«Mit viel Privatsphäre»Epstein soll sich für Luxus-Villen in der Schweiz interessiert haben
Sven Ziegler
4.2.2026
Die Villa Rose am Vierwaldstättersee gehörte damals Marc Rich.
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Neue Dokumente aus den Epstein-Files zeigen: Der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein liess sich auch über exklusive Immobilien in der Zentralschweiz informieren. Darunter: die bekannte «Villa Rose» in Meggen sowie eine herrschaftliche Liegenschaft im Kanton Zug.
Die neuen Epstein-Files werfen auch ein Schlaglicht auf mögliche Immobilieninteressen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in der Schweiz. Aus den veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass Epstein Informationen zu hochpreisigen Liegenschaften in der Zentralschweiz erhielt – darunter die «Villa Rose» in Meggen am Vierwaldstättersee, wie zunächst die «Luzerner Zeitung» berichtete.
In einer E-Mail aus dem Jahr 2010 informierte der damalige US-Sportfunktionär David Stern Epstein über das frühere Anwesen des Rohstoffhändlers Marc Rich. Stern schrieb, der Kauf könne «schnell und ohne Agentur» abgewickelt werden, da er Rich gut kenne. Zudem hob er hervor, die Villa biete «Hochsicherheitsanlagen und Privatsphäre».
Am Ende der Nachricht fragte Stern schlicht: «Any interest?»
Nachfrage ohne Antwort
Einige Tage später erkundigte sich Epstein gemäss den Akten, ob sich in Bezug auf Richs Haus etwas ergeben habe. Eine Antwort darauf findet sich in den veröffentlichten Unterlagen nicht. Ein Jahr später meldete sich Stern erneut bei Epstein und schrieb, Rich plane einen Umzug nach London. Dessen Tochter habe ihm gesagt, Rich wolle seine Schweizer Häuser – jenes in St. Moritz und jenes in Meggen – verkaufen.
Zu einem Erwerb durch Epstein kam es jedoch nicht. Das Anwesen in Meggen wechselte später den Besitzer: Seit 2014 gehört die «Villa Rose» dem kanadischen Kunstsammler Robert Landau.
Überraschung bei Immobilienberaterin
Auch eine herrschaftliche Liegenschaft im Kanton Zug wird in den Akten erwähnt. Ein Immobilienunternehmen beschrieb David Stern ein Objekt am Zugersee, nachdem dieser entsprechendes Interesse signalisiert hatte. Stern leitete die Nachricht anschliessend – ohne Wissen des Unternehmens – an Epstein weiter und merkte an, Epstein sei «an solchen Objekten interessiert».
Die Immobilienberaterin, die damals mit Stern in Kontakt stand, zeigte sich auf Anfrage der «Luzerner Zeitung» überrascht darüber, dass ihr Name in den Epstein-Files auftaucht. Sie bestätigte zwar, von Stern kontaktiert worden zu sein, erklärte aber, sie habe weder zu der Zuger Liegenschaft noch später eine Rückmeldung erhalten. Von einem Kontakt zwischen Stern und Epstein habe sie nichts gewusst.
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