Frauen sollen beim Einkommen «schummeln»

tasc

11.2.2020 - 20:01

Gleiche Arbeit, gleicher Lohn: Dieser Forderung wird unter anderem von Frauenverbänden schon sehr lange gestellt (Symbolbild).
KEYSTONE / PETER SCHNEIDER

Frauen in der Schweiz sollen nach Zahlen des Bundes rund 1455 Franken weniger verdienen als Männer. Doch stimmt diese angebliche Lohndifferenz wirklich? Forscherinnen der Universität Basel haben daran ihre Zweifel.

Zwei Forscherinnen der Universität Basel haben anhand einer Studie nun ein durchaus überraschendes Ergebnis veröffentlicht. Wie unter anderem «Blick» berichtet, sollte eine angebliche Lohnlücke zwischen Männern und Frauen kleiner sein, als bislang so gerne angenommen wurde.

Nach bisherigen Angaben des Bundes sollte sich die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen im Schnitt auf 1455 Franken pro Monat belaufen. Die Forscherinnen Anja Roth und Michaela Slotwinski allerdings zweifeln an dieser Zahl. Sie sagen, das hänge davon ab, wie die Daten erhoben würden. Ihre Begründung klingt denkbar einfach: Denn sowohl Männer als auch Frauen tendierten zu Falschaussagen, wenn sie nach dem Einkommen gefragt würden. Kurzum: Männer korrigieren ihr Gehalt gerne nach oben, Frauen geben sich eher kleinlaut.

Die Wissenschaftlerinnen stützen sich auf Daten aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung. Sie verglichen diese Angaben, die auf Telefoninterviews basieren, mit den tatsächlich erzielten Einkommen. Ihre Ergebnisse überraschen durchaus.

So heisst es in ihrer neuen Erhebung, dass sich in einem Haushalt viele davor scheuen würden, zuzugeben, dass die Frau mehr verdient als der Mann. Das gelte für Männer gleichermassen als für Frauen. Falschangaben kämen offenbar häufiger vor, wenn die Frau gleich oder weniger gebildet ist als ihr Mann. Aber dennoch mehr verdient. Oder wenn die Frau das gleiche oder ein geringeres Arbeitspensum hat, dafür ein höheres Einkommen erzielt.

Roth und Slotwinski veröffentlichten ihre Erkenntnisse in einer Schriftenreihe des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Sie erklären das Resultat mit einer «männlichen Ernährer-Norm», die sich eben stur in der Gesellschaft halte. 

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