Doppelt hält auch gegen Omikron besser, Booster aber noch mehr

dpa/tafi

3.1.2022

Passanten mit Hygienemasken an der Seepromenade von Lugano nach dem Inkrafttreten der Maskenpflicht in den oeffentlichen, stark frequentierten Bereichen der Stadt Lugano, am Samstag, 27. Maerz 2021. (KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianchi)
Boosterimpfungen erhöhen auch den Schutz vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante: Passanten unterwegs in einer Fussgängerzone mit Maskenpflicht in Lugano.
KEYSTONE

Gegen die Omikron-Variante des Coronavirus sind aktuelle Impfstoffe nur bedingt wirksam. Allerdings erhöhen Booster den Schutz merklich. Die Effektivität hängt dabei von der Impfstoff-Kombination ab.

dpa/tafi

3.1.2022

Als akut gefährdet gelten weiterhin vor allem ungeimpfte Menschen. Aber weil die Omikron-Variante des Coronavirus den Impfschutz teilweise umgeht, können sich auch doppelt Geimpfte leichter infizieren. Nach Ansicht von Experten sind Auffrischimpfungen unbedingt notwendig.

Booster können den Schutz vor symptomatischen Ansteckungen erheblich erhöhen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den eingesetzten Impfstoffen, wie Daten aus Grossbritannien zeigen. Es kommt demnach auf die Impfstoff-Kombination an, wie gut der Schutz vor einer Omikron-Infektion ist.

Wie geht es mit den Impfstoffen weiter?

Die Hersteller wissen, dass ihre Vakzine gegen Omikron weniger wirksam sind und arbeiten bereits an angepassten Impfstoffen. Fachleute und Pharmafirmen erwarten, dass diese im Frühjahr verfügbar sein werden. Geimpfte hätten dann nach einer weiteren an Omikron angepassten Impfung einen breiten Schutz gegen die Variante, sagt etwa der deutsche Virologe Christian Drosten.



Bis die neue Generation von Impfstoffen verfügbar ist, werden die bisher verfügbaren weiterhin eingesetzt. In der Schweiz werden hauptsächlich die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna verimpft. Auch wenn es bislang keine entsprechende Empfehlung vom Bundesamt für Gesundheit oder der Eidgenössischen Kommission für Impffragen gibt: Analysen aus Grossbritannien legen nahe, dass eine Kreuzimpfung beim Boostern am wirkungsvollsten ist. 

Booster nach Pfizer-Impfung

Zwei bis vier Wochen nach der Zweitimpfung bietet der Impfstoff von Pfizer/Biontech einen Schutz von rund 60 Prozent vor einer symptomatischen Erkrankung mit Omikron. Danach nimmt der Ansteckungsschutz deutlich und rasant ab und ist nach sechs Monaten praktisch nicht mehr vorhanden. Zum Vergleich: Gegenüber der Delta-Variante sinkt der Infektionsschutz von anfänglich 90 Prozent im gleichen Zeitraum auf etwas über 60 Prozent.

Mit einem Booster von Moderna lässt sich die Schutzwirkung gegen Omikron wieder auf über 80 Prozent steigern. Fünf bis neun Wochen nach der Boosterimpfung liegt der Schutz noch bei über 70 Prozent. Das sind die besten Werte in der Untersuchung.

Nach zwei Pfizer/Biontech-Impfungen betrage die Schutzwirkung eines Boosters desselben Herstellers gegen eine Erkrankung mit Omikron der Analyse zufolge nach knapp 70 Prozent und gehe innert zehn auf circa 50 Prozent zurück.

Booster nach Moderna-Impfung

Der Impfstoff von Moderna bietet nach zwei bis vier Wochen einen Schutz von rund 50 Prozent vor einer symptomatischen Erkrankung mit Omikron und liegt nach 19 Wochen fast bei null. Zur Wirksamkeit von Boostern nach einer doppelten Moderna-Impfung konnte die britische Studie keine Angaben machen, da der Impfstoff in Grossbritannien bei der ersten Impfkampagne weniger häufig eingesetzt worden war und daher keine ausreichenden Fallzahlen vorlagen.



Allerdings zeigen Daten aus den USA, dass eine Auffrischdosis mit dem Impfstoff von Moderna die Immunabwehr des Körpers gegen Omikron deutlich erhöht. Im Vergleich zu einer Zweifachimpfung sei der neutralisierende Antikörperspiegel nach einem Booster mit der zugelassenen Dosierung um das rund 37-Fache gestiegen, teilte das US-Unternehmen mit. Der Hersteller hatte den Antikörperlevel 29 Tage nach der Boosterimpfung im Labor selbst analysiert.

Boosterimpfung nach einer Dosis Johnson & Johnson

Eine Boosterimpfung nach einer Verabreichung des Einzeldosis-Vakzins von Johnson & Johnson senkt das Risiko einer Klinikeinweisung im Omikron-Ausbruch laut einer Studie in Südafrika offenbar erheblich. Die vorläufige Studie unter 69'000 medizinischen Fachkräften im Land habe ergeben, dass eine zweite Dosis stationäre Behandlungen wegen Covid-19 zu 85 Prozent verhindere, teilte der US-Pharmakonzern mit.

Gemäss vorläufigen Ergebnissen von Labortests in den USA könnte das Vakzin von Johnson & Johnson auch für eine Kreuzimpfung für Personen infrage kommen, die zwei Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech erhalten haben.

Geimpft, genesen, «super-immun»

Forschende vom virologischen Institut der Medizinischen Universität Innsbruck gehen davon aus, dass Menschen, die sowohl geimpft als auch genesen sind, über eine Art «Super-Immunität» verfügen. Darauf deuten Ergebnisse einer Studie hin. Dabei spiele es keine Rolle, ob man nach einer Corona-Infektion doppelt geimpft wurde oder ob es nach einer zweifachen Impfung einen Impfdurchbruch gegeben hat, heisst es in einer Studie, die als Preprint veröffentlicht und noch nicht von unabhängigen Experten überprüft wurde.

Omikron-Infektion nach Impfung soll vor Delta schützen

Eine Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus schützt gemäss Studie vor einer Ansteckung mit der als gefährlicher geltenden Delta-Variante. Besonders bei Geimpften, die sich mit Omikron infiziert haben, entwickelt sich eine verbesserte Immunität gegen Delta. Das geht aus einer von südafrikanischen Wissenschaftlern veröffentlichten Untersuchung hervor.

«Der Anstieg der Neutralisierung der Delta-Variante bei Personen, die mit Omikron infiziert wurden, kann zu einer verminderten Fähigkeit von Delta führen, diese Personen erneut zu infizieren», fassten die Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Studie zusammen.

Südafrika sieht Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten

Südafrika sieht Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten

Südafrika hat gut einen Monat nach Entdeckung der Omikron-Variante des Coronavirus die daraufhin verhängte nächtliche Ausgangssperre und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder aufgehoben.

31.12.2021

Mit Material der Nachrichtenagenturen SDA und dpa.