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Fast jeder dritte junge Mann in der Schweiz vertritt ausgeprägt traditionelle und dominante Vorstellungen von Männlichkeit. (Symbolbild)
Keystone
Fast jeder dritte junge Mann in der Schweiz vertritt laut einer neuen Studie problematische Vorstellungen von Männlichkeit. Die Forschenden sehen Zusammenhänge mit Gewaltakzeptanz sowie frauen- und queerfeindlichen Einstellungen.
Fast jeder dritte junge Mann in der Schweiz vertritt laut einer neuen Untersuchung problematische Vorstellungen von Männlichkeit. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Zürich, die am Dienstag veröffentlicht wurde.
Für die Untersuchung befragten die Forschenden mehr als 6000 Personen in der Schweiz zu Themen wie Geschlechterrollen, Partnerschaft, Sexualität und Gleichstellung. Nach Angaben der Universität handelt es sich um die erste repräsentative Datenerhebung dieser Art für die Schweiz.
Besonders auffällig sind die Resultate bei den 18- bis 24-Jährigen. In dieser Altersgruppe weisen 31 Prozent der Männer ein Männerbild auf, das von den Forschenden als besonders problematisch eingestuft wird. Gemeint sind dabei stark dominante Vorstellungen von Männlichkeit, die häufiger mit Gewaltakzeptanz sowie frauen- und queerfeindlichen Einstellungen verbunden sind.
Über sämtliche Altersgruppen hinweg fällt rund jeder fünfte Mann in diese Kategorie.
Die Studie zeigt zudem, dass viele junge Männer das Gefühl haben, ihre gesellschaftliche Rolle sei bedroht. So erklärte etwa jeder zweite Mann zwischen 18 und 24 Jahren, er sei besorgt darüber, dass «richtige Männer» zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden.
Die Forschenden sehen darin ein wichtiges Signal für Politik, Bildungseinrichtungen und Präventionsarbeit. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass traditionelle Rollenbilder bei einem Teil der jungen Männer weiterhin stark verankert seien und teilweise mit ablehnenden Haltungen gegenüber gesellschaftlichem Wandel einhergingen.
Gleichzeitig betonen die Autorinnen und Autoren der Studie, dass die grosse Mehrheit der jungen Männer nicht in die Kategorie besonders problematischer Männlichkeitsvorstellungen fällt. Die Daten zeigten jedoch, dass entsprechende Einstellungen in einem relevanten Teil der Bevölkerung vorhanden seien und gesellschaftlich ernst genommen werden müssten.