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Am Sonntagabend kam es beim AKW Gösgen zu einem Polizeieinsatz.
sda
Mehrere Drohnen sind am Sonntagabend in der Nähe des AKW Gösgen gesichtet worden. Die Polizei ermittelt wegen möglicher Verstösse gegen die Flugverbotszone. Für das Kraftwerk bestand laut Betreiber zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Mehrere Drohnen haben am Sonntagabend einen Polizeieinsatz beim Atomkraftwerk Gösgen ausgelöst. Ein Anwohner meldete gegen 22.30 Uhr mindestens sieben Drohnen, die in Richtung des Kraftwerks flogen.
Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt den Vorfall gegenüber SRF. Derzeit werde abgeklärt, wie viele Drohnen tatsächlich unterwegs waren und welche Flugroute sie genommen haben. Dazu steht die Polizei unter anderem mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), Fedpol sowie den Nachbarkantonen im Austausch.
Nach Angaben des AKW Gösgen war die Sicherheit der Anlage zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Das Gelände sei nach dem Vorfall zwar verstärkt überwacht worden, zur konkreten Drohnenabwehr äussert sich das Kraftwerk aus Sicherheitsgründen jedoch nicht.
«Die Bedrohung durch Drohnen schätzen wir derzeit im Hinblick auf die nukleare Sicherheit als vernachlässigbar ein», sagt Informationsleiter Max Brugger gegenüber SRF. Das Kraftwerk sei so gebaut, dass es selbst dem Absturz eines grossen Flugzeugs standhalten würde.
Rund um das AKW gilt eine Flugverbotszone. Trotzdem dürfen Betreiber Drohnen nicht eigenmächtig vom Himmel holen.
Wie der Drohnenexperte Stefan Hunziker gegenüber SRF erklärt, kommen dafür spezielle Abwehrsysteme der Polizei zum Einsatz. Dazu gehören sogenannte Jammer, welche die Funk- oder GPS-Verbindung einer Drohne stören. Einige Polizeikorps verfügen zudem über Netzwerfer, mit denen Drohnen eingefangen werden können. Deren Reichweite beträgt allerdings lediglich rund 50 bis 70 Meter.
Der Vorfall reiht sich in mehrere ähnliche Drohnensichtungen der vergangenen Wochen ein.
Anfang Juli wurden unbekannte Drohnen über einer Militärkaserne in Jassbach BE sowie beim Militärflugplatz Meiringen gesichtet. Bereits im Herbst 2025 sorgten Drohnen über der wichtigen Stromschaltanlage in Laufenburg AG für Diskussionen. Damals stellte sich später heraus, dass eine private Firma im Auftrag von Swissgrid die Stromleitungen kontrollierte und der Flug bewilligt war.
Ob auch hinter der aktuellen Sichtung bei Gösgen ein harmloser Hintergrund steckt oder tatsächlich gegen die Flugverbotszone verstossen wurde, ist derzeit noch offen.