Leser über Turnschuh-Touristen «Gebt mir meine Schweiz zurück» – «Ich hab ein Recht, draussen zu schlafen»

Sven Ziegler

22.7.2025

Älpler im Kanton Uri: «Vorletztes Wochenende waren es 53 Zelte» – Fluch und Segen der Bergtouristen

Älpler im Kanton Uri: «Vorletztes Wochenende waren es 53 Zelte» – Fluch und Segen der Bergtouristen

Die Wanderroute zum Seewlisee im Kanton Uri war einst ein Geheimtipp – doch wegen Social Media wird die Idylle zunehmend zur Kulisse für Massenansturm, Müll und Missachtung.

16.07.2025

Die Schweiz kämpft gegen den Massentourismus. Immer mehr Gäste zieht es in die Berge. blue News Leser*innen sind wenig erfreut über diese Entwicklungen. 

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In der Schweiz geben touristische Konflikte an abgelegenen Bergseen zu reden.
  • Älpler*innen freuen sich zwar über die Besuchenden, ärgern sich jedoch über den Umgang mit der Natur und den Tieren.
  • blue News Leser*innen sind wenig erfreut.

In der Schweiz boomt seit der Corona-Pandemie das Wandern wie lange nicht mehr. Vor allem Social Media spielt dabei eine grosse Rolle.

Kein Weg scheint für die Wander*innen zu weit zu sein, um das perfekte Foto für Instagram und Co. zu schiessen – zum Entsetzen der Älpler*innen.

In den Bergregionen nimmt die Masse an Tourist*innen darum immer mehr zu. Auf der Urner Seewlialp campieren die Gäste teilweise wild am See. Die Betreiber sprechen von «150 bis 170 Personen» an nur einem Wochenende.

Im Appenzellerland machte jüngst eine Gruppe campierender Holländer am Fählensee Schlagzeilen. Der dortige Alpwirt verlangt jetzt eine Umtriebsgebühr für das Zelten auf der Kuhweide. 

Touristen am Urner Seewlisee sorgten in den vergangenen Tagen für Kritik.
Touristen am Urner Seewlisee sorgten in den vergangenen Tagen für Kritik.
Bild: Samuel Walder/blue News

Das Thema bewegt auch die blue News Leser*innen. «Die Schweiz ist kein Freilichtmuseum mit Bike-, Camping-, Lärm-, -Freipass für jeden und jede. Gebt mir meine Schweiz zurück», schreibt «d-zingg». 

Und «Emil» findet: «Da wollen wir übers Wochenende in die Berge, um den Musikboxen auf unseren Spielplätzen bis spät in die Nacht zu entkommen, nun lese ich, dass dies auch dort schon üblich ist. Mir stehen die Haare zu Berg.»

«Wird eher früher als später verboten»

«Overtourismus wird immer mehr zum Problem. Leider gehen Werte wie Anstand und Rücksichsichtnahme immer mehr verloren», schreibt «Realist1970», während «Flaupliki76» überzeugt ist: «Es wird eher früher als später verboten werden – weil es so einfach nicht geht. Rücksicht und Respekt sind halt Fremdwörter geworden.»

«Ai-am» schreibt: «Schon sehr bald wird es heissen, dass die Touristen nach Hause sollen. Die teils unwiderruflichen Schäden, die sie anrichten, sind viel grösser, als das bisschen Geld, das ihr mit ihnen verdienen könnten.»

«19DavidD78» hingegen hat Verständnis: «Es ist nachvollziehbar, dass immer mehr Menschen in die Berge ausweichen, wenn das Wildcampen fast überall in der Schweiz untersagt wird. Der Aufenthalt in der Natur, sei es zur Erholung oder zum sozialen Austausch, ist für viele Menschen von grosser Bedeutung.»

«Es liegt eindeutig am Verhalten Touristen»

Und «Oli» findet: «Ich als Schweizer Bürger bin stolz auf die Schönheit meines Landes und möchte dies auch geniessen. Ich wohne hier, zahle Steuern und arbeite. Also habe ich das Recht, draussen zu schlafen, solange ich mich respektvoll verhalte.»

«Franko» indes ist gespalten: «Einerseits lässt der Tourismus Geld in die Kassen fliesen, andererseits schadet ein hoher Tourismus der Natur. Vor allem dann, wenn gewisse Touristen sich nicht um die Umwelt kümmern und einfach ihren Abfall dort liegen lassen, wo sie wild campierten.

Und weiter: «Es liegt eindeutig am Verhalten jener Touristen, denen es nur um ihr ‹Naturerlebnis› geht und denen alles Andere egal ist.»

Jetzt bist du dran

  • Kennst du einen Schweizer Ort, der plötzlich zum Social-Media-Hotspot geworden ist und jetzt überrannt wird? Schreib uns!
  • Am einfachsten erreichst du uns über WhatsApp unter +41 79 282 27 12 oder per E-Mail .

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