Trendroller

Plage oder Segen? – Diese sieben Dinge sollten Sie über E-Trottis wissen

tafi

27.11.2019

Trend E-Scooter im Alltagstest

Trend E-Scooter im Alltagstest

E-Scooter, elektrisch angetriebene Trottinettes, liegen im Trend und es werden täglich mehr. Erlaubt sind nicht alle, die verkauft werden. Ändu Pauli zeigt, was legal ist und testet den E-Scooter auf seine Alltagstauglichkeit.

18.04.2019

Lieben oder hassen Sie sie? E-Trottis gehören in immer mehr Schweizer Städten zum Strassenbild. Totz hoher Preise und technischer Probleme können die Akku-Flitzer unsere Mobilität verändern. «Bluewin» hat die wichtigsten E-Trotti-Fakten gesammelt.

Von Zürich bis Basel, von Winterthur bis Zug – in immer mehr Schweizer Städten düsen immer mehr E-Trottinette zum Mieten herum. Eine Modeerscheinung scheinen die elektrischen Scooter nicht mehr zu sein. Fussgänger, Velofahrer und Autolenker werden sich alle mit den Rollern arrangieren müssen. Auch wenn es nicht jedem gefällt – und die Mietangebote ziemlich teuer sind, wie eine Studie (PDF-Download) der ETH Zürich gerade herausfand.

Der Beliebtheit scheinen aber auch hohe Preise und hin und wieder technische Probleme kaum Abbruch zu tun. «Bluewin» hat den Trend genauer unter die Lupe genommen: Diese sieben Dinge sollten sie zu E-Trottis wissen.

Sie mögen manchmal nervig sein, aber muss man E-Trottis gleich verteufeln? (Smbolbild)
DPA

Was sind E-Trottis überhaupt?

E-Trottinett sind nichts anderes als motorisierte Roller – und gar keine neue Erfindung. Schon vor mehr als hundert Jahren fuhren Scooter, angetrieben durch einen Verbrennungsmotor, durch die Gegend. Heute haben die E-Trottis einen Elektromotor und einen Akku. Um ein E-Trotti zu fahren, muss man mindestens 14 Jahre alt sein und den M-Fahrausweis besitzen. Ab 16 kann man auch ohne Fahrausweis e-rollern.

Wie sieht es mit der Sicherheit bei E-Trottis aus?

Gesetzlich vorgeschrieben sind Vorder- und Rückbremse, eine Hupe oder Klingel sowie Vorder- und Rücklicht. E-Trottis dürfen höchstens mit 20 km/h unterwegs sein, die maximale Motorleistung beträgt 0,5 kW. Eine Helmpflicht besteht nicht, es wird aber dringend empfohlen, einen Helm zu tragen. Ungeübte oder angetrunkene Fahrer verlieren mit den wackligen Fahrzeugen und ihren kleinen Rädern schnell das Gleichgewicht.



Gesicherte Unfallzahlen, die einen Vergleich mit Radfahrern erlauben, gibt es aber noch nicht. Die Stadt Zürich wertet derzeit Daten und Statistiken aus und will in der kommenden Woche ihre Erkenntnisse öffentlich vorstellen.

Wo gibt es E-Trottis zum Ausleihen?

In einigen grossen und mittleren Schweizer Städten gehören E-Trottis mittlerweile zum Strassenbild, aber noch nicht in allen. So prüft die Stadt Bern zurzeit noch, «ob und unter welchen Bedingungen ein E-Trottinett-Verleihsystem bewilligt werden könnte», wie Mirjam Messerli von der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün auf Bluewin-Anfrage mitteilt. «Es haben verschiedene Anbieter ihr Interesse bekundet, in Bern eine Flotte zu betreiben.» Über eine allfällige Einführung werde der Gemeinderat voraussichtlich erst im Verlauf des nächsten Jahres entscheiden.

In Zürich und Basel gibt es bereits Flotten im grossen Stil. In den Städten gibt es allerdings unterschiedliche Herangehensweisen. So gibt es in Basel aktuell 800 Mietroller: Vier Anbieter unterhalten jeweils eine Flotte von 200 E-Trottis.



Der Grund dafür: «Die Nutzung des öffentlichen Raumes muss gemeinverträglich sein», sagt Martin Dolleschel, Projektleiter in der Abteilung Mobilitätsstrategie der Stadt, im Gespräch mit «Bluewin». Man wolle in Basel zunächst schauen, wie sich die Nutzung entwickle und die Grenze gegebenenfalls anpassen.

Auch in Zürich gibt es eine Bewilligungspflicht. Dort sind derzeit 2'300 E-Trottis von Verleihfirmen zugelassen. Allerdings gibt es keine Obergrenze. «Eine Aufstockung wäre grundsätzlich denkbar», erklärt Robert Soos, Kommunikationsleiter im Sicherheitsdepartement.

Anders als in Basel müssen die Anbieter in Zürich eine Benutzungsgebühr für den öffentlichen Raum bezahlen. Sie beträgt ab dem 31. E-Trotti zehn Franken im Monat. Dazu kommt eine Kaution von 50 Franken pro Fahrzeug. Mit der Gebühren- und Bewilligungspflicht wolle man «ein Desaster, wie wir es mit OBike erlebt haben, verhindern» sagt Soos. Der Fahrradverleiher hatte die Stadt 2017 und 2018 mit hunderten Leihrädern unkontrolliert geflutet.

E-Trotti-Flotten gibt es unter anderem auch in Zug, Winterthur und probeweise in St. Gallen.

Die E-Trottinetts des Anbieters Lime waren wegen Sicherheitsvorfällen Anfang des Jahres eingezogen worden. (Archivbild)
Keystone/AP/John Minchillo

Wer fährt eigentlich E-Trottis und wann?

Das wissen nicht einmal die Anbieter genau. «Für die Fahrt mit Circ wird eine Mobiltelefonnummer, E-Mailadresse und Kreditkarte benötigt», sagt Daniel Scherrer von Circ. Der in Basel, Zürich, Winterthur und Zug aktive Anbieter hat als einziger auf eine entsprechende «Bluewin»-Anfrage geantwortet. Scherrer geht davon aus, dass die Hauptnutzergruppe zwischen 18 und 35 Jahre alt ist. Die meisten Fahrten werden wochentags zwischen 6 und 9 Uhr sowie ab 16 Uhr absolviert, die Benutzenden seien im Schnitt zehn Minuten unterwegs, so Scherrer.

Daraus lässt sich schliessen, dass die E-Trottis vor allem für den Weg zur Arbeit genutzt werden. Allerdings sind sie laut Scherrer auch in den Abendstunden am Wochenende viel unterwegs. Mehr Informationen will Scherrer nicht preisgeben, der Konkurrenzdruck ist in dem Bereich ziemlich gross. Man sei bei Circ aber sehr zufrieden mit der Nutzung des Angebots.

Rentieren sich E-Trottis?

Laut einer Studie der ETH Zürich, über die der «Tages-Anzeiger» berichtet, sind die Angebote an Miet-Trottinetten überteuert. Für die Nutzung zahlt man derzeit einen Franken Grundgebühr pro Fahrt und danach je nach Anbieter zwischen 25 und 45 Rappen pro Minute. Das rentiere sich für die Nutzenden gegenüber dem ÖV nur auf ganz kurzen Strecken. In Zürich kostet ein Ticket für die ganze Stadt 3,10 Franken.

Für das gleiche Geld kann man etwa sechs Minuten E-Trotti fahren, bei konstanter Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h kommt man zwei Kilometer weit. Realistischer – auch für E-Trottis werden Ampeln rot –, ist die Hälfte.

Ob die Anbieter Geld verdienen, das verraten sie nicht. Der E-Trotti-Verleiher Lime macht aber in diesem Jahr offenbar weltweit 300 Millionen Dollar Verlust, wie die «Handelszeitung» schreibt

Wie viele E-Trottis stehen leer rum?

Das lässt sich aus den Zahlen der in den jeweiligen Städten zugelassenen Fahrzeuge ablesen. Da die Fahrten generell recht kurz sind, stehen die E-Trottis in der Tat die meiste Zeit des Tages ungenutzt rum. Aber das gilt auch für Autos und Fahrräder. «Ich würde nicht sagen, dass das grosse Chaos ausgebrochen ist», sagt Martin Dolleschel.

Die meisten E-Trottinette würden in Basel korrekt parkiert. Natürlich gäbe es auch hin und wieder E-Trottis, die nicht ordentlich abgestellt werden. Das sei aber bei Fahrrädern oder Autos nicht anders. Und gäbe es Probleme, wären die Anbieter sehr kooperativ und griffen schnell ein.



Dass die Menschen E-Trottis als störend empfinden und die mediale Aufmerksamkeit im Moment recht hoch ist, liegt daran, dass es sich um eine «neue Fahrzeugkategorie handelt. E-Trottis fallen auf. Da schauen die Leute genauer hin», mutmasst Dolleschel.

Wo darf man E-Trottis fahren und parkieren?

E-Trottis fallen in die Kategorie Leicht-Motorfahrrad. Damit ist das Fahren auf dem Trottoir verboten. Wo vorhanden müssen Velowege genutzt werden. Allgemein gelten die gleichen Regeln wie für Fahrräder. Es darf grundsätzlich nur eine Person auf einem E-Trotti unterwegs sein.

«Beim Parkieren sind die E-Trottis mit Fahrrädern gleichgestellt», sagt Dolleschel. Das bedeutet, sie dürfen auch auf Fusswegen abgestellt werden, wenn genügend Platz vorhanden ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden.

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