Coronavirus

Epidemiologe Marcel Salathé rät ab von zu schnellen Öffnungen

sda

13.3.2022 - 06:34

Marcel Salathe, Professor EPFL, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Lancierung der SwissCovid App und das Vollzugsmonitoring COVID-19, am Donnerstag, 25. Juni 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Marcel Salathé befürwortet eine vierte Impfung um sich auf eine weitere Corona-Welle im Herbst vorzubereiten. (Archivbild)
Bild: Keystone/Peter Klaunzer

Marcel Salathé fürchtet, dass das Coronavirus die Welt noch einige Male überraschen wird. Der Epidemiologe warnt deshalb davor, die Maskenpflicht ganz aufzuheben, und fordert eine neue Impfkampagne.

sda

13.3.2022 - 06:34

Die wieder rasch steigenden Fallzahlen in der Corona-Pandemie sind nach Ansicht des Epidemiologen Marcel Salathé besorgniserregend. Der Bundesrat sollte mit weiteren Öffnungsschritten noch zuwarten, sagte Salathé in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Corona-Pandemie sei noch nicht vorüber. Und er fürchte, das das Virus die Welt noch einige Male überraschen werde. Die Sterblichkeit und die Hospitalisierungsrate seien dank der Impfung und der fortschreitenden Immunisierung der Gesellschaft zwar tief.

Zudem sei das Risiko, an Corona zu sterben heute gleich oder kleiner als bei einer normalen Grippe, sagte der Wissenschaftler weiter. Doch das Virus verbreite sich derart stark, dass die Todesfälle und Spitaleinweisungen wieder zunehmen dürften.

Überdies seien die langfristigen Folgen einer Infektion noch nicht bekannt. Studien zeigten, dass eine Covid-19-Infektion das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte. Er rate, vor diesem Hintergrund, vorsichtig zu bleiben.

Weiterhin Maskenpflicht in ÖV

Bei den momentanen Zahlen würde er mit der totalen Aufhebung der Maskenpflicht in Zügen und Bussen noch zuwarten. Die Isolationspflicht sollte ebenfalls beibehalten werden, bis die Zahlen wirklich tief seien, sagte Salathé.

Um sich auf eine weitere Corona-Welle im Herbst vorzubereiten, sei eine vierte Impfung für grosse Teile der Bevölkerung ins Auge zu fassen. Risikogruppen sollten sich damit vor schweren Verläufen schützen können. Und alle anderen könnten einen neuen temporären Infektionsschutz aufbauen und so die nächste Welle flacher halten.

Auch müsse eine Maskenpflicht in Innenräumen eine mögliche Massnahme bleiben, sagte Salathé weiter. Zudem sollten Spitäler durch eine gute Planung Kapazitäten schaffen. «Saubere Innenluft muss in öffentlichen Gebäuden eine Selbstverständlichkeit werden», sagte der Epidemiologe. Und es brauche eine gute und schnelle Infektionskontrolle zum Beispiel mit der Swiss-Covid-App.

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