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Mit solchen Werbekampagnen wollte die Gemeinde Stäfa die Bürger davon abbringen, Feuchttücher herunterzuspülen.
Gemeinde Stäfa
Feuchttücher sorgen in Kanalisationen für verstopfte Pumpen, höhere Reinigungskosten und damit für höhere Steuern. Nun verlangt SP-Nationalrätin Gabriela Suter vom Bundesrat Antworten: Sollen sich Hersteller an den Kosten beteiligen?
Feuchttücher werden oft als praktisch verkauft. Sie helfen einigen Menschen, den längeren Gang zur Toilette angenehmer zu gestalten. Für die Abwasseranlagen können sie aber zum Problem werden.
Konkret: Sie lösen sich beim Spülen – anders als WC-Papier – nicht genug auf und verursachen Verstopfungen. Nicht beim Menschen, sondern bei Kläranlagen. Die Konsequenz sind Störungen, zusätzliche Aufwände und damit höhere Steuern für alle.
Das Problem ist seit Jahren bekannt. Die Aargauer Gemeinde Schöftland schreibt beispielsweise auf ihrer Website unter dem Titel «Feuchttücher sind Pumpenkiller!», dass Hygieneartikel wie Feuchttücher, Binden oder Windeln in den Kehricht gehören und nicht in die Toilette.
Auch in Stäfa ZH versuchte man mit Informationskampagnen, die Bevölkerung vom Herunterspülen von Feuchttüchern abzubringen.
Die Informationskampagnen haben aber nicht geholfen. SP-Nationalrätin Gabriela Suter hat deshalb Mitte Juni einen Vorstoss im Bundeshaus eingereicht. Der Vorstoss – eine sogenannte Interpellation – will zunächst nichts konkret ändern, sondern nur Antworten vom Bundesrat.
Konkret fragt sie, ob die Schweiz sogenannte «spülbare» Feuchttücher stärker regulieren oder klarer kennzeichnen soll, damit klarer vor der Entsorgung in der Toilette gewarnt wird.
Sie will auch wissen, ob Hersteller über eine erweiterte Produzentenverantwortung an Reinigungs- und Unterhaltskosten beteiligt werden könnten. Zudem fragt sie nach einer national koordinierten Sensibilisierungskampagne und nach der Mikroplastikbelastung durch Feuchttücher.
Ein Blick ins Ausland zeigt, wie gross das Problem werden kann: 2025 sorgte eine «Wet Wipe Island» in der Themse bei London für Schlagzeilen. Es ging dabei um eine Insel aus rund 180 Tonnen Feuchttüchern und anderen hinuntergespülten Materialien. Die Konsequenz: Im Dezember 2026 verbietet Wales Feuchttücher mit Plastikanteilen. Irland, England und Schottland folgen 2027.
Für diejenigen, die sich fragen, weshalb Feuchttücher in der Themse landen: Bei starkem Regen können Abwassersysteme überlaufen. Mancherorts werden bei Starkregen oder Hochwasser so Feuchttücher und anderes Material an die Strassenoberfläche oder in Flüsse gespült.