«Das Impfzertifikat ist wichtig, um eine Normalität herzustellen»

lmy/uri

30.3.2021

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt fuer Gesundheit BAG, spricht an einem Point de Presse mit Fachexperten des Bundes zur Corona-Pandemie Covid-19, am Dienstag, 02. Februar 2021, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG.
Keystone/Anthony Anex

Das Covid-19-Zertifikat soll bis im Sommer kommen, ab nächster Woche stehen Selbsttests zur Verfügung: Darum ging es beim wöchentlichen Corona-Lagebericht des Bundesamts für Gesundheit.

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30.3.2021

Wichtige Themen beim Point de Presse waren die Corona-Lage vor Ostern, der Fortschritt der Impfkampagne, die bald verfügbaren Schnelltests und das Impfzertifikat.

Man habe den 1. April als Startdatum für die Abgabe von Selbsttests anvisiert, sagt Martine Ruggli, Präsidentin des Apotheken-Verbands Pharmasuisse. Das habe man aus logistischen Gründen leider nicht geschafft. Ab 7. April sind diese verfügbar, man bitte aber die Leute, nicht sofort die Apotheken zu stürmen. Die Krankenkassen prüften, dass niemand mehr als fünf Tests pro Monat abhole.

Mehrfach betont wurde, dass man sich weiter an die Massnahmen halten solle und ein negatives Ergebnis bei einem Schnelltest eine Momentaufnahme sei, die nur 24 Stunden gelte.

Der Impfpass – respektive Covid-19-Zertifikat – soll bis im Sommer kommen, verspricht Patrick Mathys. Man arbeite mit Hochdruck daran. Es sei wichtig, um eine Normalität herzustellen.

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  • 15.09 Uhr
    Ende des Point de Presse

    Die Medienkonferenz ist nun fertig.

  • 15.08 Uhr
    Was macht man gegen Mutationen?

    Was hat man sich bezüglich der Mutationen des Virus überlegt? Je mehr Viren zirkulieren, desto mehr Mutationen gibt es, so Mathys. Darum müsse man die Zahlen weltweit möglichst tief halten. Gegen Varianten könnten Impfungen nicht mehr so gut oder gar nicht mehr schützen. Darum sei es wichtig, dass man mRNA-Impfstoffe habe, die sehr schnell angepasst werden können. Man habe vorgesorgt und sich zahlreiche Impfdosen bestellt, die eventuell schon angepasst kommen.

  • 15.04 Uhr
    Wie sinnvoll ist das Covid-19-Zertifikat?

    Ein Journalist will wissen, ob das Covid-19-Zertifikat auch für Personen gelten kann, die etwa eine Covid-Erkrankung durchgemacht haben. Ausserdem sei zu befürchten, dass es eine falsche Sicherheit suggeriere, weil Leute sich ja in einzelnen Fällen auch nach einer Impfung wieder anstecken könnten.

    Mathys sagt dazu, das Zertifikat sei offen gestaltet. Es könne also auch für Leute gelten, die eine Infektion durchgestanden hätten. Auch gewährleiste eine Impfung nicht, dass man sich nicht wieder anstecken könne. Dafür gebe es genug Beispiele. Trotzdem sei das Zertifikat natürlich wichtig, um wieder eine «Normalität» herzustellen.

  • 15.02 Uhr
    Kommt eine Verschärfung?

    Patrick Mathys meint, dass die Zahlen momentan nach einer Verschärfung aussähen und in Nachbarländern die dritte Welle bereits begonnen habe. Man hoffe aber, dass man mit Testen und Impfen die Zahlen kontrollieren könne, es sei aber schwierig abzuschätzen, wie rasch eine Zunahme stattfinden könnte. «Das sind aber Hoffnungen und Wünsche, die Realität um uns herum sieht anders aus», schliesst Mathys.

  • 15.00 Uhr
    Selbsttests aus dem Ausland

    Was ist die Empfehlung für Selbsttests aus dem Ausland – soll man diese wegschmeissen? Sicher nicht, meint Ruggli, jeder Test, der etwas anzeige, sei wertvoll. Man wisse aber nicht, wie zuverlässig die Tests aus dem Ausland seien. Ein negativer Test erspare es einem auf keinen Fall, die Massnahmen einzuhalten.

    Mathys ergänzt, dass in Schweiz zugelassene Tests einen Standard erfüllten, den man bei Tests aus dem Ausland oder aus dem Internet nicht garantieren könne. Man solle lieber abwarten, bis die Selbsttests in der Schweiz verfügbar seien.

  • 14.57 Uhr
    Wie gut sind Selbsttests?

    Ein Journalist will wissen, ob man mit Selbsttests nicht riskiere, Fälle zu verpassen. Selbsttests seien nicht so sensitiv, sagt Ruggli. Das sei klar. Sie seien trotzdem wertvoll und es sei auch sinnvoll, sie zu Hause zu haben. Man würde schon viel erreichen, wenn man Leute identifiziere, die eine hohe Viruslast aufweisen würden. Wenn ein Selbsttest dann positiv sei, werde man natürlich ohnehin einen PCR-Test nachziehen.

  • 14.54 Uhr
    Was ist mit den Kindern?

    Lange hiess es, Kinder würden Corona nicht übertragen. Gilt das immer noch? Hauri sagt, dass es zu mehr Fällen in Schulen gekommen sei. Man habe festgestellt, dass die Übertragungen in der Schule gering sind, die Infektionen kommen eher von ausserhalb. Es sei nicht problematisch, Schulen seien keine Hotspots, Übertragungen in die Familie eher selten. Mathys ergänzt, dass die jüngere mobile Bevölkerung nach wie vor der Haupttreiber der Übertragungen sei.

  • 14.51 Uhr
    Warum keine Spuck-Selbsttests in den Läden?

    In Österreich und Deutschland können bereits Spuck-Selbsttests im Geschäft gekauft werden. In der Schweiz jedoch nicht. Eine Journalistin will wissen, warum. Gattoni sagt, man habe in der Schweiz diesbezüglich hohe Anforderungen. Man müsse solche Tests noch weiter validieren, um sie in der Schweiz zulassen zu können. 

  • 14.48 Uhr
    Einfachere Logistik 

    Wird die Impfkampagne durch die neuen Lagerbedingungen für den Impfstoff von Pfizer beschleunigt? Wenn die Voraussetzungen angepasst werden, dann sei die Logistik einfacher und es gebe eine Erleichterung, so Rudolf Hauri. Dann könne man prüfen, ob man Arztpraxen und Apotheken noch mehr einbeziehen könne.

  • 14.45 Uhr
    Zur brasilianischen Mutante

    Mathys sagt, einschneidende Massnahmen wie das Abschneiden von Reisen von und nach Brasilien sei nur auf europäischer Ebene zu lösen. Das Gesundheitssystem in Brasilien sei «schlecht» und vor dem «Kollaps». Wenn sich die europäischen Nachbarn für ein gemeinsames Vorgehen in Bezug auf Brasilien entscheiden würden, schliesse er entsprechende Massnahmen der Schweiz nicht aus. Das Reiseverhalten von und nach Brasilien sei aber bereits stark eingeschränkt.

  • 14.43 Uhr
    «Leider haben wir es nicht rechtzeitig geschafft»

    Die Tests werden am 7. April zur Verfügung stehen – zu spät für Ostern. Warum? Leider war es nicht möglich, per 1. April fertig zu sein, so Ruggli. Hersteller und Grossisten konnten nicht in so kurzer Zeit alle Apotheken in der Schweiz abdecken, zumal alles umgepackt wird. Sie bedauert, dass man es nicht vor Ostern geschafft habe. Man solle sich stattdessen in Apotheken und Testzentren testen lassen, dort gebe es noch gewisse Kapazitäten.

  • Kann man den Bezug von fünf Dosen kontrollieren?

    Ruggli sagt, man appelliere an die Bevölkerung, dass sie sich solidarisch verhalte und nur fünf Selbsttests im Monat beanspruche. Allerdings könne man über das System ersehen, wie viele Tests eine Person bekommen habe und könne auch einen weiteren Bezug in den Apotheken dann auch verhindern. 

  • 14.35 Uhr
    Impfpass soll im Sommer kommen

    Wann kommt der Impfpass? Wird der rechtzeitig für die grossen Veranstaltungen im Sommer kommen? Man arbeite mit Hochdruck am Covid-19-Zertifikat, sagt Mathys, es soll im Sommer bereitstehen.

  • 14.33 Uhr
    Entwickelt die Schweiz einen eigenen Impfpass?

    Die EU gebe einheitliche Rahmenbedingungen vor, die Umsetzung liege aber bei den einzelnen Staaten, diese umzusetzen, sagt Nassima Mehira. So mache es auch die Schweiz. Es werde also keinen einheitlichen EU-Impfpass geben.

  • 14.31 Uhr
    Fragerunde beginnt

    Die Fragerunde beginnt. Ein Journalist fragt, ob Schnelltests mehr als vor 24 Stunden vor einem Treffen wirklich sinnlos seien. Wichtig ist laut Patrick Mathys, dass man sich an die Massnahmen halte, und betont, dass ein Schnelltest immer nur eine Momentaufnahme sei.

  • 14.30 Uhr
    Über 100'00 Impfungen am Tag möglich

    Laut dem Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri funktioniert das Contact Tracing in den Kantonen. An Primarschulen sei es zu einzelnen Ausbrüchen gekommen, die aber eher von aussen in die Klassen geschleppt worden seien.

    Das repetitive Testen zum Beispiel in Betrieben sei wichtig, der Aufwand sei hoch, aber es lohne sich. Priorität habe immer das Hot-Spot-Management. Selbsttests seien für repetitive Tests nicht geeignet, könnten im Alltag aber ergänzend zu Schutzmassnahmen Sinn ergeben.

    Hauri liefert einige Zahlen aus dem Kanton Zug: Alle Schüler in Zug würden zweimal wöchentlich getestet, ebenfalls einige Alters- und Pflegeheime, wo laufend mehr Institutionen dazu kommen. Um die 20'000 Kantonen würden so repetitiv getestet im Kanton.

    Die Impfkapazitäten stehen in allen Kantonen bereit, so Hauri. Sobald die grossen Lieferungen eintreffen, könnten täglich deutlich über 100'000 Impfungen verabreicht werden.

  • 14.25 Uhr
    So funktioniert der Selbsttest

    Martine Ruggli von PharmaSuisse freut sich, dass Selbsttests ab nächsten Mittwoch in allen Schweizer Apotheken verfügbar sind. Es sei aber wichtig, dass nicht alle am ersten Tag in die Apotheken stürmen. 320'000 Personen besuchen täglich eine Apotheke in der Schweiz, wenn viel mehr kommen, wäre es nicht möglich, alle Kunden zu bedienen.

    Sie zeigt ein Säcklein vor, die für Schnelltests abgegeben werden, mit fünf Tests und Gebrauchsanweisung. Bis nächsten Mittwoch sollte genug umgepackt sein, man habe zusätzliches Personal dafür eingestellt. Sie bittet um ein wenig Geduld, Angebot und Nachfrage würden sich schnell ausgleichen.

    Ruggli öffnet das Säcklein auch gleich und zeigt, wie man den Test macht. Man nimmt das Stäbchen hinaus und führt es in die Nase, nicht allzu tief, viermal pro Nasenloch. Dann schüttelt man das Stäbchen in den Behälter, schliesst ihn, schüttelt ihn, tropft ein paar Tropfen auf den Test. Wenn nun eine Linie erscheint, ist der Test negativ, bei zwei Linien ist der Test positiv. Dann soll man einen anderen Test machen und sich in Quarantäne begeben.

    Mit der Einführung der Selbsttests würde sich die Situation verbessern – momentan sei die Lage für die Apotheken schwierig, weil sich vor Ostern viele Personen testen lassen wollten.

  • 14.15 Uhr
    «Schnelltests sind nur Momentaufnahme»

    Ab dem 7. April soll die Teststrategie durch schnelle Selbsttests ergänzt werden. Weiterhin gelte, dass Personen mit Symptomen einen PCR- oder Antigen-Schnelltest machen sollen. Wer auf ein möglichst verlässliches Ergebnis angewiesen ist, der soll auch einen solchen Test machen. Einfache Schnelltests zeigen nur eine Krankheit an, wenn die Viruslast sehr hoch ist.

    Mit den Schnelltests für zu Hause habe man eine gewisse zusätzliche Sicherheit. Ein negatives Testresultat sei aber immer eine Momentaufnahme, die nur für 24 Stunden gültig ist – es dürfe keinesfalls als Freipass verstanden werden, um Massnahmen nicht zu befolgen. Man müsse am Vortag oder am Tag selber einen Test machen, auch an Ostern.

  • 14.09 Uhr
    Das Impfzertifikat

    Der Impfnachweis soll zu einem Impfzertifikat werden, das international verwendet werden kann. Momentan erhalten Geimpfte einen Nachweis in Papierform, teils könne das ins Impfbüechli oder in einen internationalen Impfausweis übertragen werden.

    Ein amtliches Impfzertifikat werde nun erarbeitet. Aus technischer Sicht sei klar, dass es kein zentrales Impfregister gebe – die Zertifikate würden dort erstellt, wo geimpft wird. Die Aufbewahrung des Nachweises ist Aufgabe der geimpften Person, die Daten werden nicht zentral abgelegt, sondern in Papierform oder elektronisch mitgegeben. Offen sei, wie die bisherigen Nachweise übertragen werden können.

  • 14.04 Uhr
    Unsichere Lage – britische Variante dominierend

    Patrick Mathys sagt, die aktuelle Lage sei unsicher. Die Fälle steigen seit Ende Februar, während Hospitalisierungen und Todesfälle stabil bleiben. Der R-Wert liege bei 1,19, die Fallzahlen könnten sich in unter drei Wochen verdoppeln. Kein Kanton habe einen R-Wert von unter 1.

    Die britische Variante B.1.1.7 sei zur dominierenden Variante in der Schweiz geworden, 90 Prozent der Infektionen seien darauf zurückzuführen. Andere Varianten wie jene aus Südafrika und Brasilien seien zum Glück erst selten nachgewiesen worden.

    71 Prozent der Intensivbetten in der Schweiz seien belegt, 18 Prozent von Corona-Patienten, diese Zahl sei stabil. Auch sei keine Übersterblichkeit mehr feststellbar.

    Es sei davon auszugehen, dass die Fallzahlen in den kommenden Wochen ansteigen werde. Es sei davon auszugehen, dass auch wieder mehr ältere Personen betroffen sind, was die Spitäler schnell belasten könnte. Er bittet darum, die Massnahmen weiter einzuhalten.

  • 14.00 Uhr
    Point de Presse eröffnet

    Ursula Eggenberger von der Bundeskanzlei eröffnet den Point de Presse und stellt die Teilnehmenden vor.

  • 13.40 Uhr
    Teilnehmer der Medienkonferenz

    • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
    • Fosca Gattoni, Stv. Leiterin Sektion Heilmittelrecht, BAG
    • Nassima Mehira, Co-Projektleitung Covid-19-Zertifikat, BAG
    • Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte
    • Martine Ruggli, Präsidentin Schweizerischer Apothekerverband PharmaSuisse