Ärger am Aargauer Egelsee Dreiste Touristen gefährden Naturschutzgebiet – sogar Nacktshootings finden statt

Dominik Müller

21.1.2026

Obwohl der Egelsee kaum grösser ist als ein Weiher, gilt er als der grösste Natursee, der vollständig im Kanton Aargau liegt.
Obwohl der Egelsee kaum grösser ist als ein Weiher, gilt er als der grösste Natursee, der vollständig im Kanton Aargau liegt.
Wikipedia/Marc Mettmenstetter

Trotz klarer Regeln lassen Besucher immer wieder Rücksicht vermissen: Der Egelsee im Aargau wird zur Belastungsprobe für Mensch und Natur.

Dominik Müller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Egelsee bei Bergdietikon AG wird als Ausflugsziel immer beliebter.
  • Das führt zu zunehmenden Regelverstössen im Naturschutzgebiet.
  • Die Gemeinde reagiert mit verstärkter Kontrolle durch Sicherheitsdienste.

Der Egelsee oberhalb von Bergdietikon AG ist ein beliebtes Ausflugsziel. Und er wird immer beliebter – mit Folgen für das geschützte Gebiet.

Trotz klarer Hinweistafeln missachten viele Besucher die Regeln, berichtet der «Tages-Anzeiger». 141 Mal musste Ruedi Vogel, Aufseher für Naturschutz und Fischerei, 2025 ausrücken, wie der neue Jahresbericht zeigt. Im Vorjahr waren es sogar 225 Kontrollen, berichtete damals die «Limmattaler Zeitung». Vogels Fazit fällt im Jahresbericht deutlich aus: «Einigen Leuten fehlt der Respekt vor unserem schönen Naturschutzgebiet.»

Immer wieder weise er darauf hin, dass man auf den Wegen bleiben muss, Hunde ganzjährig an der Leine zu führen sind und Feuer nur an offiziellen Stellen erlaubt ist. Baden ist zwar erlaubt, «aber nicht mit Schwimmhilfe, Gummiboot oder Luftmatratze», hält Vogel fest.

Zahlreiche Regelverstösse

Ein grosser Teil seiner Arbeit bestehe aus Aufräumen und Putzen – besonders im Sommer rund um die neue Toilette der Gemeinde. Hinzu kommen Regelverstösse: Autos und Mofas trotz Fahrverbot, der Versuch, Zierfische auszusetzen, oder sogar ein Fotoshooting mit Nacktmodel auf einem Steg.

An stark frequentierten Sommerwochenenden wird Vogel nun von zwei Securitas-Mitarbeitenden unterstützt, schreibt der «Tages-Anzeiger». «Die Leute sind zu Fuss, per Velo oder E-Bike unterwegs. Da ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt», wird der Bergdietiker Gemeindeammann Ralf Dörig zitiert.

Zusätzlichen Druck bringe die Parkplatzsituation. Wegen eines Umbaus fallen Parkplätze im Dorfteil Kindhausen bis mindestens 2028 weg.