Bürger*innen mittendrinZoff zwischen Zürcher Gemeinde und Kanton eskaliert
Sven Ziegler
24.2.2025
Zwischen Gemeinde und Kanton tobt ein Streit.
sda
Die Gemeinde Zollikon ZH wehrt sich mit einer ungewöhnlichen Aktion gegen die geplante Deponie im Gebiet Brunnenwisen. Sie ruft Bürger*innen dazu auf, eigene Einwendungen beim Kanton einzureichen.
Die Gemeinde Zollikon mobilisiert ihre Bevölkerung gegen die geplante Deponie im Naherholungsgebiet Brunnenwisen.
Der Kanton Zürich plant im Rahmen einer Teilrevision des Richtplans neue Deponiestandorte – darunter auch die rund 20 Hektar grosse Fläche zwischen Zollikerberg und Binz. Das berichtet die «Zürichsee-Zeitung».
Bereits im April 2024 hatte Gemeindepräsident Sascha Ullmann (GLP) angekündigt, sich «mit allen Mitteln zur Wehr zu setzen». Nun geht der Gemeinderat einen Schritt weiter und ruft die Bevölkerung offiziell dazu auf, individuelle Einwendungen gegen den Standort einzureichen.
Dafür hat die Gemeinde auf ihrer Website Mustervorlagen veröffentlicht, die Bürgerinnen und Bürger nur noch unterschreiben und absenden müssen. Eine detaillierte Anleitung erleichtert den Prozess zusätzlich.
Die Bedenken der Gemeinde Zollikon sind vielfältig
«Wir haben viele Anfragen von besorgten Einwohnern erhalten, die wissen wollten, wie sie sich gegen die Deponiepläne wehren können», sagt Bauvorstand und Gemeinderat Dorian Selz (GLP) gegenüber der «Zürichsee-Zeitung.»
Die Bedenken der Gemeinde sind vielfältig: Das Gebiet Brunnenwisen sei ein wertvolles Biotop mit seltenen und geschützten Arten wie Amphibien, Schnecken, Flechten, Pilzen und Moosen.
Zudem liege der geplante Standort weniger als 100 Meter von einem Wohngebiet entfernt – ein klarer Verstoss gegen die Kriterien des Kantons.
Zu enge Kurven, zu schmale Strassen
Auch die Verkehrsanbindung wird vom Gemeinderat kritisiert: Enge Kurven, schmale Strassen und die Nähe zu dicht besiedelten Quartieren würden den An- und Abtransport von Lastwagen massiv erschweren.
Der Kanton Zürich äusserte sich auf Anfrage zurückhaltend zum Vorgehen der Gemeinde. Die Baudirektion betonte, dass nicht die Anzahl der Einwendungen, sondern deren inhaltliche Argumente entscheidend seien.
Die öffentliche Auflage des Richtplans läuft noch bis Mitte März. Danach wird der Kantonsrat über die definitiven Deponiestandorte entscheiden.
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