Grossrat schlägt Alarm Drohne über Aargauer Strom-Knotenpunkt gesichtet

Lea Oetiker

20.11.2025

Die Schaltanlage «Stern von Laufenburg», aufgenommen im Jahr 2014.
Die Schaltanlage «Stern von Laufenburg», aufgenommen im Jahr 2014.
Wikipedia

Eine unbekannte Drohne wurde im Oktober über einem Swissgrid-Knotenpunkt in Laufenburg AG gesichtet. Die Herkunft und Absicht sind unklar. Mitte-Grossrat Daniel Mezzi hat nun eine Interpellation eingereicht.

Lea Oetiker

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Über dem Swissgrid-Knotenpunkt in Laufenburg AG wurde im Oktober eine grosse, unbekannte Drohne gesichtet.
  • Deren Herkunft und Zweck sind noch unklar.
  • Mitte-Grossrat Daniel Mezzi fordert vom Kanton Antworten dazu, wie kritische Infrastrukturen besser vor solchen Vorfällen geschützt werden können.

In letzter Zeit wurden immer wieder Drohnen über Europa gesichtet. Beispielsweise in Kopenhagen oder über einem Nato-Stützpunkt in Belgien. Auch in der Schweiz sind zuletzt unbekannte Drohnen über kritische Infrastrukturen aufgetaucht.

Nun hat Mitte-Politiker Daniel Mezzi eine Interpellation eingereicht. Konkret geht es darum: Im Oktober sollen über einer grossen Schaltanlege des Stromnetzbetreibers Swissgrid in Laufenburg AG grosse Drohnen gesichtet worden sein – wer sie gesteuert hat und mit welchem Ziel, bleibt jedoch unklar, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Es handelt sich um den «Stern von Laufenburg», der 41 Leitungen auf der höchsten Netzebene zusammenführt und als Stromdrehscheibe einen unverzichtbaren Beitrag zur europäischen Energieversorgung leiste, wie Mezzi in einem Vorstoss schreibt.

Drohne soll Durchmesser von 2,5 Meter gehabt haben

Auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» sagte Mezzi, dass die Drohne von mehreren Bauarbeitern gesichtet wurde, ebenfalls von einem Mitarbeiter der Firma Flex Base. Direkt neben dem «Stern von Laufenburg» erstellt diese derzeit ein Technologiezentrum mit einem grossen Batteriespeicher.

Die Drohne hatte einen Durchmesser von rund 2,5 Metern, dies hätten alle Personen laut dem Grossrat übereinstimmend festgestellt. Im Vergleich zu klassischen Foto- oder Video-Drohnen ist dies gross.

Weder das Flugobjekt noch der Pilot, der die Drohne steuerte, konnten bislang identifiziert werden. Wie Swissgrid-Sprecher Gabriele Crivelli gegenüber der «Aargauer Zeitung» erklärt, dürfen Unternehmen derzeit keine eigenen Systeme zur Abwehr unbekannter Drohnen einsetzen. In einer Interpellation verlangt Grossrat Mezzi nun vom Aargauer Regierungsrat Auskunft, wie der Schutz kritischer Infrastrukturen künftig gewährleistet werden soll, schreibt die Zeitung weiter.

Warnungen auch vom Bund

Es ist der erste öffentlich bekannte Vorfall in der Schweiz, bei dem eine der unbekannten Drohnen über einem kritischen Infrastruktur-Standort gesichtet wurde – doch vermutlich waren sie bereits länger im Schweizer Luftraum unterwegs: Im Frühjahr 2025 berichteten Soldaten der Schweizer Armee von Drohnensichtungen während einer Übung über dem Militärgelände von Meiringen BE. 

Auch Bundesrat Martin Pfister warnte schon: Die Schweiz sei sicherheitspolitisch verletzlich – von Drohnenflügen über ungenügende Munitionsreserven bis zum Schutz der künftigen F-35-Standorte. Sicherheit sei Grundvoraussetzung für Wohlstand – die Schweiz müsse stärker in Abwehr und Kooperation mit Partnern investieren.

Pfister räumte zudem ein, dass die Schweiz bei einem Drohnenangriff chancenlos gewesen wäre. Die Schweiz wäre einem solchen Szenario schutzlos ausgeliefert. «Nein, die Drohnen hätten nicht abgeschossen werden können», sagte Pfister im September.