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Die Ruag baut in der Schweiz weniger F-35 zusammen als geplant.
Archivbild: Boris Roessler/dpa
Die Ruag wird nur drei statt der ursprünglich geplanten vier F-35 in der Schweiz zusammenbauen. Der Hauptgrund für diese Reduktion sind die hohen Kosten der Teilendmontage am Standort des Rüstungskonzerns in Emmen.
Mit dem Auftrag zur Endmontage von vier der 36 neuen Schweizer F-35-Kampfjets hat das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) Ende 2025 den Ruag-Standort im luzernischen Emmen zum Kompetenzzentrum für die militärische Neuanschaffung auserkoren. Jetzt wird der Umfang für den Zusammenbau der Kampfflugzeuge auf drei Maschinen gekürzt – die Kosten sind zu hoch.
Mehrere voneinander unabhängige Quellen haben gegenüber «SRF» betätigt, dass die Ruag anstelle von vier Maschinen nur drei Jets montieren kann. Hauptgrund seien die Kosten für die Fertigung bei der Ruag. Die Herstellerin Lockheed Martin sei demnach nicht bereit, die Montage von vier Jets in der Schweiz zu finanzieren.
Dem Rüstungskonzern bricht damit ein erheblicher Teil beim selbständigen Aufbau der Schweizer F-35-Flotte weg. Der Bundeskonzern beabsichtigt, beim Zusammenbau Know-how zu entwickeln, um später die Schweizer F-35-Flotte und möglicherweise auch ausländische Kampfjets warten zu können. Durch die Endmontage und das Testen der vier F-35 baue die Ruag bedeutendes, sicherheitsrelevantes Wissen betreffend Betrieb, Wartung und Unterhalt auf, hiess es im Oktober 2025 seitens des Rüstungskonzerns.
Das sogenannte Rigi-Projekt erfährt mit der verringerten Montagezahl nun jedoch einen Dämpfer. In der SRF-Samstagsrundschau gab sich Ruag-Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli zurückhaltend. Er erklärte, dass die Vertragsverhandlungen noch im Gange sind. «Wir sind in Moment in den Schlussverhandlungen für den Vertrag», so Rötheli.

Ruag-Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli sieht das Wartungsgeschäft bei der F-35 nicht gefährdet.
Archivbild: sda
Gleichzeitig sieht Rötheli das Know-How auch bei der Montage von drei F-35 gesichert. Es sei nicht massgebend, «ob es drei, vier oder fünf sind. Das bestätigen all unsere Experten.»
Die bevorstehende Reduktion der Kampfjets wirft dennoch kein gutes Licht auf den Rüstungskonzern. Ausländische Luftwaffen könnten bei Wartungsaufträgen ihrer F-35-Jets von den hohen Kosten bei der Ruag abgeschreckt werden. Bei zukünftig insgesamt 800 bis 900 in Europa stationierten F-35-Jets wäre der Verlust durch entgangene Wartungsaufträge immens. Dabei ist die Konkurrenz gering. Lediglich im italienischen Cameri steht noch ein weiteres Kompetenzzentrum für den Unterhalt der Maschinen zur Verfügung.
Jürg Rötheli gibt sich entsprechend optimistisch: «Unser Ziel ist, dass wir uns auch mit Effizienzsteigerungen so positionieren können, dass wir einen Teil der europäischen Flotte bei uns warten können», erklärt der Ruag-Verwaltungsratspräsident gegenüber SRF. Gespräche mit anderen Ländern seine bereits im Gange. «Es sind zwei Länder im Norden der Schweiz», so Rötheli. «Sie sind interessiert, weil sie sehen, was wir beim Schweizer Vorgängerflugzeug, dem F/A-18, machen.»