Emmanuel Macron lädt Guy Parmelin aus

lmy

19.9.2021

Le President de la Confederation Guy Parmelin, reagit en arrivant en gare de Lausanne lors d'une reception en son honneur en terre vaudoises suite a son election le vendredi 10 septembre 2021 a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Bundespräsident Guy Parmelin ist in Paris nicht willkommen. (Symbolbild)
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Der Besuch von Guy Parmelin in Paris ist seit einem halben Jahr geplant. Doch nun sagt Emmanuel Macron das Treffen ab – weil sich die Schweiz für Kampfjets aus den USA entschieden hat.

lmy

19.9.2021

Emmanuel Macron ist dieser Tage nicht gut drauf. Gerade hat er die französischen Botschafter aus den USA und Australien zurückgerufen. Die beiden Länder hatten mit Grossbritannien ein Sicherheitsabkommen getroffen und damit die EU düpiert, zudem ist Australien von einem vereinbarten U-Boot-Kauf von Frankreich zurückgetreten.

Nun hat Macron auch ein Treffen mit Bundespräsident Guy Parmelin abgesagt, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Der Besuch wird seit einem halben Jahr geplant und sollte im November stattfinden. Zudem wolle Paris keine hochrangigen bilateralen Kontakte mit Bern bis nächsten Sommer. 

epa07015025 French President Emmanuel Macron (R) escorts Swiss Federal President Alain Berset (L) as he leaves the Elysee Palace in Paris, France, 12 September 2018. EPA/IAN LANGSDON
Das letzte Treffen auf der höchsten Ebene: Im September 2018 besuchte Alain Berset als Schweizer Bundespräsident seinen französischen Kollegen.
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Das belastet nicht nur die Beziehungen zwischen den beiden Ländern, sondern auch das Verhältnis der Schweiz zur EU, in der Frankreich im ersten Halbjahr 2022 die Ratspräsidentschaft übernimmt.

Konzessionen von Frankreich

Anfang Juli hatte Verteidigungsministerin Viola Amherd bekanntgegeben, dass die Schweiz den US-Kampfjet F-35 von Lockheed Martin kaufen will. In der Endausscheidung standen auch der französische Rafale und der europäische Eurofighter.

Macron denke bereits an die Wahlen um die Präsidentschaft im kommenden April, vermutet die «SonntagsZeitung». Der Präsident wollte die verlorenen Waffengeschäfte nicht ohne scharfe Reaktion hinnehmen. Zudem habe sich Frankreich über die Schweizer Verhandlungstaktik geärgert. Das Land habe grosse Konzessionen gemacht, auch im Steuerbereich, und ein Unterstützung in EU-Fragen angeboten.



Das Wirtschaftsministerium von Bundespräsident Parmelin sagt der «SonntagsZeitung», dass der Besuch noch nicht definitiv vereinbart wurde und es sich also nicht um die Absage eines bestätigten Termins handle. Die Kontakte aur Arbeitsebene und über die Botschaften würden «unabhängig von der Besuchsdiplomatie auf der obersten Ebene» weitergeführt.