«Die Impfung schützt für 12 Monate vor Covid»

lmy

15.6.2021

Virginie Masserey vom BAG gab Auskunft über die Corona-Lage.
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Die Schweiz befindet sich in einer guten Lage – epidemiologisch wie wirtschaftlich: So lautet das Fazit der Experten des Bundesamts für Gesundheit. Die Delta-Variante behalten sie aber im Auge.

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15.6.2021

Das Wichtigste aus dem Point de Presse:

  • Die Dauer des Impfschutzes wird von 6 auf 12 Monate verlängert. Eine Nachimpfung wird also nicht vor 2022 nötig sein. Auch die Dauer des Covid-Zertifikats wird entsprechend verlängert.
  • Das BAG beobachtet die in Grossbritannien stark verbreitete Delta-Variante genau, sieht aber keine Gründe, deswegen Massnahmen zu ergreifen oder die Öffnungspläne zu stoppen.
  • Die Schweizer Wirtschaft befindet sich – abgesehen von einzelnen Branchen – in einer guten Lage und ist besser als erwartet durch die zweite Welle gekommen.
  • Die vom Bundesrat vorgesehene baldige Lockerung der Maskenpflicht halten die Experten aufgrund der guten Lage und des warmen Wetters für vertretbar.
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  • 14.42 Uhr
    Grossbritannien und die Delta-Variante

    Könnte es sein, dass der Impfstoff von Astrazeneca weniger gut wirkt gegen die Delta-Variante? Die geringere Wirksamkeit von Astrazeneca könnte eine Rolle spielen, bestätigt Masserey. In Grossbritannien könnten auch andere Faktoren die Verbreitung der Delta-Variante beeinflussen, unter anderem etwa der grosse Austausch zwischen Grossbritannien und Indien.

  • 14.40 Uhr
    «Sorglosigkeit ist nie ein guter Ratgeber»

    «Wir müssen die grundlegenden Vorsichtsmassnahmen noch immer beachten», sagt Masserey. Denn es wäre sehr schade, wenn sich die Lage wieder verschlechtern würde. «Sorglosigkeit ist nie ein guter Ratgeber», ergänzt Kantonsarzt Rudolf Hauri. Doch sehe er keine Probleme darin, bei diesem sommerlichen Wetter die Maskenpflicht zu lockern.

  • 14.38 Uhr
    Dauer wird überall angepasst

    «Wir erwarten, dass die Dauer angepasst wird und die Impfung für das Covid-Zertifikat überall 12 Monate gültig ist», antwortet Masserey auf eine entsprechende Frage. Einige Länder hätten das bereits getan.

  • 14.36 Uhr
    Heftige Nebenwirkungen nach der zweiten Impfung

    Man habe aufgrund der klinischen Studien auch starke Reaktionen nach der Impfung erwartet. «Dies ist eine gute Reaktion, da sie zeigt, dass das Immunsystem arbeitet», so Masserey. Das sei weder kritisch noch gefährlich, sondern absolut normal. Relevante Unterschiede zwischen den Impfstoffen gebe es nicht, ergänzt Hauri.

  • 14.33 Uhr
    Öffnungen möglich

    Ist Delta-Variante ein Hindernis im Hinblick auf die nächsten Öffnungen? «Im Moment sehen wir keinen Grund, warum wir diesen Prozess stoppen sollen», stellt Masserey klar. Man sei nicht genügend beunruhigt, verfolge die Entwicklung aber sehr aufmerksam. Wenn sie sich verschlechtere, müsse man das berücksichtigen und Massnahmen ergreifen.

  • 14.31 Uhr
    Masserey nimmt die 40 Prozent ernst

    40 Prozent der Schweizer waren am gestrigen Abstimmungssonntag gegen das Covid-Gesetz. Ein Journalist will wissen, ob das BAG dies als Misstrauensvotum betrachtet. «Wir nehmen dies sehr ernst und versuchen, wie bislang die Dinge gut zu erklären. Unsere Massnahmen sollen nachvollziehbar sein», sagt Masserey.

  • 14.30 Uhr
    Delta-Variante fällt im Moment nicht speziell auf

    Wie gross schätzt man das Risiko einer schnellen Ausbreitung der Delta-Variante ein? Was tut man dagegen? «Wir erwarten, dass das irgendwann passieren wird», sagt Masserey. Man habe das schon mit der Alpha-Variante gesehen. «Wir versuchen es hinauszuzögern und hoffen, dass wir eine gute Impfabdeckung haben werden.» Man könne im Moment aber nicht voraussagen, wie sich das entwickeln wird.

    Man frage beim Contact Tracing genau nach, ergänzt Hauri, und gebe bei Verdacht entsprechende Sequenzierungen in Auftrag. Im Moment falle die Delta-Variante nicht speziell auf, aber es könnte sein, dass sie sich plötzlich schnell ausbreite.

  • 14.28 Uhr
    Zwei Impfungen schützen gut vor Delta-Variante

    Der Anteil der Delta-Variante nimmt stark zu. Masserey sagt, dass man den Verlauf der Variante stark beobachten müsse. «Es ist Aufgabe der Kantone, die infizierten Personen in Quarantäne zu schicken.» Bemerke man einen Hotspot, müsse man sofort reagieren. Mit zwei Impfungen sei man aber sehr gut geschützt.

  • 14.27 Uhr
    Nachimpfung nicht vor 2022

    Eine Nachimpfung sei nicht vor 2022 nötig, sagt Masserey. Die normale Grippeimpfung sei wie üblich für den Herbst geplant, eine Voraussage über die Nachfrage sei aber nicht möglich. Man beobachte die Lage auch in den Nachbarländern

  • 14.24 Uhr
    «Wir müssen die Delta-Variante unter Kontrolle bringen»

    Wie hoch man die Chance einschätze, dass die Delta-Variante auch in der Schweiz um sich greift, wollte ein Journalist wissen. «Wir müssen die Delta-Variante so stark wie möglich unter Kontrolle bringen», sagt Jan-Egbert Sturm von der Taskforce. In anderen Ländern wurde die Delta-Variante zur Hauptvariante. Warum dies aber hier in Kontinentaleuropa nicht der Fall ist, weiss man noch nicht.

  • 14.22 Uhr
    Impfung schützt auch gegen Delta-Variante

    Mit Blick auf neue Varianten werde die Prävention besonders wichtig, etwa durch die Impfung oder durch die Kontaktverfolgung durch die Kantone. Die Impfung schütze spätestens mit der zweiten Dosis auch gegen die Delta-Variante fast so gut wie gegen die Alpha-Variante. Doch gerade weil die Fallzahlen sinken, dürfe man jetzt nicht nachlassen.

  • 14.19 Uhr
    Wirtschaft ist gut durch zweite Welle gekommen

    «Die Schweiz befindet sich in einer guten Lage – sowohl aus epidemiologischer wie aus wirtschaftlicher Sicht», sagt Jan-Egbert Sturm, Vizepräsident der Taskforce und Leiter der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich. Die Schweizer Wirtschaft sei gut und besser als erwartet durch die zweite Welle gekommen. Die Durchschnittswerte sagten allerdings wenig über die einzelnen Branchen aus, einige litten stark unter dem Rückgang des privaten Konsums.

  • 14.17 Uhr
    Gute Zeichen für Sommer und Herbst

    «Wir alle wünschen uns einen schönen Sommer und einen stabilen Herbst», schliesst Hauri. Die Zeichen dafür stünden gut. 

  • 14.16 Uhr
    Auch Tests zeigen Wirkung

    Neben den Impfungen zeigten auch die aufwendigen seriellen Tests Erfolge, so Hauri. Sie hätten praktisch zum Ende der Kontaktquarantäne geführt und es einigen Schulen erlaubt, die Maskenpflicht aufzuheben.

    So sei es gerechtfertigt, die Regeln zur Maskenpflicht zu mildern. Das korrekte Verhalten bei Symptomen, Abstands- und Hygieneregeln seien aber weiterhin gültig und wichtig. «Aufmerksamkeit ist immer noch gefragt.»

  • 14.14 Uhr
    Impf-Wartelisten werden kürzer

    Nun spricht der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri. Mittlerweile könne sich die breite Bevölkerung impfen lassen, die Nachfrage sei gut, die Wartelisten würden immer kürzer. Auch spontanes Impfen mit Restdosen, Impf-Events am Abend und mobiles Impfen sei mittlerweile möglich.

    Es gebe viele Gründe für nicht wahrgenommene Impftermine – vom Vergessen bis zu akuten Erkrankungen. «Das ist nicht Ausdruck einer Verweigerung oder eines Rückzugs», betont Hauri. Man gehe dem nach und könne diese Impfungen meistens nachholen.

  • 14.12 Uhr
    Covid-Zertifikat läuft

    Masserey kommt noch auf das Covid-Zertifikat zu sprechen: Schon über 600'000 davon seien ausgestellt worden, bis Ende Monat sollen alle eines bekommen, die es wollen.

  • 14.10 Uhr
    Impfschutz hält 12 Monate

    Wie lange hält der Impfschutz an? Die Eidgenössische Kommission für Impffragen sei zum Schluss gekommen, dass die Impfung 12 Monate vor Ansteckungen schütze und noch länger vor schweren Verläufen. Die Empfehlungen würden angepasst, ebenso die Dauer des Zertifikats. Man habe weitere Verträge abgeschlossen über die Lieferung von weiteren Impfdosen.

  • 14.08 Uhr
    Mit Kampagne zum Impfen motivieren

    Einige Leute bräuchten noch ein bisschen Zeit für ihren Entscheid, sich impfen zu lassen. Das BAG versucht sie mit einer Kampagne zu motivieren, bei der neben Prominenten auch Unternehmen involviert sind. 

  • 14.07 Uhr
    Impfung schützt auch vor Varianten

    Man habe eine weitere Lieferung von Impfdosen erhalten. Teils gebe es noch freie Termine, man habe aber kein festes Ziel für die Gesamtbevölkerung. Man wollte 75 Prozent der Risikogruppen impfen, und das habe man erreicht. «Je schneller man sich impfen lässt, desto besser ist man auch geschützt vor neuen Varianten.»

  • 14.04 Uhr
    Fast die Hälfte der Bevölkerung geimpft

    Die Positivitätsrate ist rückläufig, sie liegt bei 2,7 Prozent für PCR-Tests und bei 1 Prozent für Antigen-Tests. Auch konnte keine Zunahme bei den Varianten festgestellt werden. «Wir gehen in die richtige Richtung», so Masserey. Allerdings müsse man weiterhin vorsichtig sein, solange ein grosser Teil der Bevölkerung nicht zweitgeimpft sei. 2,3 Millionen seien schon vollständig geimpft, fast die Hälfte einmal.

  • 14 Uhr
    Eröffnung der Pressekonferenz

    Virginie Masserey vom BAG eröffnet die Pressekonferenz: «Die epidemiologische Lage entwickelt sich nach wie vor positiv.» Die Zahlen sinken weiter, die 14-Tage-Inzidenz liege bei 60. Auch die Hospitalisationen gehen in allen Altersklassen zurück.

Das Ausrollen des Covid-Zertifikats ist im vollen Gange, gestern ist der Kanton Zürich gestartet, an diesem Dienstag hat auch das Tessin sein erstes Zertifikat ausgestellt. Insgesamt sind bereits fast eine halbe Million im Umlauf.

Gleichzeitig bleiben die Zahlen auf einem tiefen Stand, die Impftermine sind gefragt, gerade im Hinblick auf die Sommerferien: Ist die Schweiz auf einem guten Kurs für die weiteren geplanten Lockerungen ab dem 28. Juni? Um 14 Uhr informieren Virginie Masserey,  Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte, sowie Jan-Egbert Sturm, Vizepräsident der wissenschaftlichen Taskforce.