Schweizer Virus-Variante seit 2020 bekannt und weniger ansteckend als britische

jka/tjb

27.4.2021

An der Medienkonferenz des Bundes sagen die Verantwortlichen, wie das geplante Covid-Zertifikat funktionieren soll. Zudem geben sie einen ersten Einblick in die Regeln der nahenden Bade-Saison. Die Medienkonferenz im Überblick.

jka/tjb

27.4.2021

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laut dem BAG ist die aktuelle Corona-Lage in der Schweiz «einigermassen beruhigenden». Um die Auswirkungen der jüngsten Öffnungen zu beurteilen, sei es aber noch zu früh.
  • Das BAG prüft nach wie vor zwei technische Lösungen für das Covid-Zertifikat, das ab Juni verfügbar sein soll.
  • Die Schweizer Virus-Variante, die zuletzt für Aufsehen sorgte, ist dem BAG bereits seit 2020 bekannt und macht einen geringen Anteil der Infektionen aus. Dominant ist nach wie vor die britische Variante, die anders als die schweizerische ansteckender sein soll. 
  • Für Profi-Sportclubs und Junioren-Abteilungen stellt der Bund mehr Unterstützung in Aussicht. 
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  • 15.12 Uhr
    Ende der Medienkonferenz

    Damit endet die heutige Medienkonferenz mit den Experten des Bundes. Wir danken für die Aufmerksamkeit.

  • 15..11 Uhr
    Maskenpflicht auch in Freibädern

    Die derzeit bestehende Maskenpflicht gelte auch in den Freibädern, die nun bald öffnen, sagt Masserey. Aber im Wasser ergebe diese ja keinen Sinn. Markus Feller vom Baspo ergänzt, dass es mehrere Teile der Verordnung gebe, die hier zur Anwendung komme. Zum einen sei dies die Anforderung, dass maximal eine Person pro zehn Quadratmeter eingelassen werde, zum anderen gelte die Maskenpflicht ab dann, wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können.

  • 15.07 Uhr
    Minimale Informationen im Covid-Zertifikat

    Eine weitere Frage zum Covid-Zertifikat. Was genau soll darin enthalten sein? Die angezeigten Informationen sollen minimal sein. Mehira führt aus: «Die Person, die das Zertifikat beim Eingang kontrolliert, soll nur erkennen, ob es gültig ist und nicht, weshalb es gültig ist.»

  • 15.06 Uhr
    Covid-Zertifikat soll ab Juni verfügbar sein

    Zusammenfassend zum Covid-Zertifikat: Vorstellen kann man sich dieses wie ein «Blatt Papier mit einem QR-Code», sagt Mehira. Verfügbar ist es voraussichtlich ab Juni, so Masserey. 

  • 15 Uhr
    Internationale Gültigkeit des Zertifikats

    Der Bund empfiehlt jenen, die schon eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben, nur noch eine Impfung. Derzeit laufen Abklärungen, wie man sicherstellen könne, dass die Impfung dieser Personen dann auch international anerkannt wird.

  • 14.59 Uhr
    Pilotveranstaltungen für negativ Getestete

    Eine Journalistin spricht Pilotprojekte für Grossveranstaltungen an, die in Barcelona durchgeführt worden seien. Masserey sagt, es handle sich um Veranstaltungen, an denen ausschliesslich negativ getestete Personen teilnehmen dürfen. Solche Projekte verfolge man mit grossem Interesse. «Es wäre natürlich interessant, ähnliche Veranstaltungen auch in der Schweiz durchführen zu können.»

  • 14.58 Uhr
    Anti-Corona-Demos ohne Maske

    Es gebe immer wieder Anti-Corona-Kundgebungen, bei denen niemand eine Maske trage, sagt eine Journalistin. Die Polizei sei überfordert. Wie reagiert der Bund diesbezüglich? Masserey sagt, natürlich müsse man die Massnahmen beachten und einhalten. Mehr könne sie dazu nicht sagen.

  • 14.57 Uhr
    Wie werden die Impfstoffe verteilt?

    Wovon hängt der Impfstoff-Verteilschlüssel ab? Zuerst habe er sich auf die Anzahl Risikopatient*innen in einem Kanton bezogen, führt Masserey aus. Nun sei er abhängig von der Gesamtbevölkerung der einzelnen Kantone. Nichts zu tun hat der Verteilschlüssel laut der BAG-Expertin jedoch mit der Anzahl Impfzentren, die es in einem Kanton gebe.

  • 14.56 Uhr
    Wie das Covid-Zertifikat aussehen soll

    Das geplante Covid-Zertifikat des Bundes soll als einfaches Papier-Dokument daherkommen, auf dem die Daten sowohl in einem QR-Code als auch im Klartext vorhanden sind, sagt Nassima Mehira vom BAG. Dabei soll es jeweils eigene Papiere geben für Geimpfte, Genesene und Getestete.

  • 14.54 Uhr
    Wo liegen die Herausforderungen beim Zertifikat

    Die grösste Herausforderung beim zu schaffenden Covid-Zertifikat des Bundes sei, dass wirklich nur Berechtigte solche Ausweise ausstellen können. Bei der Prüfung der Zertifikate werden keine Daten gespeichert. Stattdessen wird nur angezeigt, ob es gültig sei oder nicht, führt Nassima Mehira aus, die beim Bundesamt für Gesundheit für das Thema zuständig ist.

  • 14.53 Uhr
    Maske auf Restaurant-Terrassen

    Eine Journalistin fügt an, es gebe eine gewisse Unsicherheit in der Bevölkerung betreffend das Tragen von Masken auf Restaurant-Terrassen. Masserey erklärt: Nur während des Konsums könne die Maske abgelegt werden. Das bedeutet aber nicht, dass man sie nach jedem Bissen wieder aufsetzen müsse. Generell gelte: Hat man fertig konsumiert und bleibe sitzen, um noch etwas miteinander zu sprechen, oder verlässt den Tisch, um auf die Toilette oder nach Hause zu gehen, müsse man die Maske aufsetzen.

  • 14.51 Uhr
    Abwasser-Monitoring soll weitergehen

    Das BAG ist derzeit mit den Verantwortlichen der Eawag in Verhandlung, damit diese ihr Covid-19-Monitoring im Abwasser fortsetzen können, sagt Masserey. Man kenne den Nutzen dieser Tests.

  • 14.50 Uhr
    Impf-Nebenwirkungen bei kürzlich Erkrankten

    Masserey erklärt, Personen, die sich vor Kurzem mit dem Coronavirus infiziert hätten, und sich impfen lassen, haben bei der zweiten Impfung häufiger Nebenwirkungen, also etwa Fieber und Unwohlsein. Das sei mitunter ein Grund dafür, wieso für Genesene vorerst nur eine Impfung empfohlen werde. Aber: Grundsätzlich gefährlich sei es nicht, wenn jemand, der kürzlich Corona hatte, zwei Impfdosen erhält.

  • 14.46 Uhr
    Frage zum Einsatz von serologischen Tests

    Eine Frage zu den serologischen Tests: Wäre es nicht sinnvoll, im Falle von Personen zu verwenden, die keinen positiven PCR-Test vorzuweisen haben, aber Kontakt mit einem oder einer Infizierten hatten? Solche Tests seien nicht genügend aufschlussreich, antwortet Masserey. Es gebe keine Verbindung zwischen einem serologischen Test und der Immunität einer Person.

  • 14.42 Uhr
    Wann sind Amateur-Spiele wieder zugelassen?

    Derzeit können Breitensportler benachteiligt sein, weil sie als Amateure nicht in Gruppen von mehr als 15 Personen Wettkämpfe und Trainings bestreiten können. Man sei sich dessen bewusst, sagt Matthias Remund vom Baspo. Er hoffe, dass mit den nächsten Öffnungsschritten auch in dem Bereich weitere Lockerungen kommen – Ausnahmen seien keine möglich.

    Aus diesem Grund arbeitet der Bund derzeit daran, die Unterstützungen für den Sport-Sektor auch auf das laufende Jahr auszudehnen. Remund hofft, dass man hier bis zur Mitte des Jahres genauere Angaben machen könne.

  • 14.39 Uhr
    Gibt es einen Impf-Vorrang für Olympia-Sportler?

    In der Schweiz ist eine Impf-Priorität für Sportler*innen, die zu den Olympischen Spielen nach Tokio reisen wollen, denkbar, sagt Matthias Remund vom Baspo. Derzeit fänden entsprechende Verhandlungen statt.

  • 14.38 Uhr
    Prognosen nicht eingetroffen

    Wieso sind die Prognosen der Wissenschaftler*innen zur britischen Variante nicht eingetroffen? Schliesslich sind die Zahlen besser, als erwartet wurde. Masserey sagt, es gebe immer sehr viele Faktoren, die das Virusgeschehen beeinflussen würden. Aktuell sei die Entwicklung ermutigend, aber es gebe leider keine Garantie, dass dies so bleibe.

  • 14.36 Uhr
    Was bringen die Massentests?

    Masserey betont, dass die Zahlen des Bundes die negativen Massentests nicht aufzeigten. Gezählt werden nur positive Tests. Darum lasse sich noch nicht abschliessend sagen, was die Massentests tatsächlich brächten.

  • 14.35 Uhr
    Impfung für Schwangere

    Eine Journalistin fragt nach: Sollen sich schwangere Frauen nun impfen lassen oder nicht? Masserey sagt, es gelte, sich mit dem Frauenarzt abzusprechen und eine Risikoabwägung zu machen. Eine allgemeine Impfempfehlung für Schwangere gebe es nicht. In den USA seien bereits über 90'000 Schwangere geimpft worden – spezielle Nebenwirkungen oder Risiken seien dabei nicht beobachtet worden. Es sei deshalb möglich, dass die Schweiz die Impf-Empfehlungen hier auch anpasse.

  • 14.32 Uhr
    Welche Gefahr geht von der indischen Variante aus?

    Derzeit lasse sich das Risiko, dass sich die indische Doppel-Mutante hierzulande verbreite, schwer abschätzen, sagt Virginie Masserey. Derzeit bestehe noch die Hoffnung, die Zahl der Fälle dieser Variante in der Schweiz sehr tief zu halten.

  • 14.32 Uhr
    Reserven reduzieren

    Sollen die Kantone nach wie vor eine gewisse Menge an Impfdosen zurückhalten und für die zweite Impfung sparen? Nein, so Masserey. Diese Empfehlung sei mittlerweile aufgehoben, weil man immer mehr Impfdosen erhalte. «Wir haben jetzt die Garantie, dass immer mehr Impf-Lieferungen eintreffen.» Deshalb sollten so viele Dosen wie möglich verimpft werden und die Reserven reduziert werden. Dennoch gelte es, die Lieferdaten zu beachten und einen gewissen Rest aufzubewahren – sollte es dennoch zu Lieferengpässen kommen.

  • 14.30 Uhr
    Könnten die nächsten Phasen schnell kommen?

    Die derzeitige Strategie des Bundes sei es, die Bevölkerung so schnell wie möglich mit einer ersten Impfdosis zu versorgen, so Masserey. Darum halte man auch die Kantone dazu an, möglichst keine Reserven zurückzubehalten. Das könne dazu führen, dass der Punkt, an dem alle Impfwilligen ihre Dosen erhalten haben, schneller erreicht werde. Es sei möglich, dass die nächsten Phasen des Drei-Phasen-Plans des Bundes schneller eintreten.

  • 14.29 Uhr
    Eine weitere Frage zum Covid-Zertifikat

    Eine weitere Frage zum Covid-Zertifikat. Plant der Bund hierfür, auf serologische Tests zu setzen? Es sei wichtig, sich mit den Nachbarländern und international abzustimmen, entgegnet Masserey. Als genesen gelte, wer bereits einen positiven PCR-Test vorzuweisen hat. Jedoch garantiere eine durchgemachte Infektion keine Immunität. Deshalb müsse man auch den Zeitraum seit der Infektion entsprechend eingrenzen. Auf serologische Tests setze man vorerst nicht. 

  • 14.25 Uhr
    Wie steht der Bund zu Impfungen für Jüngere?

    Wer nach den Risikogruppen zuerst geimpft wird, untersteht der Verantwortung der Kantone, sagt Virginie Masserey vom BAG. In ihren Augen ist es eine gute Lösung, wenn nun erste Kantone die Impftermine für alle ab einem Alter von 18 Jahren öffnen. Das bedeute auch keinen Nachteil für ältere, da sie sich weiterhin für die verfügbaren Impftermine anmelden können.

  • 14.23 Uhr
    Fragerunde beginnt

    Eine Journalistin möchte wissen, wieso der Bund beim Impf-Zertifikat nebst einer technischen Lösung, die vom Bund selbst kommt, noch eine von einem privaten Unternehmen prüfe. Masserey sagt, man fahre zweigleisig, um keine Zeit zu verlieren, sollte eine Lösung nicht wie gewünscht funktionieren.

  • 14.20 Uhr
    Wie der Bund dem Sport-Sektor hilft

    Der Sport werde stärker getroffen als andere Bereiche, und die Einschränkungen dauerten länger, fährt Remund vom Baspo fort. Er beschreibt, mit welchen Hilfen der Bund bisher den Sportverbänden unter die Arme gegriffen hat. 

    Damit geht es in die Fragerunde für die anwesenden Journalist*innen.

  • 14.17 Uhr
    Sport hilft gegen schwere Verläufe

    Nun ergreift Matthias Remund vom Bundesamt für Sport (Baspo) das Wort. Er spricht über die positiven Effekte, die Sport auf den Krankheitsverlauf haben kann. Demnach sei die Chance für jene, die regelmässig Sport treiben, einen schweren Verlauf bei Covid-19 zu erleiden, deutlich tiefer. Remund führt aus, welche Regeln derzeit gelten für Sport draussen und auch drinnen.

    In der Schweiz sei im Vergleich zu den Nachbarländern deutlich mehr möglich, was den Sport angeht. Das bedeute aber auch eine grosse Verantwortung, sagt Remund. Es sei darum wichtig, dass die geltenden Schutzkonzepte auch wirklich überall eingehalten werden.

  • 14.11 Uhr
    Technische Lösungen für Covid-Zertifikat in Prüfung

    Zum geplanten Covid-Zertifikat hat Masserey keine gewichtigen Neuigkeiten. Es sei korrekt, dass aktuell zwei technische Lösungen geprüft würden. Bis im Mai soll hier eine Entscheidung fallen. Im Zertifikat sollen laut Masserey Informationen über die Impfung und durchgemachte Corona-Erkrankung enthalten sein – allenfalls auch zu gemachten Tests. Und: Selbstverständlich müsse das Zertifikat international kompatibel sein. 

  • 14.07 Uhr
    Zehn Prozent vollständig geimpft

    Insgesamt sind in der Schweiz rund 10 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, verkündet Masserey. Die nationale Impfkampgane komme gut voran, bilanziert sie.

  • 14.04 Uhr
    Schweizer Virus-Variante ohne Einfluss

    Nun kommt Masserey auf die Schweizer Variante B.1.139 zu sprechen, die jüngst Schlagzeilen machte. Diese sei dem BAG schon seit einem Jahr bekannt. In der Schweiz sei aber weiterhin die britische Variante dominant und relevant für das Virusgeschehen. In Bezug auf aufgetretene Reinfektionen sagt Masserey, hierbei handle es sich um Einzelfälle. Die Entwicklung sei nicht besorgniserregend.

  • 14.03 Uhr
    Indien auf BAG-Risikoliste

    Masserey bestätigt, dass das BAG Indien am Montag auf die Risikoliste genommen hat. Es gelte zu verhindern, dass sich die dortige Virus-Variante in der Schweiz ausbreite. «Wir beobachten weiter genau, was geschieht», so die Expertin.

  • 14 Uhr
    Medienkonferenz beginnt

    Die Medienkonferenz in Bern beginnt. Als Erstes spricht Virginie Masserey vom BAG. Es sei zu früh, die Auswirkungen der Öffnungen von vergangener Woche zu beurteilen, so die Expertin. Aber: Die epidemiologische Lage sei gewissermassen beruhigend. Die Leute würden sich gut an die Corona-Massnahmen halten.

    Die Anzahl der Todesfälle sei zum Glück nach wie vor tief. Die Hospitalisierungen würden im Verhältnis zu den Infektionen jedoch zunehmen. Das rühre daher, dass die derzeit vorherrschende Virus-Variante etwas aggressiver sei als die bisherige, erklärt Masserey.

Gut eine Woche ist seit dem letzten Öffnungsschritt vergangen. Mit den nächsten Lockerungen will der Bundesrat aber warten: Erst Ende Mai soll es so weit sein – sofern die epidemiologische Lage günstig ist. Dennoch hält Gesundheitsminister Alain Berset eine Normalisierung im Sommer für möglich

Wie stehen die Fachexpert*innen des Bundes dazu? Sie treten am Dienstagnachmittag vor die Medien und informieren über die neuesten Entwicklungen in der Corona-Krise. 

Teilnehmer*innen: 

  • Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
  • Matthias Remund, Direktor, Bundesamt für Sport (BASPO)
  • Markus Feller, Stv. Leiter Bereich Sportpolitik und Ressourcen, Bundesamt für Sport (BASPO)
  • Nassima Mehira, Co-Projektleitung Covid-19-Zertifikat, Bundesamt für Gesundheit (BAG)