Serbe erschiesst Schwiegerenkelin Xenia K.«Es war keine Notwehr, sondern eine eiskalte Hinrichtung»
Samuel Walder
25.3.2025
Das Obergericht Zürich. Hier wird der Berufungsprozess verhandelt. (Archivbild)
Bild:Keystone/Ennio Leanza
Er erschoss seine Schwiegerenkelin kaltblütig – nun will der 79-jährige Täter ein milderes Urteil. Am Dienstag verhandelt das Obergericht Zürich seine Berufung im aufsehenerregenden Fall Xenia K.
Ein 79-jähriger Serbe, der 2024 wegen Mordes an seiner Schwiegerenkelin Xenia K. zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, hat Berufung eingelegt.
Der Täter verstrickte sich in widersprüchliche Aussagen, doch Gutachten widerlegten seine Verteidigung. Das Gericht sprach von einer «eiskalten Hinrichtung».
Neben dem Mord wurde er wegen Sozialhilfebetrugs und illegalen Waffenbesitzes verurteilt, zeigt aber keine Reue.
Am Dienstag steht ein 79-jähriger Serbe vor dem Obergericht Zürich. Der Fall «Xenia K.» wurde gross in den Schweizer Medien abgehandelt. Nun hat der bereits verurteilte Mörder Berufung eingereicht.
Der 79-jährige Täter wurde bereits im Jahr 2024 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seine Schwiegerenkelin *Xenia K., die damals 32 Jahre alt war, erschossen hat. Das Clan-Oberhaupt wollte die dreifache Mutter zurück nach Serbien holen: Als sie sich weigerte, zog er die Waffe und drückte ab. Ihre jüngste Tochter musste die Tat mit ansehen.
Der Angeklagte verstrickte sich in Widersprüche
Der vorsitzende Richter liess an der Brutalität der Tat keinen Zweifel: «Es war keine Notwehr, sondern eine eiskalte Hinrichtung.» Der Angeklagte versuchte, sich mit widersprüchlichen Versionen zu verteidigen: Erst behauptete er, Xenia K. habe ihn zu erwürgen versucht.
Dann soll sie ihn mit einem grossen Messer angegriffen haben – mit den Worten, sie wolle «Gulasch aus ihm machen». Später hiess es, sie habe ihn bereits vor dem Haus attackiert.
Doch die wissenschaftlichen Gutachten widerlegten alle diese Geschichten. Der Richter fand deutliche Worte: «Sie haben einer jungen Mutter das Leben genommen, ohne Rücksicht auf Ihre drei Urenkel und den Rest der Familie. Das zeugt von einer Arroganz, die man selten sieht.»
Auch Sozialhilfebetrug und illegale Waffen
Neben dem Mord war der Serbe auch in weitere Verbrechen verwickelt. Er hatte 250'000 Franken Sozialhilfe erschlichen, während er sich in Serbien ein komfortables Leben machte. Ausserdem führte er eine illegale Waffe mit hoher Zerstörungskraft in die Schweiz ein.
Das Urteil ist eindeutig: 20 Jahre Haft, 15 Jahre Landesverweis und hohe Entschädigungszahlungen an die Angehörigen des Opfers. Doch selbst während der Urteilsverkündung zeigte der Täter keine Reue: Wütende Zwischenrufe begleiteten die Worte des Richters – bis ihm mit Rauswurf aus dem Gerichtssaal gedroht wurde.
Am Dienstag ist blue News live im Gerichtssaal dabei und berichtet über den Berufungsprozess.