Wetter

Der Frühling ist da – Grund zur Freude, Grund zur Sorge

tsha

18.2.2021

Der Falknis im Frühling (Archivbild): In der Schweiz wird es immer wärmer.
Der Falknis im Frühling (Archivbild): In der Schweiz wird es immer wärmer.
Bild: Keystone

Der Frühling ist da – und er ist gekommen, um zu bleiben. Zumindest vorerst. Wissenschaftler sehen die hohen Temperaturen allerdings mit Sorge.

Erst bitterkalt, jetzt frühlingshaft warm: Das Wetter zeigt sich derzeit von seiner angenehmen Seite. Lagen die Temperaturen zuletzt noch deutlich unter dem Gefrierpunkt, sorgt milde Luft jetzt für einen Anstieg auf 12 bis 17 Grad – in Föhnlagen dürfte das Thermometer sogar noch weiter nach oben klettern, wie SRF Meteo schreibt.

Diese ungewöhnlich warme Wetterlage wird uns vorerst erhalten bleiben. Ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa sorgt auch in der Schweiz für einen vorzeitigen Frühlingsbeginn, der bis Ende des Monats anhalten dürfte. Vor allem ab dem kommenden Wochenende wird es sehr warm: In den Alpentälern heizt der Föhn die Luft auf bis zu 20 Grad auf, und auch in Höhenlagen wird es mild. Die Nullgradgrenze steigt am Samstag zunächst auf rund 3000 Meter, am Sonntag bereits auf 3500 Meter.



Auch wenn sich viele über das Frühlingsintermezzo freuen dürften: Normal sind derart milde Temperaturen um diese Jahreszeit nicht. Im Gegenteil: Im Flachland ist es rund 10 Grad wärmer als in einem durchschnittlichen Februar, in dem sonst 5 Grad gemessen werden.

Gefahr durch den Klimawandel

Die hohen Temperaturen spiegeln einen langanhaltenden Trend wider. Wie MeteoSchweiz mitteilt, war das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung in der Schweiz im Jahr 1864. Im Mittel lagen die Temperaturen 2,5 Grad höher als in der vorindustriellen Referenzperiode der Jahre 1871 bis 1900. Vor allem in den letzten 50 Jahren hat sich das Klima deutlich erhitzt: um 2 Grad seit den 60er-Jahren. Hauptursache ist der menschengemachte Klimawandel, der durch die zunehmende Verbrennung fossiler Rohstoffe angeheizt wird.



Diese Entwicklung wird die Schweiz besonders hart treffen, so eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie, die durch das BAFU und MeteoSchweiz gemeinsam unter dem Dach des National Centre for Climate Services (NCCS) erarbeitet wurde. Vor allem in der Schweizer Gletscherlandschaft, so der Bericht, zeigten sich die Auswirkungen der Erderwärmung. Die zunehmende Gletscherschmelze werde extreme Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie auf Mensch und Tier haben, heisst es.

Betroffen vom Klimawandel sind auch die Schweizer Seen, wie eine neue Modellstudie des Wasserforschungsinstituts Eawag zeigt. Wassertemperatur, Eisbedeckung und Durchmischung vieler Schweizer Seen würden durch die Erderwärmung empfindlich beeinflusst, heisst es. «Vor allem Seen in mittleren Höhenlagen sind sehr empfindlich», so Love Råman Vinnå von der Forschungsabteilung Oberflächengewässer. «Wenn es aber gelingt, die Klimaerwärmung zu begrenzen, können wir die Eisbedeckung erhalten und damit die Verschiebung des Mischungsregimes für die meisten Seen verhindern.»

Konsequenter Klimaschutz könnte die durchschnittliche Erwärmung in der Schweiz allerdings begrenzen – auf 2,1 bis 3,4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100. Damit würden zwei Drittel der möglichen Auswirkungen auf das Klima vermieden, so die Gletscherstudie von BAFU und MeteoSchweiz.

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