Genfer Virologin

«Es kommt keine Welle auf uns zu, sondern eine Omikron-Wand»

dor

22.12.2021

Prof. Isabella Eckerle, Leiterin Zentrum fuer Viruserkrankungen, Universitaetsspital Genf, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Situation des neuen Coronavirus (2019-nCoV) im Medienzentrum Bundeshaus in Bern, am Dienstag, 28. Januar 2020. Das neue Coronavirus, das eine Lungenentzuendungsepidemie verursacht, hat in China bereits 106 Menschen getoetet und mehr als 4'000 infiziert, so der juengste Bericht der Behoerden des Landes. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Professorin Isabella Eckerle, Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf und der Universität Genf. (Archiv)
Bild: Keystone

Die Corona-Fallzahlen gehen momentan langsam zurück, doch das dürfte nur die Ruhe vor dem Sturm sein, wie das BAG befürchtet. Die Genfer Virologin Isabella Eckerle prognostiziert anhand der Omikron-Entwicklung  eine steil steigende Kurve. 

dor

22.12.2021

Die Corona-Fallzahlen sind in der Schweiz aktuell leicht rückläufig, hierzulande wird aber nach wie vor eine der weltweit höchsten Inzidenzraten verzeichnet – und es herrscht Alarmbereitschaft, wie in ganz Europa.

«Da kommt keine Welle auf uns zu, sondern eine Omikron-Wand», sagt die Virologin Isabella Eckerle dem «Blick». Wie andere Länder befände sich auch die Schweiz auf der gleichen steilen Kurve nach oben. «Allein in unserem Zentrum in Genf haben wir innerhalb einer guten Woche einen Anstieg von null auf 20 Prozent Omikron-Fälle bei der Nachtestung aller positiven Proben gesehen», sagte die Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf und an der Universität Genf. Das sei ein exponentielles Wachstum.



Niedrige Impfquote bereitet Sorgen

Sorge bereite Eckerle auch die vergleichsweise niedrige Impf- und Boosterquote in der Schweiz, schreibt die Zeitung weiter. Die Impfquote von 67 Prozent sei laut Eckerle geringer als in den Nachbarländern – vor allem sei auch die Rate an erfolgten Booster-Dosen mit nur 18 Prozent noch «sehr gering».

Es sehe aber so aus, als brauche es «wirklich diese dritte Impfung, um gegen Omikron geschützt zu sein», erklärte Eckerle. Jetzt müsse geboostert werden, «was das Zeug hält», sagte die Virologin. Auch müssten weitere Kontaktbeschränkungen angedacht werden.

Die Delta-Welle habe die Spitäler stark strapaziert, die Patienten aus dieser Welle seien vielerorts sogar noch im Spital, so Eckerle. Wenn dazu jetzt noch eine Welle an Omikron komme, dann werde es für die Spitäler «wirklich nicht mehr zu schaffen sein», warnte die Professorin.