Ansturm auf Deutschschweizer Ausflugsziele — 36 Neuinfektionen

Agenturen/toko

21.5.2020 - 17:50

Bestes Badewetter, aber nur Schwimmen ist erlaubt

Bestes Badewetter, aber nur Schwimmen ist erlaubt

Seit dem 11. Mai können Schwimmbäder geöffnet sein, jedoch ist nur Schwimmen erlaubt. In Aarberg BE dürfen sich maximal 10 Personen auf zwei Bahnen verteilt aufhalten. Das Aufhalten auf der Liegewiese ist nicht erlaubt und das Planschbecken für Kinder abgesperrt. Nach einer wettermässig schlechten ersten Woche sind die Badebedingungen in der zweiten Woche um einiges besser. Am Auffahrtsdonnerstag hätte die Badi Aarberg zu normalen Zeiten mit bis zu 2000 Besuchern rechnen können. Wegen den Einschränkungen konnten nur gegen die 70 Schwimmerinnen und Schwimmer hereingelassen werden können.

21.05.2020

Zu Beginn des verlängerten Wochendes gab es bislang zwar keinen Stau am Gotthard — dafür aber einen Ansturm auf Deutschschweizer Ausflugsziele. Das BAG meldet unterdessen 36 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Weltweit hat die Zahl der Covid-19-Fälle die Marke von fünf Millionen überschritten. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 36 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, 4 weniger als am Mittwoch. Insgesamt gab es 30'694 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mitteilte.

Am Dienstag hatte BAG noch 21 und am Montag 10 neu registrierte Ansteckungen gemeldet. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1’638 an, acht mehr als am Mittwoch. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Donnerstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Zum Beginn des verlängerten Auffahrtswochenendes ist der Stau am Gotthard ausgeblieben. Stattdessen kam es zu verstopften Strassen in mehreren Naherholungs- und Berggebieten auf der Alpennordseite wie im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und am Genfersee.

Die SBB eruieren die Offenheit ihrer Stammkundschaft gegenüber einer Einführung von einzelnen Waggons mit Maskenpflicht an jedem Zug. Mit der Umfrage will sich der Bahnkonzern ein genaueres Bild machen von den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Mobilitätsverhalten.

Eine Frage betrifft ganz konkret einzelne Wagen mit Maskenpflicht an jedem Zug. Die Kunden werden gefragt, ob sie im Vergleich zur geltenden Masken-Empfehlung weniger oft oder häufiger mit der Bahn reisen würden, wenn es ein solches Angebot mit Tragpflicht geben würde. Auch die Frage nach einer generellen Maskenpflicht in SBB-Zügen wird in der Umfrage gestellt.

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) lehnt die Idee ab und fordert eine generelle Maskenpflicht. Die SBB würden bei dem Vorschlag nur an die Kundschaft denken, aber nicht ans Personal, das Kontrollen in sämtlichen Wagen durchführen müsse, sagte SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger gegenüber Radio SRF.

Die Zahl der weltweiten Infektionen mit dem Coronavirus hat laut den Forschern der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität die Marke von fünf Millionen überschritten. Rund 328'000 Menschen sind dabei an Covid-19 verstorben. Am Stärksten sind die USA betroffen, mit mehr als 1,5 Millionen Infektionen und über 93'000 Toten.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Stau am Gotthard blieb zwar aus — dafür gab es einen Ansturm auf Deutschschweizer Ausflugsziele.
  • Easyjet wird den Flugbetrieb ab 15. Juni wieder aufnehmen — darunter auch ab Genf.
  • Das BAG meldet 36 Neuansteckungen mit dem Coronavirus, etwas weniger als am Mittwoch.
  • Die SBB fragen nach der Akzeptanz für einzelne Waggons mit Maskenpflicht.
  • Weltweit gibt es nun mehr als fünf Millionen bestätigte Fälle von Coronavirus-Infektionen.
  • Deutsche und französische Gewerkschaften haben den Merkel-Macron-Plan als unzureichend kritisiert.
  • Brasilien meldet fast 20'000 Neuinfektionen an einem Tag — so viel wie noch nie. 

17.32 Uhr: Salgado warnt vor «Völkermord» an Amazonas-Ureinwohnern

Der brasilianische Fotograf und Umweltaktivist Sebastião Salgado hat vor lebensbedrohlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Ureinwohner Brasiliens gewarnt. Sollte die brasilianische Regierung nicht mehr unternehmen, um die Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, werde es einen «Völkermord» an den Ureinwohnern geben, sagte Salgado der Nachrichtenagentur AFP. «Die Ureinwohner werden im Stich gelassen», kritisierte er.

«Da Goldgräber, Holzfäller, Bauern und religiöse Sekten in ihre Gebiete eindringen, besteht ein grosses Risiko, dass das Coronavirus die indigene Bevölkerung infiziert», sagte der Fotograf. Die Gefahr einer «echten Katastrophe» sei sehr gross und die Bezeichnung «Völkermord» in diesem Zusammenhang keine Übertreibung. «So nenne ich es. Völkermord ist die Auslöschung einer ethnischen Gruppe und auch ihrer Kultur», sagte Salgado.

17.08 Uhr: Hamas schliesst Gaza-Grenze wegen Corona-Neuinfektionen

Nach einer Zunahme von Corona-Infektionen hat die im Gazastreifen herrschende Hamas Einreisen in das Gebiet vorerst untersagt. Wie ein hochrangiges Mitglied der islamistischen Palästinenserorganisation  ankündigte, werden die beiden einzigen Personen-Grenzübergänge Rafah und Erez bis Ende Juni für Einreisende geschlossen.

In dem dicht besiedelten Küstenstreifen leben zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen. Eine starke Ausbreitung des Coronavirus in dem Gebiet gilt deshalb als Horrorszenario. Rafah ist die Verbindung des Gazastreifens nach Ägypten, Erez nach Israel.

Der Corona-Ausbruch im Gazastreifen verlief entgegen der Befürchtungen bislang glimpflich. Nach Angaben des Gaza-Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden in den vergangenen drei Tagen jedoch 29 Corona-Neuinfektionen registriert. Die Zahl aller bekannten Fälle seit Ausbruch des Virus in dem Gebiet am 5. März stieg damit auf 49. Todesfälle sind bislang nicht bekannt. Nach Angaben des Ministeriums waren alle neu Erkrankten kürzlich über die Übergänge Rafah und Erez in den Gazastreifen zurückgekehrt.

16.49 Uhr: «Intensive Nacht»: Luzerner Polizei räumt Parkanlagen

Die Luzerner Polizei hat in der Nacht auf Donnerstag verschiedene Parkanlagen geräumt. Besucher hatten die Abstandsregeln nicht eingehalten und Lärm gemacht. Am Auffahrtstag waren diverse Parkplätze bei Ausflugszielen bereits am Vormittag belegt. In der Stadt hielten sich die vielen Menschen an die Schutzmassnahmen.

Die Nacht auf Donnerstag sei «intensiv» gewesen, teilte die Luzerner Polizei mit. Man habe in der Stadt nach Mitternacht namentlich das «Apothekergärtli» bei der Ufschütti und den Inselipark geräumt, weil Personen gegen die Schutzmassnahmen verstossen hätten. Insgesamt seien in diesem Zusammenhang im ganzen Kanton Luzern mehr als 30 Ordnungsbussen verteilt worden.

Im «Apothekergärtli» waren rund 100 Personen zugegen, die die Abstandsregeln nicht eingehalten und zudem Ruhestörungen begangen hätten, hiess es in der Mitteilung. Zuvor hatte die Polizei auf der Lidowiese eine Gruppe von 20 Personen kontrolliert und Bussen verteilt. Im Inselipark hatten sich rund 70 Personen versammelt.

Auch am Tag seien in Luzern viele Menschen in der Altstadt und an den Quais unterwegs gewesen. Sie hätten die Covid-19-Massnahmen jedoch weitestgehend eingehalten. Die Restaurantbetriebe hätten sich vorbildlich verhalten. Auch auf den Liegewiesen seien die Abstände eingehalten worden. Bei der Ufschütti sei jedoch ein massives Personenaufkommen festgestellt worden. Die Schutzmassnahmen seien dort nicht mehr durchsetzbar gewesen.

16.33 Uhr: Zahl der Einreisen per Flugzeug nach Spanien um 99,7 Prozent gefallen

Im wichtigsten europäischen Urlaubsland Spanien sind die Einreisen per Flugzeug im April wegen der Corona-Beschränkungen um 99,7 Prozent zurückgegangen. Insgesamt seien nur 21'327 Einreisen registriert worden nach mehr als sieben Millionen im April 2019, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf Angaben der staatlichen Tourismusorganisation Turespaña.

Spanien hat zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie alle nicht unbedingt notwendigen Reisen untersagt. Seit Freitag vergangener Woche gilt zudem für alle Ausländer nach der Einreise eine zweiwöchige Pflicht zu häuslicher Quarantäne.



Der Tourismus ist für Spanien eine wichtige Einnahmequelle. Im vergangenen Jahr verbrachten nach Angaben des Statistikamts INE 83,7 Millionen Ausländer ihren Urlaub in Spanien, mehr als in jedem anderen Land Europas. Sie gaben insgesamt 92,3 Milliarden Euro (rund 98,1 Mrd. Franken) im Land aus.

Hoffnungen auf eine baldige Grenzöffnung für Touristen hat die Regierung aber gerade erst einen Dämpfer verpasst. «Ich hoffe, dass wir die touristischen Aktivitäten Ende Juni wieder aufnehmen können», sagte am Montag Verkehrsminister José Luis Ábalos. «Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir der spanischen Bevölkerung noch eine Ausgangssperre auferlegen», betonte er.

16.00 Uhr: AstraZeneca bekommt Bestellungen für Impfstoff 

Der Medikamentenhersteller AstraZeneca hat erste Bestellungen für 400 Millionen Dosen eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus erhalten. Das britisch-schwedische Unternehmen teilte mit, es habe mehr als eine Milliarde Dollar (rund 970 Mrd. Franken) von der US-Impfstoffbehörde bekommen, um den Impfstoff zu entwickeln, produzieren und ab Herbst zu liefern. Die Investition werde die Entwicklung und Produktion des Impfstoffs beschleunigen, teilte der Geschäftsführer von AstraZeneca, Pascal Soriot, mit.

Das Unternehmen hatte sich bereits mit der britischen Regierung zusammengetan. Auch die Pharmaunternehmen Moderna und Sanofi bemühen sich, einen Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln und herzustellen. Nach Expertenangaben wird ein Impfstoff wichtig dafür sein, dass Länder ihre Beschränkungen des öffentlichen Lebens lockern können.



AstraZeneca teilte mit, es habe eine Herstellungskapazität für eine Milliarde Dosen erzielt. Es wolle weitere Abkommen schliessen, um die Kapazität in den nächsten Monaten weiter auszubauen, «um für die Lieferung eines global verfügbaren Impfstoffs zu sorgen».

Der Impfstoff ist als AZD1222 bekannt. Er wurde vom Jenner Institute der Universität Oxford entwickelt, das mit der Oxford Vaccine Group zusammenarbeitete.

15.52 Uhr: Wiener Prater startet nach Corona-Pause am 29. Mai

Der Vergnügungspark im Wiener Prater mit dem bekannten Riesenrad öffnet nach der Corona-Zwangspause am 29. Mai wieder. Die Attraktionen und anderen Betriebe hätten Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sagte eine Sprecherin der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Dazu zählten etwa Abstandsmarkierungen, um dichtes Gedränge vor den Attraktionen zu vermeiden. Zudem soll eine Zuteilung der Sitzplätze auf den Fahrgeschäften erfolgen. Das Personal werde mit Schutzmasken und Handschuhen arbeiten. Ausserdem würden die Fahrgeschäfte und anderen Betriebe regelmässig desinfiziert.

Der Vergnügungspark im Wiener Prater ist nach eigenen Angaben der älteste der Welt. Eine der Attraktionen ist das Wiener Riesenrad, eines der Wahrzeichen der österreichischen Hauptstadt, das 1897 errichtet wurde.

15.47 Uhr: SEV beharrt auf genereller Maskenpflicht

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) lehnt die Idee von Masken in einzelnen Waggons ab ab und fordert eine generelle Maskenpflicht. Die SBB würden bei dem Vorschlag nur an die Kundschaft denken, aber nicht ans Personal, das Kontrollen in sämtlichen Wagen durchführen müsse, sagte SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger gegenüber Radio SRF.

Maskenträger sind in den Zügen aktuell eine kleine Minderheit. Bei der Schutzregel brauche es noch einen Effort, hatte der neue SBB-Chef Vincent Ducrot vor Wochenfrist eingeräumt, nachdem der Bahnbetrieb wieder deutlich hochgefahren worden war. Eine dieser Schutzregeln lautet: «Masken tragen, wenn viele Reisende in den Zügen sind.»



Ende April hatten SBB und Postauto ihr Schutzkonzept vorgestellt. Sie empfehlen in Zügen und Bussen dringend eine Hygienemaske, wenn der Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Zudem seien nur nötige Reisen anzutreten und Stosszeiten wenn möglich zu vermeiden.

15.26 Uhr: Bericht: Polizei löst Party von «Bachelorette»-Kandidaten auf

Eine Grill-Party von ehemaligen und aktuellen «Bachelore»- und «Bachelorette»-Kandidaten ist offenbar zu einer grossen Party ausgeartet, die von der Polizei aufgelöst werden musste. Wie «20 Minuten» unter Berufung auf einen Teilnehmer berichtet, nahmen an der Feier im im Hürstwald in Zürich Affoltern wohl über 100 Personen teil, wenngleich diese mit 25 Personen geplant gewesen sei. Derzeit sind Zusammentreffen von mehr als fünf Personen noch untersagt.

Auf Abstandregeln sei offenbar nicht geachtet worden. Wie es in dem Bericht weiter heisst, habe die Polizei die Veranstaltung aufgelöst. Allerdings zog dem Bericht zufolge eine grössere Gruppe auf die Aussichtsplattform Waid am Hönggerberg — wo schliesslich 150 Leute feierten.

Dort rückte die Polizei laut einem Teilnehmer mit mehreren Kastenwägen und Hunden an. Es soll offenbar zu einer Schlägerei mit rund 50 Beteiligten gekommen sein. Die Stadtpolizei Polizei bestätigte zwei Einsätze, man habe mehrere Personen kontrolliert und eine mit auf die Wache genommen. Weitere Details gab die Stadtpolizei nicht bekannt. 

15.17 Uhr: Erneut gut 2,4 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter. In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung mitteilte. In der Vorwoche hatte es knapp drei Millionen Neuanträge gegeben.

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits fast 39 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren — so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts.

15.00 Uhr: Italiens Regierungschef dankt Bürgern nach drei Monaten Corona

Drei Monate nach dem Ausbruch der Corona-Welle in Italien hat Ministerpräsident Giuseppe Conte seine Landsleute für ihre Disziplin im Kampf gegen das Virus gelobt. «Wenn das Schlimmste hinter uns liegt, dann haben wir das den Bürgern zu verdanken, die ihren Lebensstil geändert haben», sagte Conte in einer Rede vor der Abgeordneten-Kammer in Rom. Allerdings würden die Herausforderungen der nächsten Monate noch schwieriger werden. Italien müsse die notleidende Wirtschaft in Gang bringen und zugleich die Infektionsraten im Griff behalten.

Um die Tourismusbranche zu fördern, rief Conte die 60 Millionen Bürger zum Urlaub im eigenen Land auf. Besonders an die Jugendlichen gewandt mahnte er allerdings, dass die Zeit noch nicht reif sei für Übermut, Feste und den Neustart des Nachtlebens. Es hatte zuletzt Berichte gegeben über Feiern und Ansammlungen junger Menschen.

Ausserdem forderte Conte von den Banken mehr Einsatz: «Das Bankensystem kann und muss mehr tun, um Kredite bereitzustellen», sagte der parteilose Regierungschef. Er kündigte an, dass Italien in Kürze mit den Tests der geplanten Anti-Corona-App «Immuni» beginnen werde. Damit sollen Kontaktpersonen von Infizierten schneller entdeckt werden. In einer Bilanz des Kampfes gegen die Covid-19-Krankheit sagte Conte, Italien stehe bei der Zahl der Abstriche pro Einwohner vorne. Bisher seien 3,17 Millionen Tests auf eine Corona-Infektion gemacht worden.

Die Viruswelle war am 20. Februar durch Krankheitsfälle in Norditalien ans Licht gekommen. Seitdem zählten die Behörden bis 20. Mai insgesamt 227 364 Infektionen und mehr als 32'000 Corona-Tote. Nach Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gehen die Zahlen der Neuinfektionen seit langem zurück. Nach der Rede in der grösseren Parlamentskammer sprach der Premier auch im Senat in Rom.

14.32 Uhr: Keine Neuinfektionen in Baselland

Im Kanton Basel-Landschaft hat sich das Coronavirus nicht weiter ausgebreitet. Wie schon am Mittwoch, wurden auch am Donnerstag 838 Infizierte registriert. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung betrug unverändert 35.

Von den 838 Infizierten galten an Auffahrt 798 als genesen, wie aus der täglich aktualisierten Statistik zur Coronavirus-Pandemie auf der Website des Kantons Baselland hervorgeht. Wie schon am Vortag, befanden sich auch am Donnerstag drei Personen in Spitalpflege, alle auf einer normalen Station.

14.15 Uhr: Österreich setzt bei Tourismus-Neustart auf Tausende Corona-Tests

Die österreichische Regierung setzt beim Neustart des Tourismus ab dem 29. Mai auf Corona-Tests für möglichst viele Mitarbeiter in Hotels und Beherbergungsbetrieben. «Wir werden sehr viel investieren als Republik Österreich, um hohe Testkapazitäten zu haben und möglichst viel und möglichst regelmässig Mitarbeiter, die am Gast tätig sind, zu testen», sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz in Wien.

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, erklärte, dass bis Anfang Juli Kapazitäten für wöchentlich 65'000 Tests für die Mitarbeiter in den Unterkünften aufgebaut werden sollen. Der Bund werde die Kosten für die Tests übernehmen. Mahrer sprach von «einem der besten Investments, dass man für den Tourismus-Standort machen kann.»

In Österreich dürfen Hotels und Beherbergungsbetriebe ab dem 29. Mai wieder öffnen. Im Eingangsbereich sowie an der Rezeption gilt dann eine Mundschutzpflicht. Gästegruppen sollen aber ähnlich wie Menschen aus einem gemeinsamen Haushalt behandelt werden und müssen demnach untereinander keinen Sicherheitsabstand einhalten. Buffets sind mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt, auch die hoteleigenen Wellness-Einrichtungen dürfen genutzt werden.

Da ab Mitte Juni die deutsch-österreichische Grenze wieder ohne Einschränkungen passierbar sein soll, ist auch für Deutsche der Sommerurlaub in Österreich nach aktuellem Stand möglich. Die deutschen Gäste sind für den österreichischem Tourismus die wichtigste Urlaubergruppe.

13.51 Uhr: Libanons Premier warnt vor Nahrungskrise und neuen Flüchtlingen

Libanons Ministerpräsident Hassan Diab hat vor einer schweren Lebensmittelkrise in seinem Land gewarnt. «Viele Libanesen haben bereits aufgehört, Fleisch, Obst und Gemüse zu kaufen, und könnten bald sogar Schwierigkeiten haben, sich Brot zu leisten», schrieb er in einem am Mittwochabend veröffentlichten Beitrag für die «Washington Post». Warnungen von Menschenrechtlern und der Weltbank zufolge könnte mehr als die Hälfte der Haushalte am Ende des Jahres nicht mehr in der Lage sein, Lebensmittel zu kaufen.

Der Regierungschef rief die USA und die EU auf, einen Notfallfonds für den Nahen Osten einzurichten, um eine schwere Lebensmittelkrise in der Region zu verhindern. Hunger könnte ansonsten einen neuen Zustrom von Migranten auslösen. Im Libanon leben nach UN-Angaben mehr als 900'000 Flüchtlinge aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien. Viele von ihnen befinden sich in einer verzweifelten Situation.

Das Land am Mittelmeer erlebt eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Der Libanon zählt zu den am stärksten verschuldeten Staaten weltweit. Im März konnte die Regierung erstmals fällige Staatsanleihen nicht bedienen. Experten warnen vor einem Staatsbankrott. Das Libanesische Pfund hat in den vergangenen Monaten mehr als die Hälfte an Wert verloren. Die Regierung verhandelt mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über einen Rettungsplan.

13.28 Uhr: Ansturm auf Deutschschweizer Ausflugsziele

Zum Beginn des verlängerten Auffahrtswochenendes ist der Stau am Gotthard ausgeblieben. Stattdessen kam es zu verstopften Strassen in mehreren Naherholungs- und Berggebieten auf der Alpennordseite wie im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und am Genfersee.

In der Innerschweiz kam es etwa in der Region Vierwaldstättersee auf der A4 zwischen Goldau SZ und Sisikon UR auf mehreren Abschnitten zu Stau. Die Ausflügler brauchten laut dem Verkehrsdienst TCS bisweilen bis zu 45 Minuten Geduld, um vorwärts zu kommen.

Ausflügler am Klöntalersee oberhalb von Glarus.
Bild: KEYSTONE/ARNO BALZARINI (Archivbild)

Im Kanton Glarus machte die Polizei die Zufahrt zum Klöntalersee dicht, weil schon am Mittag alle Parkplätze in der Ausflugsregion besetzt waren. Auch vom Urner Borden zwischen Uri und Glarus wurde übermässig viel Sportverkehr gemeldet.

Verstopfte Strassen und eine Blechlawine gab es auch am Brünig. Dort bildete sich auf der Anfahrt im Kanton Obwalden zwischen Sarnen und Lungern um die Mittagszeit ein Stau.

Am Auffahrtsdonnerstag herrschte praktisch in der ganzen Schweiz schönes Sommerwetter. Zudem waren am 11. Mai weitere Lockerungen der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie in Kraft getreten. So dürfen seit gut einer Woche unter anderem Gastrobetriebe wieder geöffnet haben. Seitdem erlebten laut dem Verkehrsdienst Viasuisse Ausflüge innerhalb der Schweiz wieder einen Aufschwung.

13.13 Uhr: Zwei Neuinfizierte im Kanton Bern

Die Zahl der Corona-Neuansteckungen verharrt auch im Kanton Bern auf tiefem Niveau. Am Donnerstag wurden lediglich zwei neue Fälle bekannt, wie der Kanton Bern auf seiner Website mitteilte.

Insgesamt 1869 Menschen sind im Kanton Bern seit Ausbruch der Pandemie positiv getestet worden. 96 Personen sind an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Auf der Intensivstation lagen am Donnerstag noch drei Menschen. Sie waren alle auf künstliche Beatmung angewiesen.

12.58 Uhr: Easyjet fliegt auch wieder ab Genf

Der Billigflieger Easyjet nimmt den Flugbetrieb ab dem 15. Juni von 21 europäischen Flughäfen, schrittweise wieder auf darunter auch Genf. Dazu führt er neue Sicherheits- und Gesundheitsvorkehrungen ein. Passagiere, Besatzung und Bodenpersonal müssen Masken tragen.

Die ersten Flüge aus der Schweiz werden von Genf nach Barcelona, Porto, Lissabon und Nizza durchgeführt.

12.37 Uhr: Japan lockert Covid-Notstand weiter

Japan hat den Corona-Notstand in weiteren Landesteilen vorzeitig aufgehoben. Regierungschef Shinzo Abe erteilte die Freigabe für die Präfekturen Osaka, Kyoto und Hyogo. Für den Grossraum Tokio sowie die nördlichste Provinz Hokkaido gelte der Notstand zwar vorerst weiter, könnte aber möglicherweise am Montag ebenfalls aufgehoben werden, erklärte Abe.

Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gegolten — wobei das keine harten Ausgangsbeschränkungen wie in Europa bedeutet. Die Bürger in Japan sind nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Zuvor hatte Abe bereits in den meisten Landesteilen den Notstand aufgehoben. Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Virus verhindert werden könne, hiess es.

Der Trend der täglichen Neuinfektionen zeigt nach unten. Japan zählt rund 17'100 Infektionen und rund 800 Todesfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Kritiker hatten Abes Regierung vorgeworfen, viel weniger zu testen als andere Länder. Andere Experten halten jedoch dagegen, dass Japan viel weniger Tote und Betroffene mit schweren Symptomen aufweise.

Dazu habe beigetragen, dass in Japan mit seiner hohen Bevölkerungsdichte seit jeher hoher Wert auf Hygiene gelegt wird. Masken zu tragen ist in Japan normal. Hinzu kommen kulturelle Besonderheiten ' wie das Verbeugen statt Händeschütteln oder dass Japaner vor dem Betreten des Hauses immer erst die Schuhe ausziehen.

12.16 Uhr: 36 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 36 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, 4 weniger als am Mittwoch. Insgesamt gab es 30'694 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mitteilte.

Am Dienstag hatte BAG noch 21 und am Montag 10 neu registrierte Ansteckungen gemeldet. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen.

Binnen eines Tages wurden in der Schweiz 36 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert.
KEYSTONE/LAURENT GILLIERON (Symbolbild)

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstagmittag 1896. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten und aktualisiert sie zweimal täglich, mittags und abends.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1638 an, acht mehr als am Mittwoch. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Donnerstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Landesweit wurden bislang insgesamt 361'692 Tests durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 10 Prozent positiv.

12.03 Uhr: SBB denken an Waggons mit Maskenpflicht

Die SBB eruieren die Offenheit ihrer Stammkundschaft gegenüber einer Einführung von einzelnen Waggons mit Maskenpflicht an jedem Zug. Mit der Umfrage will sich der Bahnkonzern ein genaueres Bild machen von den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Mobilitätsverhalten.

Daraus würden dann allenfalls mögliche Massnahmen abgeleitet, wie das Verhalten der Menschen so verändert werden könnte, dass die Nachfrage wieder steigt, bestätigte SBB-Sprecher Raffael Hirt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht von blick.ch. Die Umfrage bei einer dreistelligen Zahl von SBB-Stammkunden laufe seit Mittwoch. Resultate und Tendenzen gebe es noch keine.



Maskenträger sind in den Zügen aktuell eine kleine Minderheit. Bei der Schutzregel brauche es noch einen Effort, hatte der neue SBB-Chef Vincent Ducrot vor Wochenfrist eingeräumt, nachdem der Bahnbetrieb wieder deutlich hochgefahren worden war. Eine dieser Schutzregeln lautet: «Masken tragen, wenn viele Reisende in den Zügen sind.»

Ein Mann mit Maske auf dem Weg zum Zug am Bahnhof in St. Gallen. 
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER (Archivbild)

11.48 Uhr: Tschechien skeptisch bei Corona-Hilfsfonds

Die tschechische Finanzministerin Alena Schillerova fordert, dass der vorgeschlagene europäische Corona-Rettungsfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro (rund 530 Mrd. Franken) nicht zu Einsparungen in anderen Bereichen führt. «Ich halte es für entscheidend, dass wir keine grundlegenden Änderungen im gemeinsamen europäischen Haushalt machen», sagte die Politikerin der Zeitung «Hospodarske noviny» (Donnerstag). Andernfalls sei eine Einigung unter den 27 EU-Staaten nicht zu erzielen. Schillerova hob die Bedeutung des Kohäsionsfonds hervor, von dem die östlichen Mitgliedstaaten profitieren.



Kritisch zum deutsch-französischen Vorschlag eines Corona-Fonds hatte sich zuvor bereits der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis geäussert. «Auch die Solidarität hat gewisse Grenzen», warnte der Gründer der populistischen Partei ANO. Sein Land habe in der Coronavirus-Krise schnell reagiert. «Es wäre ungerecht, wenn wir dafür, dass wir erfolgreich waren, bestraft würden», erklärte der Multimilliardär. Er erwarte eine «schwierige Debatte». Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten vorgeschlagen, 500 Milliarden Euro für die von der Pandemie stark betroffenen EU-Staaten bereitzustellen.

11.29 Uhr: «Operation Haarschnitt» gegen Corona-Beschränkungen in Michigan

Coiffeure haben sich im US-Bundesstaat Michigan Protesten gegen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus angeschlossen und anderen Demonstranten kostenlos die Haare geschnitten. Auf Friseurstühlen und mit Umhängen ausgestattet bekamen am Mittwoch mehrere Leute direkt vor dem Parlament in der Hauptstadt Lansing einen neuen Schnitt verpasst, wie Fotos zeigten. Die Polizei schrieb auf Twitter, rund 350 Demonstranten hätten sich unter dem Motto «Operation Haarschnitt» vor dem Kapitol versammelt.

«Aktion Haarschnitt» in Michigan gegen Corona-Regeln

«Aktion Haarschnitt» in Michigan gegen Corona-Regeln

Gegner der Corona-Massnahmen in den USA haben im Bundesstaat Michigan mit einer «Aktion Haarschnitt» demonstriert. Hunderte Demonstranten standen am Mittwoch in der Stadt Lansing Schlange, um sich unter freiem Himmel die Haare schneiden zu lassen.

21.05.2020

In den vergangenen Wochen gab es im demokratisch regierten Michigan immer wieder Proteste wegen der anhaltenden Beschränkungen. Friseursalons mussten im Zuge dessen wie viele andere Geschäfte, die in der Krise nicht als unverzichtbar gelten, vorübergehend schliessen. Während einer Protestaktion vor drei Wochen waren bewaffnete Demonstranten in das Parlament eingedrungen.

11.05 Uhr: WWF: Tropenwald-Zerstörung im März mehr als verdoppelt

Im Zuge der Covid-19-Pandemie hat die Zerstörung des Tropenwaldes weltweit massiv zugenommen. Das geht aus einer heute veröffentlichten Studie der Umweltstiftung WWF hervor, für die sie Satelliten-Daten der University of Maryland auswertete. «Alles weist darauf hin, dass wir es bei der explodierenden Waldzerstörung mit einem Corona-Effekt zu tun haben», sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland.



Die Fläche der Tropenwälder in den 18 untersuchten Ländern schrumpfte im «Corona-Monat» März demnach um 6500 Quadratkilometer, was etwa sieben Mal der Fläche Berlins entspricht. Dies bedeutet laut WWF-Analyse einen Anstieg der Waldzerstörung um durchschnittlich 150 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Am meisten betroffen waren im März demnach Indonesien mit mehr als 1300 Quadratkilometern, der Kongo mit 1000 Quadratkilometern und Brasilien mit 950 Quadratkilometern. Das nichtstaatliche brasilianische Amazonas-Forschungsinstitut Imazon hat in Amazonien für April ebenfalls eine abgeholzte Fläche von 529 Quadratkilometern registriert — ein Anstieg von 171 Prozent im Vergleich zum April des vergangenen Jahres, wie Imazon der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

10.34 Uhr: Covid-Manager in Sizilien wegen Korruption gefasst

Der Beauftragte in Sizilien für das Krisenmanagement in der Corona-Pandemie ist wegen Vorwürfen der Korruption gefasst worden. Der Covid-Manager aus Palermo sei neben anderen Verdächtigen in den Hausarrest gekommen, teilte die Finanzpolizei mit. Insgesamt wurden zwölf Haftbefehle beantragt. Bei den Ermittlungen ging es um die ungerechtfertigte Vergabe von öffentlichen Aufträgen seit 2016.

Es handle sich um «ein Machtzentrum aus untreuen Geschäftsleuten, Unternehmern und Beamten, die den öffentlichen Dienst den privaten Interessen unterworfen hätten, «um ungebührliche und erhebliche wirtschaftliche Gewinne im öffentlichen Gesundheitswesen» zu machen.

Sizilien ist von der Covid-19-Lungenkrankheit nicht so stark wie Norditalien betroffen. Insgesamt gab es dort rund 3’500 Infektionen. Allerdings hatten Experten immer wieder vor katastrophalen Auswirkungen in den dort weniger gut ausgerüsteten Krankenhäusern gewarnt, sollte es zu einem grösseren Ausbruch auf der Insel kommen. Die jetzigen Ermittlungen bezogen sich auf die letzten vier Jahre — und nicht speziell auf die Covid-Krise.

10.19 Uhr: Billigflieger Easyjet nimmt im Juni wieder Flüge auf

Der britische Billigflieger Easyjet will vom 15. Juni an wieder erste Flüge anbieten. Dabei werden hauptsächlich Strecken innerhalb Grossbritanniens angeboten, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Bedient werden sollen insgesamt 22 Flughäfen, darunter London-Gatwick, Edinburgh, Glasgow und Belfast.

Easyjet-Chef Johan Lundgren sprach von «kleinen, vorsichtig geplanten Schritten». Die Airline kündigte zusätzliche Sicherheitsmassnahmen wegen der Corona-Krise an. So sollen beispielsweise Passagiere, Besatzung und das Bodenpersonal Masken tragen.

Das Unternehmen ist derzeit nicht nur von der Pandemie getroffen, sondern auch von einem Hackerangriff. Unbekannte haben sich Zugang zu E-Mail-Adressen und Reisedetails von etwa neun Millionen Kunden verschafft, wie am Dienstag bekannt geworden war. Es soll keine Hinweise darauf geben, dass die Informationen missbraucht wurden. Bei über 2’200 Kunden wurde laut Easyjet auf Daten von Kreditkarten zugegriffen.

10.06 Uhr: Frau darf nach mehreren Anträgen kranke Schwester in Australien sehen

Nach mehreren abgelehnten Anträgen hat die australische Regierung einer Frau aus Neuseeland die Erlaubnis erteilt, deren todkranke Schwester in Australien zu besuchen. Australien hatte die Bitte von Christine Archer, von Neuseeland dorthin fliegen zu dürfen, in der Coronavirus-Pandemie vier Mal abgelehnt. Dann bekam ihre Geschichte die Aufmerksamkeit der Medien.

Bei Archers einziger Schwester Gail Baker war Ende März unheilbarer Eierstockkrebs diagnostiziert worden. Damals hatten Neuseeland und Australien internationale Reisen gestoppt. Baker hat vielleicht nur noch wenige Wochen, bevor sie stirbt.

Nach mehreren abgelehnten Anträgen hat die australische Regierung einer Frau aus Neuseeland die Erlaubnis erteilt, deren todkranke Schwester in Australien zu besuchen.
Bild: Uncredited/AuBC/dpa

Letztendlich durfte Archer nach Sydney fliegen. Sie verbrachte nur eine Woche in Quarantäne in einem Hotel, bevor sie negativ auf das neue Coronavirus getestet wurde. Normalerweise müssen internationale Reisende zwei Wochen in Quarantäne. Freunde der Familie fuhren Archer, eine ehemalige Krankenschwester, 490 Kilometer von Sydney in die Küstenstadt Bowraville im australischen Staat New South Wales. Am Mittwoch konnte Archer endlich ihre jüngere Schwester vor deren Haus umarmen. Es war die erste Zusammenkunft der Geschwister seit sechs Jahren. Dabei flossen Tränen.

«Worte können nicht erklären, wie ich mich fühle, um ehrlich zu sein», sagte Archer dem australischen Sender ABC in einem Interview, das am Donnerstag ausgestrahlt wurde. «Ich bin einfach so glücklich, dass ich endlich hier und bei ihr sein konnte. Die vergangenen zwei Wochen sind die härtesten oder die längsten zwei Wochen meines Lebens gewesen», sagte Archer.

9.47 Uhr: US-Flugzeugträger sticht nach Corona-Ausbruch wieder in See

Fast zwei Monate nach dem Bekanntwerden von Coronavirus-Infektionen an Bord ist der US-Flugzeugträger «USS Theodore Roosevelt» wieder in See gestochen. «Es fühlt sich grossartig an, wieder auf See zu sein», sagte Konteradmiral Stu Baker am Mittwoch laut einer Mitteilung der US-Marine. Das Schiff lag wegen der Infektionen seit dem 27. März vor der Pazifikinsel Guam und wurde weitgehend evakuiert. Insgesamt wurden rund 1'000 der rund 5'000 Crew-Mitglieder des nukleargetriebenen hochgerüsteten Flugzeugträgers positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Besatzungsmitglied starb.

Der Corona-Ausbruch sorgte für erhebliche Turbulenzen innerhalb der US-Marine. Kapitän Brett Crozier hatte Ende März in einem dramatischen Brief um Hilfe der Militärführung und eine rasche Evakuierung des Schiffs gebeten. Crozier wurde entlassen, nachdem das Schreiben an die Öffentlichkeit gelangt war. Das Schiff wurde evakuiert. Wenig später reichte dann der zuständige amtierende Marinestaatssekretär Thomas Modly seinen Rücktritt ein, nachdem er wegen abfälliger Äusserungen über Crozier in die Kritik geraten war. Das Verteidigungsministerium untersucht die Angelegenheit.



Der derzeitige Kapitän Carlos Sardiello sagte laut Mitteilung zum Auslaufen der «USS Theodore Roosevelt»: «Es war eine beispiellose Herausforderung, an diesen Punkt zu gelangen.» US-Medienberichten zufolge hatte es länger als geplant gedauert, die Soldaten wieder aufs Schiff zu bekommen.

Der Einsatz der «Theodore Roosevelt» begann am 17. Januar in San Diego in Kalifornien. Wie das Virus auf das Schiff kam, ist nicht abschliessend geklärt.

9.28 Uhr: EU empfiehlt Schutzmasken und Abstandsregeln bei Flugreisen

Die EU hat Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Passagiere und Bordpersonal seien aufgerufen, medizinische Schutzmasken zu tragen, teilten die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (EASA) und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) am Mittwochabend mit. Zudem müssten Abstandsregeln «im Rahmen des Möglichen» eingehalten werden.

Die EU wolle erreichen, dass sich Reisende auf ihren Flügen sicher fühlen, erklärte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean. Der Luftverkehrsindustrie könne so geholfen werden, die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen. Sichere Hygieneregeln seien ein «entscheidender Faktor» für die Wiederaufnahme kommerzieller Flüge, sagte EASA-Chef Patrick Ky. Er rief die Fluggesellschaften und Flughäfen auf, die Empfehlungen der EU umzusetzen.

Konkret empfehlen die EU-Behörden allen Passagieren und der Crew, beim Betreten des Flughafens medizinische Schutzmasken anzuziehen und diese erst abzulegen, wenn sie ihr Reiseziel erreicht haben. Ausnahmeregeln seien für Kinder unter sechs Jahren denkbar. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Die EU-Behörden riefen Reisende auf, genügend Masken mitzunehmen. Zugleich sollen die Fluggesellschaften einen ausreichenden Vorrat anlegen.



Um einen Abstand von 1,5 Metern zwischen den Fluggästen zu gewährleisten, soll nach dem Willen der EU möglichst ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden. Der Bordservice soll auf das Nötigste reduziert werden.

Die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) lehnt Vorgaben zur Einhaltung der sozialen Distanzierung an Bord allerdings ab. Sie warnte Anfang Mai vor «dramatischen Kostensteigerungen». Abstandsregelungen in Flugzeugen würden «die Wirtschaftlichkeit der Luftfahrt grundlegend verändern», erklärte die IATA. Die Folge seien deutlich teurere Flugtickets.

9.04 Uhr: Fünf Millionen Coronavirus-Fälle weltweit

Die Zahl der weltweiten Infektionen mit dem Coronavirus hat laut den Forschern der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität die Marke von fünf Millionen überschritten. Rund 328'000 Menschen sind dabei an Covid-19 verstorben. Am Stärksten sind die USA betroffen, mit mehr als 1,5 Millionen Infektionen und über 93'000 Toten.

Weltweit gibt es nunmehr fünf Millionen Infektionen mit dem Coronavirus.
KEYSTONE/AP/Natacha Pisarenko (Symbolbild)

Die Webseite der Forscher wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer hohen Dunkelziffer aus.

Corona-Infektionen weltweit: Schwelle von fünf Millionen überschritten

Corona-Infektionen weltweit: Schwelle von fünf Millionen überschritten

Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Laut einer auf amtlichen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP stieg die Zahl bis Donnerstagmorgen auf 5.006.730 Fälle.

21.05.2020

8.57 Uhr: Brasilien meldet erstmals fast 20'000 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

Zum ersten Mal hat Brasilien fast 20'000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwoch (Ortszeit) 19'951 neue Corona-Infektionen und 888 Tote im Zusammenhang mit dem Virus. Am Dienstag hatte das Gesundheitsministerium erstmals über 1'000 Corona-Tote mehr als am Vortag vermeldet. Nach dem Wochenende, wenn die Labors wieder in voller Besetzung arbeiten, steigen in Brasilien die Zahlen der Corona-Nachweise und der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gewöhnlich an.



Insgesamt sind in dem mit 210 Millionen Menschen einwohnerreichsten Land Lateinamerikas nach offiziellen Angaben bislang 18'859 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, 291'579 Personen haben sich nachweislich infiziert. Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder – hinter den USA und Russland. Die Dunkelziffer dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

São Paulo, eine der grössten Städte Lateinamerikas, bleibt mit 5'363 Toten – mehr als China – eine der am schwersten betroffenen brasilianischen Städte. Am Mittwoch begann ein «Mega-Feiertag» bis zum kommenden Montag, für den der Stadtrat mehrere Feiertage aus anderen Monaten vorgezogen hatte. Erfahrungsgemäss gelingt es an Wochenenden und Feiertagen mehr Bewohnern, sich an die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu halten. Einem Bericht des Portals «G1» zufolge begann der Tag mit weniger Autoverkehr als sonst, aber geöffneten Läden und Leuten auf der Strasse.

8.46 Uhr: Lufthansa bestätigt fortgeschrittene Gespräche mit deutscher Regierung

Die Lufthansa hat bestätigt, dass ihre Verhandlungen mit der deutschen Bundesregierung über Staatshilfen in der Corona-Krise auf eine Einigung zusteuern. In einer in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichten Mitteilung an die Börse teilte der Konzern mit, dass er «fortgeschrittene Gespräche» über das Hilfspaket führe. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben «zeitnah» einen Abschluss der Verhandlungen erreichen.



Die deutsche Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch gesagt, dass in den Verhandlungen mit der Lufthansa «in Kürze mit einer Entscheidung zu rechnen» sei. Details aus den Gesprächen gab sie nicht bekannt. Die Lufthansa teilte nun mit, das noch nicht abschliessend ausgehandelte Konzept sehe staatliche Hilfen im Volumen von bis zu neun Milliarden vor. Die Lufthansa ist die Muttergesellschaft der Swiss.

8.33 Uhr: Trump-Anwalt Cohen wird wegen Pandemie aus Haft entlassen

Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, wird Medienberichten zufolge am Donnerstag wegen der Corona-Pandemie vorzeitig aus der Haft entlassen. Das berichtete unter anderem die «New York Times» am Mittwoch (Ortszeit).

Sie berief sich dabei auf eine Sprecherin der Gefängnisbehörde. Cohen werde den Rest seiner Strafe voraussichtlich zu Hause absitzen, meldeten verschiedene Medien mit Bezug auf eine informierte Quelle. Ob dies schon endgültig entschieden ist, war aber zunächst unklar.

Der 53-Jährige sollte ursprünglich bis November 2021 in dem Gefängnis in Otisville im Bundesstaat New York eine dreijährige Haftstrafe verbüssen. Den Angaben zufolge hatte der ehemalige Trump-Anwalt aus gesundheitlichen Gründen um eine Entlassung gebeten. In dem Gefängnis hatte es demnach Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gegeben.

Haftanstalten in den USA gelten als besondere Gefahrenherde für die Ausbreitung des Virus. Bis Mitte Mai sind laut «New York Times» deswegen bereits mehr als 2'500 Häftlinge vorzeitig entlassen worden. Cohens Anwalt Roger Adler war den Berichten zufolge erfreut über die bevorstehende Haftentlassung seines Klienten.

8.16 Uhr: Über 100'000 Corona-Fälle in Peru

In Peru ist die Zahl der Corona-Fälle auf über 100'000 gestiegen. Damit ist der Andenstaat nach Brasilien das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. 104'020 Menschen haben sich bislang nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Mindestens 3'024 Patienten seien im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu bremsen, hatte die peruanische Regierung zunächst recht strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Allerdings hielten sich viele Peruaner offensichtlich nicht an die Regeln. Zuletzt wurden die Massnahmen zudem etwas gelockert.

8.08 Uhr: Gewerkschaften finden Merkel-Macron-Plan unzureichend

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und fünf grosse französische Gewerkschaften haben in einer gemeinsamen Erklärung den deutsch-französischen Hilfsplan in der Corona-Krise als unzureichend kritisiert.

Das Wiederaufbauprogramm der EU solle auf der Initiative der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aufbauen, aber über das darin vorgeschlagene Hilfsvolumen von 500 Milliarden Euro hinausgehen, hiess es in der am Mittwoch von der französischen Zeitung «Le Monde» veröffentlichten Stellungnahme.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und fünf französische Gewerkschaften fordern, dass der Merkel-Macron-Hilfsplan massiv aufgestockt wird. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA/ANDREAS GORA / POOL

Der von Merkel und Macron geplante Aufbaufonds müsse durch ein neues mehrjähriges EU-Budget im Volumen von mindestens 2 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung ergänzt werden, forderten der DGB und die Gewerkschaften CFDT, CGT, FO, CFTC und Unsa. Dies wäre eine massive Aufstockung – das bisherige gemeinsame Budget der EU beträgt 1 Prozent des EU-weiten Bruttoinlandsprodukts.

Der europäische Wiederaufbau nach der Corona-Krise müsse solidarisch und sozial sein, hiess es weiter. Dabei müsse auch auf eine stärkere ökonomische sowie finanz- und budgetpolitische Konvergenz der Mitgliedstaaten hingearbeitet und mit der Sparpolitik der vergangenen Jahre endlich gebrochen werden.


Auf einer Medienkonferenz am Mittwochnachmittag hat der Bundesrat über eine Reihe neuer Beschlüsse zu den Lockerungsmassnahmen in der Corona-Krise informiert. Unter anderem sind ab 28. Mai sämtliche Gottesdienste wieder erlaubt – solange ein Schutzkonzept vorgewiesen werden kann. Ausserdem kündigte Alain Berset an, die gesetzliche Grundlage für die neue SwissCovid-App sei geschaffen worden. Bevor sie in Kraft treten kann, müsse allerdings noch die Bewilligung des Parlaments erfolgen.

Weiterhin sicherte der Bundesrat Institutionen der familienergänzenden Kinderbetreuung Unterstützung zu. Bei Vertragsverhandlungen mit Impfstoffherstellern wird derweil mit Kosten von etwa 300 Millionen Franken gerechnet. Wirtschaftsminister Guy Barmerin machte auf die «historische» Dimension der Anzahl an Arbeitnehmern in Kurzarbeit aufmerksam. Die Arbeitslosenversicherung werde stark belastet.

Bei der Anzahl der Covid-19-Infektionen gab es in der Schweiz am Mittwoch einen leichten Anstieg. Im Vergleich zu den 21 Infektionen des Vortages wurden laut BAG innert 24 Stunden 40 Neuansteckungen registriert. Während in der Schweiz und einigen weiteren europäischen Ländern neue Corona-Fälle auf einem vergleichsweise niedrigen Level verblieben, liess die WHO mit einem Negativrekord aufhorchen. Mit 106’000 Neuansteckungen weltweit innerhalb eines Tages vermeldete die Weltgesundheitsbehörde den Höchststand seit Ausbruch der Pandemie. Einer der aktuellen Hotspots ist Brasilien, wo mittlerweile 271’600 Menschen am Coronavirus erkrankt sind.

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