Keine Million für den Schutz von Frauen Funiciello masslos enttäuscht: «In welcher Welt werden Schafe besser geschützt als Frauen?»

Samuel Walder

9.12.2025

Funiciello masslos enttäuscht: «In welcher Welt werden Schafe besser geschützt als Frauen?»

Funiciello masslos enttäuscht: «In welcher Welt werden Schafe besser geschützt als Frauen?»

Mitten in der Budgetdebatte sorgt ein Entscheid im Nationalrat für Empörung: Während Millionen für Schafherden und Weinwerbung gesprochen wurden, fehlt das Geld für mehr Schutz vor Gewalt an Frauen.

09.12.2025

Mitten in der Budgetdebatte sorgt ein Entscheid im Nationalrat für Empörung: Während Millionen für Schafherden und Weinwerbung gesprochen wurden, fehlt das Geld für mehr Schutz vor Gewalt an Frauen.

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Samuel Walder, Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Im Bundesbudget 2026 wurden Mittel für Herdenschutz und Weinwerbung bewilligt, während eine zusätzliche Million für den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt abgelehnt wurde.
  • Nationalrätin Tamara Funiciello kritisiert den Entscheid scharf und bezeichnet ihn als Zeichen politischer Prioritäten zulasten der Sicherheit von Frauen.
  • Der Entscheid lässt nicht auf Reaktionen warten. Eine Kundgebung in Bern gegen den Entscheid wurde bereits bekannt gegeben. 

Die Budget-Debatte in der Wintersession ist im Bundeshaus im vollen Gange. Das Budget beläuft sich auf 90 Milliarden Franken – und wird nun verteilt. Doch ein Entscheid macht die Frauen im Parlament und auch in der Bevölkerung wütend. 

Nationalrätin Tamara Funiciello (SP) sagt auf Anfrage von blue News: «Ich bin unendlich enttäuscht von diesem Parlament. Wir sprechen über ein Budget von über 90 Milliarden Franken – es wäre genügend Geld vorhanden, um Massnahmen gegen Gewalt an Frauen zu finanzieren.» Dennoch seien 3,6 Millionen Franken für den Schutz von Schafherden und 10 Millionen Franken für Wein-Verkaufsförderung bewilligt worden, während eine zusätzliche Million Franken für Organisationen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt abgelehnt wurde.

«Man hat die Frauen unendlich wütend gemacht»

Funiciello fragt empört: «In welcher Welt werden Schafe vor Frauen priorisiert?» Weiter hält sie fest: «Man hat die Frauen in diesem Land unendlich wütend gemacht. Dieses Jahr wurde der 27. Femizid verzeichnet, und trotzdem verweigert man von 90 Milliarden eine einzige Million.»

Für die Nationalrätin ist dieser Entscheid kaum nachvollziehbar. Es sei unverständlich, wie man mit Fragen der Sicherheit umgehe. Das Budget sei nicht einmal referendumsfähig, dennoch müsse man auf Mittel gegen Gewalt verzichten.

Funiciello bleibt nicht mehr still

Funiciello hofft nun auf die zweite Parlamentskammer: «Der Ständerat hat nun die Möglichkeit, den Entscheid rückgängig zu machen. Wir lancieren gerade zusätzlich einen offenen Brief.»

Auch ausserhalb des Parlaments regt sich Widerstand: Für Dienstagabend ist in Bern eine Kundgebung angekündigt. Das Feministische Streikkollektiv Bern ruft zum Protest gegen den Entscheid auf. Funiciello erklärt: «Ich werde an der Kundgebung teilnehmen. Die Botschaft lautet: Es gibt im Bundeshaus Menschen, die sich für Sicherheit einsetzen. Um unsere Ziele zu erreichen, braucht es jedoch auch Druck von aussen. Mein Lebensauftrag ist es, Frauen zu schützen. Und nichts wird mich davon abhalten.»

Die Nationalrätin kündigt an, konsequent vorzugehen: «Ich habe genug. Ich habe bereits öffentlich gemacht, wer gegen die zusätzliche Million für die Sicherheit von Frauen gestimmt hat.»

Wer stimmte dafür, wer dagegen?

  • Ja: Aellen Cyril, Amoos Emmanuel, Andrey Gerhard, Arslan Sibel, Badertscher Christine, Badran Jacqueline, Bally Maya, Balmer Bettina, Barandun Nicole, Baumann Kilian, Bendahan Samuel, Berli Rudi, Bertschy Kathrin, Brenzikofer Florence, Brizzi Simona, Bulliard-Marbach Christine, Candan Hasan, Chappuis Isabelle, Chollet Clarence, Christ Katja, Clivaz Christophe, Cottier Damien, Crottaz Brigitte, Dandrès Christian, de Montmollin Simone, de Quattro Jacqueline, De Ventura Linda, Docourt Martine, Farinelli Alex, Fehlmann Rielle Laurence, Flach Beat, Fonio Giorgio, Fridez Pierre-Alain, Friedl Claudia, Funiciello Tamara, Gaillard Benoît, Giacometti Anna, Gianini Simone, Glättli Balthasar, Gobet Nadine, Gredig Corina, Grossen Jürg, Gugger Niklaus-Samuel, Gysi Barbara, Gysin Greta, Hässig Patrick, Jaccoud Jessica, Jauslin Matthias Samuel, Jost Marc, Kälin Irène, Klopfenstein Broggini Delphine, Mahaim Raphaël, Maitre Vincent, Marti Min Li, Marti Samira, Masshardt Nadine, Michaud Gigon Sophie, Molina Fabian, Nussbaumer Eric, Piller Carrard Valérie, Porchet Léonore, Prelicz-Huber Katharina, Pult Jon, Revaz Estelle, Riniker Maja, Rosenwasser Anna, Roth David, Roth Pasquier Marie-France, Rumy Farah, Ryser Franziska, Sauter Regine, Schaffner Barbara, Schläfli Nina, Schlatter Marionna, Schmezer Ueli, Schneider Meret, Seiler Graf Priska, Stämpfli Fabienne, Storni Bruno, Suter Gabriela, Töngi Michael, Trede Aline, Tschopp Jean, Vincenz-Stauffacher Susanne, von Falkenstein Patricia, Weber Céline, Weichelt Manuela, Wermuth Cédric, Wettstein Felix, Widmer Céline, Wyss Sarah, Zryd Andrea, Zybach Ursula
  • Nein: Addor Jean-Luc, Aeschi Thomas, Amaudruz Céline, Bläsi Thomas, Blunschy Dominik, Bregy Philipp Matthias, Büchel Roland Rino, Buffat Michaël, Burgherr Thomas, Bürgi Roman, Bürgin Yvonne, Calame Didier, Candinas Martin, de Courten Thomas, Dobler Marcel, Durrer-Knobel Regina, Egger Mike, Fehr Düsel Nina, Fischer Benjamin, Freymond Sylvain, Gafner Andreas, Gartmann Walter, Giezendanner Benjamin, Glarner Andreas, Glur Christian, Golay Roger, Götte Michael, Graber Michael, Grüter Franz, Guggisberg Lars, Gutjahr Diana, Haab Martin, Heimgartner Stefanie, Hess Erich, Hess Lorenz, Huber Alois, Hübscher Martin, Hug Roman, Hurter Thomas, Kamerzin Sidney, Kaufmann Pius, Knutti Thomas, Kolly Nicolas, Lohr Christian, Marchesi Piero, Martullo-Blocher Magdalena, Matter Thomas, Meier Andreas, Michel Simon, Nantermod Philippe, Nause Reto, Nicolet Jacques, Paganini Nicolò, Page Pierre-André, Pahud Yvan, Pamini Paolo, Pfister Gerhard, Portmann Hans-Peter, Quadri Lorenzo, Rechsteiner Thomas, Reimann Lukas, Riem Katja, Riner Christoph, Ritter Markus, Roduit Benjamin, Ruch Daniel, Rüegger Monika, Rüegsegger Hans Jörg, Rutz Gregor, Schilliger Peter, Schläpfer Therese, Schmid Pascal, Schneeberger Daniela, Schneider-Schneiter Elisabeth, Schnyder Markus, Silberschmidt Andri, Sollberger Sandra, Sormanni Daniel, Stadler Simon, Steinemann Barbara, Stettler Thomas, Strupler Manuel, Thalmann-Bieri Vroni, Theiler Heinz, Tuena Mauro, Umbricht Pieren Nadja, Vontobel Erich, Walliser Bruno, Walti Beat, Wandfluh Ernst, Wasserfallen Christian, Wismer-Felder Priska, Wyssmann Rémy, Zuberbühler David
  • Enthalten: Feller Olivier, Vietze Kris, Wehrli Laurent
  • Nicht teilgenommen: Alijaj Islam, Bäumle Martin, Bühler Manfred, Dettling Marcel, Imark Christian, Kutter Philipp, Müller Leo, Müller-Altermatt Stefan
  • Entschuldigt: Meyer Mattea, Tuosto Brenda