «Sicherheit wiederherstellen», sagte Dettling.

Pirmin Bischof, Ständerat SO (Mitte)

«Ich bin nicht überrascht über die Wahl Pfisters. Er ist ein guter Bundesrat. Ich glaube, er könnte aufgrund seiner Persönlichkeit ein richtiger Bundesrat der Herzen werden. Und ich traue ihm zu, dass er die Herausforderungen im VBS anpackt und diese auch meistern kann», sagt Bischof zu blue News.

Jean Luc Mösch, Zuger Kantonsrat (Mitte)

Martin Pfister ist wie «ein Hecht im Wasser», das sagte der Zuger Kantonsrat Jean Luc Mösch über seinen Freund und Parteikollegen Pfister nach dessen Wahl in den Bundesrat. Die beiden kennen sich schon seit Pfadi-Zeiten.

Dort hörte der neue Bundesrat auf den Namen «Hecht». Die Eigenschaften des Fisches würden Pfister auch in der Politik auszeichnen. «Er ruht wie ein Hecht im Wasser, analysiert und schlägt dann zu», so der Kantonsrat im Interview mit Schweizer Fernsehen SRF. Er werde Dossiers direkt angehen, wenn er sie analysiert habe.

Bei Mösch machte sich nach eigenen Angaben nach der Wahl nach grossem Optimismus auch grosse Erleichterung breit. Pfisters Auftreten und sein Effort in den letzten Tagen waren nach Ansicht des Kantonsrats entscheidend.

Vital Hotzer, Gemeinderat Baar

Der Gemeinderat von Martin Pfisters Wohngemeinde Baar ZG ist stolz über dessen Wahl in den Bundesrat. Er sei regierungserfahren und krisenresistent. Das habe Pfister insbesondere als kantonaler Gesundheitsdirektor während der Corona-Pandemie gelernt und bewiesen.

Das erklärte der Baarer Mitte-Gemeinderat Vital Hotzer gegenüber Fernsehen SRF. Im Vorfeld der Bundesratswahl sei Pfister ja zuweilen als Alibi-Kandidat betitelt worden. «Wir in Baar haben seine Qualitäten aber gekannt, jetzt kennt man sie auch in Bern.» Pfister sei ein «Hemdsärmliger», der immer zur Verfügung stehe, wenn es ihn brauche, so Hotzer weiter.

FDP

Die FDP hat vom gewählten Mitte-Bundesrat Martin Pfister ein rasches Handeln im Falle dessen wahrscheinlicher Übernahme des Verteidigungsdepartements gefordert. «Unsere Rüstungsindustrie steht am Abgrund. Eine Gesamtstrategie für die Sicherheit der Schweiz fehlt», teilte die Partei auf der Plattform X mit.

Die bewaffnete Neutralität werde von Armeeabschaffern und Putin-Verstehern bedroht, schrieb die FDP. Dazu hatte die Partei unlängst Forderungen gestellt, so zum Beispiel, den Fokus auf Armee und Zivilschutz statt auf den Zivildienst zu richten. Letzterer solle abgeschafft werden.

Mitte

Nach der Wahl von Martin Pfister in den Bundesrat hat seine Mitte-Partei auf ihr Ticket verwiesen. Sie habe «zwei exzellente Kandidaten präsentiert, die über die nötigen Kompetenzen, Erfahrungen und Qualitäten verfügen», teilte die Partei am Mittwoch mit.

Sie gratulierte dem Zuger Regierungsrat Pfister. Jeder der beiden Kandidaten hätte das Funktionieren des Bundesrats gewährleisten und die aktuellen Herausforderungen meistern können, liess sich Mitte-Fraktionspräsident und Nationalrat Philipp Matthias Bregy (VS) zitieren.

Philipp Matthias Bregy.
Philipp Matthias Bregy.
Keystone

Die Mitte engagiere sich für das politische Gleichgewicht und tragfähige Lösungen. Der Krieg in Europa zeige, dass die nationale Sicherheitspolitik zu stärken sei. Die Schweiz müsse ihre Haltung an die neuen internationalen Herausforderungen anpassen.

Dazu müsse der Bundesrat als Kollegium handeln und der Sicherheits- und Verteidigungspolitik höchste Priorität einräumen. Pfisters Wahl bekräftige das Engagement der Mitte für eine pragmatische Politik, die den Zusammenhalt des Landes stärke.

Grüne

Die Grünen sehen den Umweltschutz und die soziale Gerechtigkeit wegen der Wahl von Martin Pfister in den Bundesrat als bedroht an. Mit der Wahl rücke der Bundesrat «noch weiter nach rechts», was eine Festigung des rechtsbürgerlichen Blocks bedeute, teilte die Partei nach der Wahl mit.

Mit seiner Homogenität bilde der Bundesrat die Bevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und politische Orientierung nicht ab. Man werde alles daran setzen, die Machtverhältnisse bei der nächsten Vakanz wieder ausgeglichener zu gestalten, teilte die Partei weiter mit. Man erwarte vom neu gewählten Bundesrat, dass es sich auf nationaler Ebene stärker für soziale und globale Gerechtigkeit einsetze, als er dies in seinem Heimatkanton Zug bisher getan habe.

Die neue Konstellation des Bundesrates müsse nun dringend Ordnung ins Verteidigungsdepartement (VBS) bringen. Es brauche einen Marschhalt bei der Erhöhung des Armeebudgets, bis sich die Lage im VBS normalisiert habe. Auch forderten die Grünen die SVP auf, das VBS zu übernehmen - dies aufgrund der zuletzt «heftigen Kritik» der Partei an dem Departement.

Aussenpolitisch fordern die Grünen, dass der Bundesrat - angesichts der drohenden Isolation der Schweiz auf der internationalen Bühne - «seine Verantwortung für den Schutz der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie wahrnimmt».

Die Alternativen - die Grünen des Kantons Zug (ALG) freuten sich laut einer Mitteilung über die Wahl von Martin Pfister in den Bundesrat. Nach über 20 Jahren sei die Zentralschweiz wieder vertreten. «Die Alternativen-die Grünen sind überzeugt, dass er mit wichtige Anliegen der Region einbringen wird», hiess es. Gerade im Bereich der Infrastruktur stünden mit dem Zimmerberg Basistunnel 2 sowie dem Tiefenbahnhof Luzern wichtige Grundsatzentscheide an.

Martin Pfister: «Mit grosser Freude nehme ich die Wahl an»

Martin Pfister: «Mit grosser Freude nehme ich die Wahl an»

Der neu gewählte Bundesrat tritt ans Mikrofon. «Seit ich meine Kandidatur bekannt gegeben habe, sage ich folgenden Satz: Kasernen sind mir vertrauter als das Bundeshaus.» Mittlerweile fühle er sich aber in beiden Welten wohl, so Pfister.

12.03.2025