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Die Seetalbahn fährt zwischen Luzern und Lenzburg AG.
KEYSTONE
Die SBB verkauft zwölf Züge der Seetalbahn auf ihrer Resale-Plattform: Die über 20 Jahre alten Fahrzeuge werden durch neue ersetzt, theoretisch kommen auch Privatpersonen infrage.
Wer zwischen Lenzburg AG und Luzern pendelt, ist mit der Seetalbahn unterwegs. Vorbei am Hallwilersee, durch kleine Dörfer und über grüne Weiden, auf denen Kühe grasen. Die Strecke schlängelt sich durch die sanft hügelige Landschaft des Seetals in der Zentralschweiz.
Die 15 «Gelenkbetriebwagen Seetal» der SBB sind seit 2002 in Betrieb. Geliefert wurden sie damals von Stadler Rail, als speziell angepasste Komposition mit besonders schmalen Wagenkästen.
Der Grund: Auf einzelnen Abschnitten wird es ausgesprochen eng. Der Zug passiert Häuser und Gartenmauern in so geringem Abstand, dass er sie gefühlt beinahe streift. Zudem verfügen sie über unterschiedliche Einstiegshöhen und ein spezielles Stromsystem.
Nun steht jedoch ein Generationenwechsel bevor. Die SBB bestellten 2024 für 140 Millionen Franken elf neue «Seetaler», die ab 2029 in Betrieb gehen sollen. «Die Züge, die aktuell im Einsatz sind, müssen altersbedingt ersetzt werden», heisst es in einer Mitteilung der SBB.
Für die bestehende Flotte bedeutet das das Aus: Sie wird derzeit auf der Resale-Plattform der SBB zum Verkauf angeboten. Laut Inserat stehen insgesamt 12 Fahrzeuge zum Verkauf. Zustand: gebraucht, Preis: auf Anfrage. «Aus drei Zügen entnimmt die SBB technische Komponenten als Ersatzteile», heisst es bei der SBB auf Anfrage von blue News.

Interessent*innen erfahren den Preis auf Anfrage.
Screenshot SBB
Wie viel ein Zug kostet, kann die SBB auf Anfrage von blue News nicht beziffern: «Der Verkaufspreis wird individuell verhandelt und hängt stark von den Leistungen ab, welche Bestandteile des Verkaufs sind.» Entscheidend seien unter anderem die Anzahl Fahrzeuge, deren Zustand sowie Fragen der Abholung und Übergabe. «Aus diesen Gründen können wir keine pauschale Preisangabe machen», so die SBB weiter.
Die Züge sind zudem ausschliesslich für den Einsatz in der Schweiz geeignet, dies aufgrund ihrer spezifischen baulichen Gegebenheit. «Deshalb ist nicht damit zu rechnen, dass sich andere Bahnen für die Züge als Ganzes interessieren», erklärt die SBB. «Es besteht jedoch Potential, die Züge im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu verkaufen.» Einzelne Komponenten wie Rückspiegel, Absperrhähne oder Thermostate oder könnten für andere Bahnen durchaus interessant sein.
Auch Privatpersonen könnten die Züge grundsätzlich erwerben, wie die SBB bestätigt. Realistisch ist das jedoch kaum. Es handelt sich nämlich nicht um historische Dampflokomotiven, die bei Sammlern besonders gefragt sind.
Zudem dürfte bereits der Transport zur Herausforderung werden. Wie ein solcher organisiert werden könnte und welche Kosten dabei anfallen würden, hängt vom Zielort ab. Entsprechend lässt sich der Preis kaum beziffern. Je nach Kanton gelten auch unterschiedliche Vorschriften: Nicht überall darf ein Zug ohne Baubewilligung im Garten aufgestellt werden, teilt die SBB mit.
Nach Angaben der SBB sind bereits mehrere Anfragen eingegangen, zu den Interessenten äussert sich das Unternehmen jedoch nicht. «Falls die Züge nicht oder nur teilweise verkauft werden können, prüft die SBB selbst die Wiederverwendung einzelner Komponenten und Materialien. Diese müssen dann vor dem Abbruch der Fahrzeuge gezielt entnommen werden.»
Die neuen Triebzüge bringen für die Fahrgäste laut SBB zahlreiche Verbesserungen. Sie bieten mehr Stauraum für Velos, Kinderwagen und grosses Gepäck als die heute eingesetzten Fahrzeuge. Zudem verfügen sie über stabilen Mobilfunk- und Datenempfang sowie Steckdosen in allen Abteilen.
Die Züge erfüllen die Anforderungen für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen, ermöglichen den autonomen Einstieg bei unterschiedlichen Perronhöhen und bieten pro Zug zwei gesetzeskonforme Rollstuhlplätze sowie ein rollstuhlgängiges WC. Neu sind Rollstuhlplätze auch in der 1. Klasse vorhanden.