Aufregung in Ftan GREx-Raiffeisen-Präsident blockiert sozialen Wohnungsbau
Sven Ziegler
4.2.2026
Ex-Raiffeisen-Präsident Johannes Rüegg-Stürm sorgt in Ftan für Aufregung.
Keystone / imago / Bildmontage blue News
In Ftan im Unterengadin ist ein Bauprojekt für bezahlbaren Wohnraum vorerst gescheitert. Zwölf Nachbarn legten Einsprache ein – darunter auch der frühere Raiffeisen-Präsident Johannes Rüegg-Stürm. Der Architekt des Projekts reagierte öffentlich und kritisierte die Einsprechenden scharf.
In der Gemeinde Ftan GR sollte eine Wohngenossenschaft günstige Wohnungen für einheimische Familien realisieren. Das Vorhaben wurde jedoch durch Einsprachen blockiert. Wie das Portal «Tippinpoint» berichtet, legten insgesamt zwölf Nachbarn Einsprache gegen das Projekt ein. Damit liegt vorerst keine Baubewilligung vor.
Zu den Einsprechenden gehört laut dem Portal auch der frühere Präsident der Raiffeisen-Bankengruppe Johannes Rüegg-Stürm (65), der im Unterengadin eine Zweitwohnung besitzt.
Architekt reagiert öffentlich
Der Architekt des Projekts, Chasper Cadonau, machte seinem Ärger in den sozialen Medien Luft. In einem Facebook-Post schreibt er: «Warum verhindert Ihr den Bau unserer Wohngenossenschaft für unsere einheimische Familien in Ftan? Gratuliere, ihr habt Euer Ziel erreicht, es gibt vorerst keine Baubewilligung wegen Euch!!!»
Gegenüber der Öffentlichkeit richtet Cadonau seine Kritik insbesondere an die Zweitwohnungsbesitzer. Laut «tippinpoint» wirft er ihnen vor, sie seien nur hier, «um uns Probleme zu machen».
Zudem schreibt Cadonau weiter: «Wir Einheimische dürfen ruhig stolz sein auf unsere Heimat, auf unsere Werte, und dürfen sie auch verteidigen.» Deswegen fordert er von der Gemeinde mehr Mut und Entscheidungsfreude, um die einheimische Bevölkerung zu unterstützen.
Frühere Wortmeldungen sorgen für Irritation
Auch unter Einheimischen sorgt der Entscheid für Unmut. Bereits Anfang 2025 sagte ein Anwohner gegenüber dem «Blick»: «In ein paar Jahren ist das hier ein grosses Museum – die Zweitwohnungsbesitzer haben Ruhe und alle Einheimischen sind weg.»
Zusätzliche Kritik entzündete sich daran, dass sich Rüegg-Stürm jüngst in der «Engadiner Post» zur finanziellen Lage des Spitals Oberengadin geäussert hatte. Dort sagte er: «Ich bin der Region sehr verbunden und schätze als Bergler seit über 50 Jahren sowohl das Ober- als auch das Unterengadin.»
Der Rekurs gegen das Bauvorhaben wurde indes gutgeheissen, das Projekt liegt damit auf Eis. Wie es weitergeht, ist offen.