Abermals neue Massnahmen: Das gilt jetzt in den einzelnen Kantonen

Julia Käser / Andreas Fischer / Maximilian Haase

23.10.2020 - 17:12

Berset warnt vor Sorglosigkeit im privaten Kreis

Berset warnt vor Sorglosigkeit im privaten Kreis

Die Lage rund um Corona sei nicht einfach, so Bundesrat Alain Berset am Dienstag in Zug vor den Medien angesichts der steigenden Fallzahlen. Viele Ansteckungen gebe es im privaten Umfeld.

07.10.2020

Die Kantone verschärfen den Kampf gegen das Coronavirus schrittweise – allerdings mit unterschiedlichen Massnahmen. Ein Überblick über den Coronaflickenteppich. 

Aufgrund rasch steigender Infektionszahlen rund um das Coronavirus führen die Kantone laufend neue Coronabeschränkungen ein und gehen dabei unterschiedlich weit. Was es in der aktuellen Situation in den einzelnen Landesteilen zu beachten gibt, haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Maskenpflicht beim Einkaufen

Wegen der steigenden Coronainfektionszahlen haben bisher 17 Kantone eine Maskentragpflicht beim Einkaufen eingeführt, zuletzt die Kantone Obwalden sowie Graubünden und Luzern. Im Kanton Nidwalden gilt in Geschäften immer dann eine situative Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern fortwährend nicht eingehalten werden kann.

Eine Maskentragpflicht in Verkaufsgeschäften gilt weiter in den Kantonen Zürich, Bern, Genf, Waadt (bei über zehn Personen gleichzeitig), Basel-Stadt, Solothurn, Neuenburg, Freiburg, Jura (ab zwölf Jahren), WallisZug, Tessin und Appenzell Ausserrhoden (ab Montag Mitternacht).

In Neuenburg gilt ab 23. Oktober auf Märkten und Messen Maskenpflicht und jeglicher Konsum ist dort verboten. Die Pflicht zum Tragen einer Maske auf Märkten und Messen im Freien gilt auch im Kanton Freiburg und Appenzell Ausserrhoden (ab Montag Mitternacht). In Bern gilt ebenfalls eine Maskentragepflicht auf Märkten.

Die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske beim Einkaufen kommt der Empfehlung des Vorstands der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) entgegen. Solche Massnahmen seien angezeigt, wenn die relevanten Kennzahlen zu den Corona-Ansteckungen dies nahelegten.

In mittlerweile 17 Kantonen heisst es beim Einkaufen: Maske auf!
Bild: Keystone
Massnahmen in Clubs und Bars

Licht aus für Partygänger: Der Kanton Genf hat seine Nachtclubs schon länger wieder geschlossen, der Kanton Waadt tat es ihm gleich. Damit reagieren die kantonalen Behörden auf die Tatsache, dass sich in letzter Zeit vermehrt junge Leute – nicht selten in Clubs – mit dem Coronavirus infiziert haben. 

Auch im Kanton Freiburg müssen seit 22. Oktober Discos, Casinos und Spielsalons schliessen. Ebenfalls vollständig schliessen müssen Bars, Clubs und Fitnesscenter im Kanton Jura – bis mindestens 15. November. 

Nachtbars, Discotheken, Erotikclubs und Kinos sind auch im Wallis vollständig geschlossen. Ebenso verfügte der Kanton Bern die Schliessung von Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen.

Andere Kantone haben die Clubs zwar nicht geschlossen, die Gästezahl aber limitiert. In den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn, Luzern und Zug dürfen sich nicht mehr als 100 Personen in den Innenräumen von Clubs und Bars aufhalten. Auch im Tessin gilt eine Beschränkung auf maximal 100 Personen in Ausgehlokalen. In Zürich liegt die Grenze bei 300 Personen (Ausnahmebewilligungen möglich).

Im Kanton Zürich müssen in Bars und Clubs, in denen nicht ausschliesslich sitzend konsumiert wird, bis mindestens 31. Oktober im Innenbereich Masken getragen werden. Für das Servicepersonal gilt die Maskenpflicht in allen Bars und Clubs. 

Der Kanton Solothurn hat in Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen eine Sperrstunde in den Nächten auf Samstag und Sonntag eingeführt – sie gilt zwischen 1 und 6 Uhr. Zudem höchstens dürfen höchstens 300 Personen gleichzeitig empfangen werden. Ausserdem müssen die Veranstaltungsorte die Kontaktdaten ihrer Gäste erheben.

Auch im Kanton Luzern gilt eine Sperrstunde für Bars und Clubs von 23 Uhr bis 6 Uhr. Erotik- und Sexbetriebe dürfen gar nicht mehr öffnen. 

Im Kanton Schwyz gilt eine eingeschränkte Maskenpflicht (sofern die Abstände nicht eingehalten werden) für Veranstaltungen bis zu 50 Personen sowie in Bars, Diskotheken, Clubs und Tanzlokalen.

Diverse andere Kantone, wie St. Gallen, Schaffhausen und Thurgau, setzen in Nachtclubs und Bars vor allem auf Ausweiskontrollen. Die Betreiber müssen Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erheben. Daten müssen (zusätzlich zu den anderen Regelungen) auch in Basel-Stadt, Basel-Landschaft, im Aargau, in Zürich und im Tessin erfasst werden.

Wer feiern will, kommt kaum drum herum, seine Kontaktangaben zu hinterlassen. 
Bild: Keystone
Massnahmen in Restaurants und Beizen

Können die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, gilt die 100er-Grenze in den Kantonen Basel-Stadt, Luzern, Solothurn und Zürich nicht nur für Ausgehlokale, sondern auch für Restaurants. Auch in Aargau und Basel-Landschaft dürfen sich in Beizen nicht über 100 Personen aufhalten – sofern die Konsumation nicht ausschliesslich sitzend erfolgt. Einzige Ausnahme: Hat ein Betrieb mehrere voneinander abgetrennte Gästebereiche, gilt die 100er-Grenze für die einzelnen Räume.

Im Kanton Neuenburg müssen (ab 23. Oktober) Restaurants und öffentlichen Einrichtungen spätestens um 23 Uhr schliessen. In Gaststätten dürfen maximal vier Personen am selben Tisch sitzen, mit Ausnahme von Personen, die im selben Haushalt und in derselben Familie leben. Die selbe Regelung gilt für den Kanton Freiburg. Eine Sperrstunde ab 23 Uhr haben auch die Kantone Bern und Luzern eingeführt.

Auch im Kanton Jura dürfen nicht mehr als vier Personen an einem Tisch sitzen. Restaurants und Cafés dürfen nur noch bis 22 Uhr geöffnet haben. Ebenfalls nur noch bis um 22 Uhr ist der Restaurantbesuch im Wallis möglich. Dort herrscht eine ständige Maskenpflicht.

In Genf müssen öffentliche Lokale wie etwa Restaurants ebenfalls um spätestens 23 Uhr schliessen. Alle Getränke müssen am Tisch bestellt werden. Es sind maximal fünf Personen pro Tisch erlaubt, ausser es handelt sich dabei um Personen eines gemeinsamen Haushalts oder um Kinder unter zwölf Jahren.

In Freiburg und in Zug müssen sämtliche Angestellte von Gastrobetrieben eine Atemschutzmaske tragen – es sei denn, sie werden durch eine Plexiglasscheibe geschützt. Dasselbe gilt für den Kanton Tessin. Seit 19. Oktober gilt diese Regel auch in ObwaldenGenfWaadt und Basel-Stadt gehen noch einen Schritt weiter: Die Maskenpflicht gilt nicht nur für Angestellte, sondern auch für Gäste – sofern sie nicht an einem Tisch sitzen. Können die Abstände nicht eingehalten werden, gilt dies auch für den Kanton Schwyz.

In Appenzell Innerrhoden muss das Bedienungspersonal in Gastronomiebetrieben Schutzmasken tragen. Der Konsum von Getränken und Esswaren ist nur noch sitzend an den Tischen erlaubt.

Auch im Kanton Zürich gelten ähnliche Massnahmen: Dort müssen alle Angestellten Maske tragen – in Gastrobetrieben, in denen der Verzehr nicht ausschliesslich im Sitzen erfolgt, auch die Gäste. 

Im Kanton Bern darf man die Maske nur ablegen, wenn man am Tisch sitzt. Es gilt eine Registrierungspflicht in Restaurants. Pro Gästegruppe muss mindestens eine Person ihre Kontaktangaben hinterlassen. Es gilt eine Sitzpflicht.

Kontaktdaten müssen auch in Appenzell Ausserrhoden und Zürich sowie in Solothurn und Basel-Landschaft (bei stehender Konsumation) angegeben werden. Kann der Mindestabstand in einem Restaurant im Kanton Glarus nicht eingehalten werden, müssen Gäste ihre Kontaktdaten hinterlegen. 

Auch in Restaurants und Beizen gelten je nach Kanton unterschiedliche Massnahmen. 
Bild: Keystone
Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden

Seit dem 10. September geht die Stadt Zürich im Kampf gegen das Coronavirus deutlich weiter als der Kanton. So gilt in allen öffentlich zugänglichen Bereichen der Stadtverwaltung mit regelmässigem Personenverkehr Maskenpflicht – also beispielsweise auch im Standesamt beim Heiraten. Auch in städtischen Museen, Sportanlagen und Hallenbädern muss eine Maske getragen werden. In den Schulgebäuden der städtischen Volksschule gilt für erwachsene Personen ebenfalls eine Maskenpflicht.

Ähnlich strikte Regeln gelten in Bern, Graubünden, LuzernBasel-Stadt, Freiburg, Obwalden und Appenzell Ausserrhoden (ab Montag Mitternacht). Dort müssen in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen Mund-Nase-Masken getragen werden. Darunter fallen neben Geschäften und Einkaufszentren auch Bahnhöfe sowie Poststellen, Museen, Theater, Verwaltungsgebäude und Gotteshäuser.

Obligatorisch ist das Tragen einer Gesichtsmaske in sämtlichen Räumen, die der Öffentlichkeit offenstehen, auch im Kanton Waadt und im Kanton Genf. Im Kanton Schwyz muss in öffentlichen Gebäuden eine Maske  getragen werden, wenn dort der Mindestabstand nicht eingehalten wird.

Im Kanton Jura ist das Tragen einer Maske an Arbeitsplätzen der öffentlichen Verwaltung und von privaten Unternehmen jederzeit obligatorisch – mindestens bis zum 15. November.

Im Wallis gilt eine vollständige Maskenpflicht in allen geschlossenen Gebäuden.

In Luzern gilt an Arbeitsplätzen in Innenräumen eine Maskenpflicht. Ausgenommen sind Personen, die sich alleine im Raum aufhalten oder die an Orten arbeiten, an denen der Abstand eingehalten werden kann, oder an denen Abschrankungen vorhanden sind. Eine Maskenpflicht wird auch in Autos eingeführt. In geschlossenen Privat- und Transportfahrzeugen gilt diese, wenn Personen transportiert werden, die nicht im gleichen Haushalt leben.

Im Kanton Bern gilt die Maskenpflicht ab 24. Oktober auch in Laubengängen und überdachten Bereichen von öffentlich zugänglichen Gebäuden.

Heiraten mit Atemschutzmaske: In Zürich gilt eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Bereichen der Stadtverwaltung. 
Bild: Keystone
Weitere Massnahmen

Im Kanton Neuenburg werden ab 23. Oktober Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen in privaten und öffentlichen Räumen verboten, mit Ausnahme von religiösen Zeremonien und Beerdigungen sowie anderen Anlässen von überwiegendem öffentlichen Interesse. Verboten werden zudem Kontaktsportarten; Fitnesszentren und Schwimmbäder werden geschlossen.

Der Kanton Freiburg verbietet Versammlungen von mehr als zehn Personen im öffentlichen Raum – darunter zählen etwa Plätze und Spielplätze, Promenaden, Trottoirs und Wege. Die Ausübung von Sportarten mit Körperkontakt wird verboten. Darunter fällt etwa Fussball, Eishockey und Tanz. Profi-Spiele bleiben erlaubt, doch gilt eine Obergrenze von 1'000 Zuschauern.

Im Kanton Jura sind Treffen mit mehr als 15 Personen in öffentlichen und privaten Räumen verboten. Auch gilt ein Verbot von Mannschafts- und Kontaktsportarten sowie Chorproben.

Der Kanton Bern hat Veranstaltungen von mehr als 15 Personen verboten. Geschlossen werden zudem öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Museen, Kinos sowie Sport- und Fitnesscenter. Wettkämpfe und Trainings von Mannschaftssportarten unterer Ligen sind nicht mehr gestattet.

Im Wallis sind öffentliche und private Veranstaltungen und Aktivitäten mit mehr als zehn Menschen untersagt. In geschlossenen Einrichtungen gilt eine ständige Maskenpflicht. Museen, Bibliotheken und Hallenbäder sind geschlossen. Besuche in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen werden unter dem Vorbehalt von Härtefällen ausgesetzt. Für Schulen auf Tertiärstufe gibt es neu ausschliesslich Fernunterricht. Verboten sind auch Kontaktsportarten wie Fussball, Basketball, Hockey oder Kampfsportarten.

Genf verbietet private Treffen von mehr als fünf Personen, sowohl in der Öffentlichkeit als auch zuhause. Kinder unter 12 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Ausnahmen gelten, wenn die Personen im gleichen Haushalt leben. Grossanlässe sind nur noch mit höchstens 1000 Personen erlaubt. Dies gilt auch für Fussball- oder Eishockeyspiele. Die Ausübung von Kontakt-, Kampf- und Mannschaftssportarten auf Amateurniveau wird verboten. Freizeiteinrichtungen wie Bowling-, Billard- und Spielsalons müssen schliessen. Auch musikalische Gruppenaktivitäten wie das Singen in einem Amateurchor werden untersagt. Die Massnahmen gelten bis mindestens 30. November.

Im Kanton Luzern gilt ein Besuchsverbot in Spitälern, Altersheimen und Kurhäusern.

Im Kanton Zürich gilt bei Veranstaltungen ab 30 Personen in Innenräumen eine Maskenpflicht – sofern die Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Dieselbe Massnahme führt der Kanton Thurgau ab 23. Oktober ein. Nebst der Masken- gilt auch eine Meldepflicht. 

Im Kanton Schwyz sind ab Montag (26.10.2020) private Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen und übrige Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen verboten. Am Arbeitsplatz gilt dann in Innenräumen eine Maskentragpflicht.

Einen Schritt weiter geht der Kanton Waadt. Dort sind private Anlässe mit mehr als 100 Personen verboten. Ab 50 Personen ist das Tragen von Masken obligatorisch. Dieselbe Maskenregel auch im Kanton Nidwalden. Dort gilt zudem eine Maskenpflicht für Dienstleistungen, bei denen es zu regelmässigem Körperkontakt kommt.

Im Tessin sind Versammlungen von über 30 Personen im öffentlichen Raum bereits seit Juli untersagt. 

Im Kanton Zürich müssen im Prostitutionsgewerbe die Kontaktdaten von Freiern erfasst werden.

Im Kanton Thurgau müssen Veranstaltungen mit 30 bis 1'000 Personen mindestens 14 Tage vorher bei den Behörden angemeldet werden.

In Appenzell Innerrhoden ist das Tanzen in öffentlich zugänglichen Einrichtungen sowie an öffentlichen Veranstaltungen ab Montag, 19. Oktober verboten. Ausnahmen bestehen für das professionelle Tanzen.

In Appenzell Ausserrhoden betrifft das Tanzverbot neben öffentlichen Veranstaltungen überdies Tanzschulen und Sportvereine. Verboten sind Veranstaltungen mit über 50 Personen. An Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis dürfen höchstens 15 Personen teilnehmen. Proben und Konzerte von Chören sind verboten.

Im Kanton St. Gallen dürfen Heimbewohner pro Tag nur noch zwei Besuchende empfangen.

Ein Tanzverbot in Clubs, Diskotheken, Tanzlokalen, Salsaclubs und Bars gilt bis Ende Jahr auch in St. Gallen. Tanzen in Fitnessstudios, Sportvereinen oder Tanzschulen bleibt dagegen erlaubt.


Transparenz: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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