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Fluazinam wird in der Schweiz unter anderem im Kartoffel-, Obst-, Zwiebel- und Rebbau gegen Pilzkrankheiten eingesetzt.
sda
Ein in der Schweiz weit verbreitetes Fungizid könnte die Gehirnentwicklung beeinträchtigen. Forschende sagen, dass Fluazinam ihrer Ansicht nach nie hätte zugelassen werden dürfen.
Ein in der Schweiz breit eingesetztes Fungizid steht wegen möglicher Risiken für die Gehirnentwicklung in der Kritik. Zwei Forschende der Universität Stockholm haben eine frühere Herstellerstudie zu Fluazinam neu ausgewertet und kommen zum Schluss: Der Wirkstoff hätte ihrer Ansicht nach nicht zugelassen werden dürfen. Darüber berichtet der «Tages-Anzeiger».
Die Wissenschaftler kritisieren, dass in der ursprünglichen Auswertung mehrere Befunde fälschlicherweise als statistisch nicht signifikant eingestuft worden seien. Ihre Analyse zeigt dagegen Hinweise auf eine beeinträchtigte Gehirnentwicklung bei Ratten. «Das Ergebnis war in der Tat sehr überraschend und auch schockierend», so ein Autor der Studie gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Die Studie ist allerdings noch nicht peer-reviewed.
Fluazinam wird in der Schweiz unter anderem im Kartoffel-, Zwiebel-, Obst- und Rebbau gegen Pilzkrankheiten eingesetzt. Laut Bundesamt für Umwelt werden jährlich bis zu zehn Tonnen des Wirkstoffs verwendet. Eine Studie aus der Schweiz wies Fluazinam zudem bei Kindern nach.
Kritik gibt es laut Bericht auch am Zulassungssystem. Ein ehemaliger Toxikologe des Bundes sagt gegenüber der Zeitung, die Behörden seien stark auf die Daten der Hersteller angewiesen und könnten diese oft nicht vollständig überprüfen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) weist diese Vorwürfe zurück und betont, für eine Zulassung müsste ein vollständiges Dossier mit toxikologischen und ökotoxikologischen Studien eingereicht werden, das geprüft werde.