Die Polizisten sind am Anschlag

lmy

11.10.2021

Mehrere hundert Massnahmen-Kritiker versammeln sich in Bern

Mehrere hundert Massnahmen-Kritiker versammeln sich in Bern

In Bern sind mehrere hundert Menschen am Donnerstagabend Aufrufen zu einer unbewilligten Kundgebung gefolgt. Sie versammelten sich auf dem Bahnhofplatz. Die Polizei führte Kontrollen durch. Vor 20.00 Uhr zogen die Demonstranten los Richtung Altstadt. Der Bundesplatz wurde abgeriegelt.

11.10.2021

20'000 Polizisten sorgen in der Schweiz für Recht und Ordnung, in den vergangenen Jahren stieg ihre Zahl. Doch wenn so viel demonstriert wird wie jetzt, kommen die Korps bald an die Belastungsgrenze.

lmy

11.10.2021

Die Gegner der Corona-Massnahmen demonstrieren derzeit mehrmals wöchentlich in verschiedenen Städten. In Bern treffen sie sich etwa jeden Donnerstag zu einer unbewilligten Kundgebung. Hinzu kommen etwa Blockaden von Extinction Rebellion und andere Aufmärsche – die Polizei kommt so immer mehr ans Limit, berichtet SRF.

Zahlreiche Korps spüren die zusätzliche Belastung: Die Einsätze bei Demos bedeuten ausserordentliche Einsätze und entsprechend weniger freie Tage. Immer öfter müssten Polizisten für ihre Kolleg*innen einspringen, so Adrian Wüthrich, Präsident der Polizeigewerkschaft des Kantons Bern.

Weniger Zeit für Kernaufgaben

Das sei auch für ein grosses Korps eine grosse Belastung, viele Überstunden seien die Folge. Zudem sind viele Polizeiposten in Bern derzeit am Donnerstag und Freitag wegen den Demo-Einsätzen geschlossen, erklärt der Chef der Regionalpolizei SRF.

Die Polizei sichert die Bundesgasse ab, am Mittwoch, 23. September 2021, in Bern. Die Kantonspolizei Bern wappnet sich gegen eine unbewilligte Kundgebung von Coronamassnahmen Gegner und will diese unterbinden. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Polizisten bei einem Einsatz an einer Demo in Bern: Die Belastung wird immer höher.
KEYSTONE

So hätte die Polizei weniger Zeit für ihre Kernaufgaben wie Verbrecher jagen, Verkehrssünder büssen und Unfallstellen sichern. «Wir würden uns gern wieder vermehrt darauf konzentrieren, anstatt uns mit solchen bewilligten und unbewilligten Kundgebungen abzugeben», sagt Christian Bertschi, Sprecher der Luzerner Polizei.



In der Schweiz arbeiten rund 20'000 Polizist*innen, in den vergangenen Jahren seien teils auch zusätzliche Beamte angestellt worden. Doch Ausnahmesituationen brächten die Polizeien dennoch ans Limit. «Wenn solche schwierigen Situationen kommen, sieht man dann, dass wir eben nicht genügend Personal haben, um alles erledigen zu können, was zu erledigen ist», sagt Max Hofmann, Generalsekretär des Verbands Schweizer Polizeibeamter.

Video gibt zu reden

Vergangene Woche gab ein Vorfall zu reden: Bei einer Kundgebung der Massnahmen-Kritiker in Bern verhaftete die Polizei einen Demonstranten. Von diesem Einsatz tauchte in den sozialen Netzwerken ein Video auf.



Laut Polizei sei der Mann mit den Händen in den Taschen auf die Polizisten zugegangen und trotz Aufforderung nicht stehengeblieben. In der Folge hätten die Beamten zugegriffen und versucht, mit Schlägen die Hände des Mannes aus dessen Hosentaschen zu nehmen.