Sturzflut im Emmental

Die Gäste hatten vier Minuten, um sich in den 1. Stock zu retten

aru

5.7.2022

Hochwasserwarnung für Emme-Ufer

Hochwasserwarnung für Emme-Ufer

Der Bund erliess am Montagnachmittag eine Hochwasserwarnung für die Ufer der Emme zwischen dem Raum Langnau im Emmental BE und der Gegend von Utzenstorf BE. Es bestehe die Gefahr einer Flutwelle. Es gebe in dieser Region bereits Überschwemmungen, hiess es auf der Alertswiss-Internetseite.

05.07.2022

In den Kantonen Bern, Luzern und Obwalden sind nach Unwettern weite Gebiete überschwemmt worden. Besonders betroffen war das Emmental und der Gasthof Kemmeriboden-Bad. Wie hoch der Schaden ist, kann noch nicht beziffert werden.

aru

5.7.2022

Noch heute sind die Nachwirkungen des Gewitters, das am Montag über die Schweiz gezogen ist, sichtbar. Besonders im bernischen Schangnau. Dort wurde der Gasthof Kemmeriboden-Bad überflutet. Verletzt wurde niemand, da sich Personal und Gäste rechtzeitig im Obergeschoss in Sicherheit bringen konnten.

Zum «Blick» sagt Reto Invernizzi, der Wirt des Kemmeriboden, dass es sich um eine kurze Sache gehandelt habe. «Wir hatten etwa vier Minuten Zeit, um die Gäste in Sicherheit zu bringen.» Generell sei das Unwetter eine kurze Sache gewesen. «Eine halbe Stunde später war wieder das schönste Wetter.»

Er sei allen dankbar, die beim Wiederaufbau helfen. «Dies zeigt mir, dass wir eine gesunde Region haben.» Wie lange es geht, sei schwierig abzuschätzen. Eines steht jedoch fest, denn der Schaden ist immens: «Wir haben die Handlungsfähigkeit verloren.»

An einer Medienkonferenz sagte die Berner Regierungsstatthalterin über das Unwetter, dass es gleich oder schlimmer als jenes war, das die Region 2014 heimgesucht hatte.

Auch der Gemeindepräsident Beat Gerber habe sich gleich ins Jahr 2014 zurückversetzt gefühlt. Er sei der Bevölkerung dankbar, dass diese so gefasst reagiert habe.

Heuer habe es weniger Erdrutsche gegeben, wie Georg Heim, Berater des regionalen Führungsorgans, an der Medienkonferenz sagte. Eine solche Überschwemmung sei im Einzugsgebiet der Emme sehr selten – es komme lediglich alle 50 Jahre vor.

Zudem seien nach dem Unwetter 2014 mehrere bauliche Massnahmen ergriffen worden. Zu «20 Minuten» sagte der Gemeindepräsident dennoch: «Ein solches Ereignis lässt sich mit baulichen Massnahmen nicht bewältigen – man wird so oder so Schäden verbuchen.»

Erinnerungen an das Jahr 2014 werden wach. Damals wurde das Emmental ebenfalls von einer Flut getroffen.
Keystone

Obwohl die Wassermassen heute schon wieder verschwunden sind, ist es schwierig, den genauen Schaden abzuschätzen. Wanderwege und manche Strassen sind noch heute gesperrt.

Nicht nur das Emmental ist von der Flut heimgesucht worden. Auch in den Kantonen Luzern und Obwalden kam es zu Überschwemmungen.