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Jetzt meldenDie Trockenheit in der Schweiz verschärft sich weiter. Nach einem aussergewöhnlich trockenen Frühling und mehreren Hitzewellen sinken Wasserstände, Böden trocknen aus und die Wassertemperaturen steigen. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.
Die Trockenheit in der Schweiz verschärft sich weiter. Zwar brachten einzelne Gewitter zuletzt regional etwas Regen, doch laut der Nationalen Trockenheitsplattform des Bundes entspannte sich die Lage dadurch nur kurzfristig. Besonders auf der Alpennordseite und im Wallis dürfte sich die Dürre in den kommenden Wochen weiter verstärken.

Schweizerische Trockenheitsplattform
Die Schweiz erlebt derzeit eine der markantesten Trockenperioden seit Beginn der Messungen. Bereits das Frühjahr verlief aussergewöhnlich trocken, und auch die Gewitter der vergangenen Tage konnten die Situation nur regional und kurzfristig entschärfen. Laut der Nationalen Trockenheitsplattform des Bundes hält die Trockenheit in der ganzen Schweiz an.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Niederschlägen. Auf der Alpennordseite und im Wallis fielen in den vergangenen 90 Tagen teilweise bis zu 61 Prozent weniger Niederschläge als im langjährigen Durchschnitt. Auch über einen Zeitraum von 30 Tagen bestehen in weiten Teilen des Landes erhebliche Defizite.
Nach Einschätzung von MeteoSchweiz ist vorerst keine grundlegende Wetterumstellung in Sicht. Zwar können lokale Gewitter punktuell etwas Regen bringen, längere Niederschlagsphasen werden aber weiterhin nicht erwartet.
Auch wenn Gewitter stellenweise grosse Regenmengen bringen, lösen sie das Problem nicht nachhaltig. Sie treten meist lokal auf und entlasten nur einzelne Regionen. «Entscheidend ist die Niederschlagssumme über mehrere Wochen», erklärte Meteorologe Quirin Beck im Mai gegenüber blue News.
Die Böden müssten langsam wieder durchfeuchtet werden, damit das Wasser in tiefere Schichten einsickern könne. Ideal seien regelmässige, moderate Niederschläge über zwei bis vier Wochen statt kurzer, intensiver Starkregen.
Nach Angaben des Bundes wären mehrere Tage oder sogar Wochen mit flächendeckendem Landregen nötig, damit sich Böden, Grundwasser und Gewässer nachhaltig erholen können. Ein solches Wetterereignis zeichnet sich derzeit jedoch nicht ab.
Die Auswirkungen sind inzwischen in vielen Gewässern sichtbar. Zahlreiche Flüsse führen deutlich weniger Wasser als für diese Jahreszeit üblich. Besonders betroffen sind der Jura sowie das zentrale und westliche Mittelland.
Auch mehrere Seen weisen ungewöhnlich tiefe Wasserstände auf. Dazu gehören unter anderem der Bodensee, der Walensee und der Zugersee. In den Alpen ist die Schneeschmelze zudem früher als üblich abgeschlossen, weshalb zusätzliches Schmelzwasser fehlt.
Gleichzeitig sinken vielerorts auch die Grundwasserstände und Quellschüttungen, also das Volumen des aus einer Quelle austretenden Wassers in einer bestimmten Zeit. Kurz gesagt: Es tritt weniger Wasser aus den Quellen. Vor allem oberflächennahe Grundwasservorkommen reagieren rasch auf ausbleibende Niederschläge und zeigen bereits deutlich tiefere Werte.

Der Bodensee steht derzeit auf einem Rekordtief für diese Jahreszeit.
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Die Landwirtschaft spürt die Folgen bereits seit Monaten.
Wie blue News schon Anfang Mai berichtete, fehlt vielen Kulturen die notwendige Bodenfeuchtigkeit. Besonders junge Pflanzen wie Mais, Zuckerrüben oder frisch angesätes Gras keimen schlechter oder wachsen langsamer. Auch Wiesen liefern weniger Futter für Nutztiere.
Die Situation hat sich inzwischen weiter verschärft. Laut Trockenheitsplattform besteht in weiten Teilen der Schweiz inzwischen ein erhebliches bis sehr grosses Bodenfeuchtedefizit. Landwirte sind vielerorts auf zusätzliche Bewässerung angewiesen.
In mehreren Gemeinden gelten deshalb bereits Einschränkungen bei der Wasserentnahme oder Spar-Appelle.

Die Birs musste streckenweise gesperrt werden, damit sich die Fische erholen können.
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Noch ist die Trinkwasserversorgung schweizweit gewährleistet. Dennoch beobachten Behörden die Entwicklung genau.
Das BAFU weist darauf hin, dass insbesondere kleinere Wasserversorgungen bei anhaltender Trockenheit unter Druck geraten können. Deshalb entscheiden Kantone und Gemeinden je nach regionaler Lage über Wasserentnahmeverbote oder Einschränkungen.
Mit den austrocknenden Böden steigt gleichzeitig auch die Waldbrandgefahr. Mehrere Regionen haben ihre Warnstufen bereits erhöht. Wie hoch das Risiko ausfällt, hängt stark davon ab, ob in den kommenden Wochen flächendeckender Regen fällt.
Der Bund überwacht deshalb laufend Wasserstände, Bodenfeuchte, Grundwasser und Waldbrandgefahr.
Nach Einschätzung der Bundesbehörden dürfte sich die Trockenheit zunächst weiter verschärfen.
Die Wetterprognosen zeigen erneut steigende Temperaturen. Gleichzeitig sind weiterhin keine längeren Niederschlagsphasen in Sicht. Einzelne Gewitter können die Situation lokal kurzfristig entschärfen, reichen aber nicht aus, um die Defizite auszugleichen.
Die Nationale Trockenheitsplattform erwartet deshalb, dass sowohl die Bodenfeuchtigkeit als auch die Wasserstände vieler Gewässer weiter zurückgehen. Auch das BAFU rechnet damit, dass die Niedrigwassersituation anhält oder sich teilweise noch verschärft.
Entscheidend bleibt deshalb, wann wieder über mehrere Tage oder Wochen ergiebiger Regen fällt.