Mehr als 50'000 Fahrzeuge täglichAargauer Gemeinde will Bürger vor Lärm schützen – Bund stellt sich quer
ai-scrape
11.11.2025 - 10:13
Viel befahrene Autobahn-Abschnitte verursachen für Anwohner viel Lärm.
Symbolbild: Keystone
Mehr als 50'000 Fahrzeuge donnern täglich an Frick AG vorbei – doch ein wirksamer Flüsterbelag wird es laut Astra nicht geben. Die Gemeinde reagiert empört.
Die Gemeinde Frick AG sieht sich mit einer hohen Lärmbelastung konfrontiert. Täglich rollen mehr als 50'000 Fahrzeuge über den Autobahnabschnitt zwischen Rheinfelden und Eiken. Deshalb fordert die Gemeinde vom Bund die Einsetzung eines Flüsterbelags zur Minderung der Lärmbelastung.
Weil das Bundesamt für Strassen (Astra) in einem Unterhaltsprojekt nicht auf die Forderung einging, zog der Gemeinderat mit einer Beschwerde bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Mit Erfolg: Das Astra willigte daraufhin ein, ein Lärmschutzprojekt für den betroffenen Autobahnabschnitt auszuarbeiten.
Die entsprechende Planauflage liegt seit Montag öffentlich auf – allerdings fällt das Fazit der Gemeinde Frick ernüchternd aus, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. So bewerte das Astra den Einsatz eines Flüsterbelags auf Nationalstrassen «technisch und betrieblich nicht wirtschaftlich tragbar». Hauptgründe dafür seien die kurze Lebensdauer und ein aufwendiges Entwässerungssystem.
Gemeinde prüft Einsprache
Zum Einsatz kommen soll nun der Standardbelag «SDA 8–12», der den Lärm um zwei bis drei Dezibel reduzieren soll. Der Flüsterbelag hätte hingegen eine Reduktion um fünf bis sechs Dezibel zur Folge gehabt.
Auch eine Temporeduktion auf 100 km/h bringe gemäss Astra nicht die erhoffte Lärmminderung. Gleiches gelte für die Errichtung von Lärmschutzwänden, weil auch diese die geforderte wirtschaftliche Tragbarkeit nicht erfüllten.
Die Gemeinde Frick will die Unterlagen nun sorgfältig analysieren. «Der Gemeinderat behält sich vor, im Rahmen der Auflage Einsprache zu erheben – und falls nötig rechtliche Schritte zu prüfen», wird Gemeindeschreiber Michael Widmer von der «Aargauer Zeitung» zitiert.
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