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Das Mitführen eines Schwimmsacks erhöht die Sicherheit beim Schwimmen im Fluss. (Archivbild)
Keystone
Wer in Schweizer Flüssen schwimmt, verzichtet häufig auf eine Auftriebshilfe. Besonders ältere Menschen gehen oft allein und ohne Schwimmboje ins Wasser. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung warnt: Genau diese Kombination kann im Ernstfall tödlich sein.
Mit den steigenden Temperaturen zieht es wieder zahlreiche Menschen an Flüsse und Seen. Doch viele verzichten dabei auf eine einfache Sicherheitsmassnahme.
Wie eine neue Erhebung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) zeigt, sind fast 40 Prozent der Badenden in Flüssen ohne Schwimmboje oder andere Auftriebshilfe unterwegs.
Besonders auffällig ist das Verhalten älterer Menschen. Sie schwimmen häufiger allein und verzichten gleichzeitig öfter auf zusätzliche Sicherheitsausrüstung.
Laut BFU geht jede fünfte Person alleine ins Wasser. Bei Menschen über 64 Jahren steigt dieser Anteil auf fast ein Drittel.
Gerade diese Kombination birgt Risiken. Treten plötzlich gesundheitliche Probleme auf oder geraten Schwimmer in Schwierigkeiten, fehlt häufig die Möglichkeit, rasch Hilfe zu erhalten.
Auftriebshilfen können in solchen Situationen entscheidende Minuten verschaffen. Sie halten Betroffene über Wasser und erhöhen gleichzeitig die Sichtbarkeit für andere Personen.
Die BFU zieht deshalb einen Vergleich mit dem Strassenverkehr. Eine Schwimmboje sei ähnlich selbstverständlich wie ein Sicherheitsgurt im Auto oder ein Skihelm auf der Piste.
Nicht der Aufwand sei das Problem, sondern die fehlende Gewohnheit. Viele Menschen würden die Vorteile zwar erkennen, die Hilfsmittel aber dennoch nicht verwenden.
Neben der Sicherheitsfunktion bieten Schwimmbojen einen praktischen Zusatznutzen: Persönliche Gegenstände wie Handy, Schlüssel oder Portemonnaie können darin trocken transportiert werden.
Die Unfallzahlen zeigen, weshalb die Präventionsstelle auf das Thema aufmerksam macht.
In der Schweiz ertrinken durchschnittlich rund 50 Menschen pro Jahr. Etwa die Hälfte der tödlichen Unfälle ereignet sich in Seen oder Flüssen.
Besonders betroffen sind Männer. Sie machen rund 83 Prozent aller Ertrinkungsopfer aus. Überdurchschnittlich hoch ist das Risiko zudem bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 35 Jahren sowie bei Personen ab 65 Jahren.
Nach Angaben der BFU gehen viele Betroffene überraschend schnell unter, obwohl sie grundsätzlich schwimmen können.
Körperliche Probleme, Erschöpfung, Strömungen oder ein medizinischer Notfall können dazu führen, dass selbst gute Schwimmer plötzlich in Lebensgefahr geraten.
Die Präventionsstelle empfiehlt deshalb, möglichst nie allein zu schwimmen und bei Fluss- oder Seeschwimmen eine Auftriebshilfe mitzuführen.