15'000 Tempoüberschreitungen Glarner Polizei nimmt mit Blitzer in einem Monat 400'000 Franken ein

Sven Ziegler

16.1.2026

Bei der Geister-Raststätte am Walensee wurde der Blitzer stationier.
Bei der Geister-Raststätte am Walensee wurde der Blitzer stationier.
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Ein semistationärer Blitzer auf der A3 bei Obstalden GL hat für überraschend hohe Einnahmen gesorgt. Während des Betriebs registrierte die Glarner Kantonspolizei rund 15’000 Tempoüberschreitungen – darunter einen Extremfall mit 222 km/h. Die Bussgelder summierten sich auf rund 400’000 Franken.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein temporärer Blitzer auf der A3 bei Obstalden brachte 2025 rund 400’000 Franken Bussgelder ein.
  • 15’000 Fahrzeuge wurden erfasst, der höchste gemessene Wert lag bei 222 km/h.
  • Der gefährliche Autobahnabschnitt ist seit Jahren unfallträchtig – auch wegen Tunnel, Baustellen und fehlendem Pannenstreifen.

Wie die Kantonspolizei Glarus mitteilt, wurde 2025 auf der Autobahn A3 bei Obstalden erstmals ein semistationäres Radargerät getestet. Anders als mobile Blitzer funktioniert diese Technik autonom und kann über längere Zeiträume eingesetzt werden.

Der Test erwies sich als lukrativ: Wöchentlich flossen laut «Süostschweiz» zwischen 80’000 und 140’000 Franken an Bussgeldern in die Kantonskasse. Dem gegenüber standen Mietkosten von rund 7000 Franken für das Messgerät.

Extremer Raserdelikt-Fall

Besonders auffällig war ein Fall von massiv überhöhter Geschwindigkeit. Ein Lenker wurde mit 222 Kilometern pro Stunde gemessen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eröffnet, der Führerausweis wurde entzogen.

Solche Fälle seien zwar selten, zeigten aber, welches Risiko auf diesem Streckenabschnitt bestehe, heisst es bei der Polizei.

Der Abschnitt der A3 entlang des Walensees gilt seit Jahren als Unfallschwerpunkt. Mehrere Tunnel, eine Baustelle sowie das Fehlen eines Pannenstreifens erschweren die Verkehrssicherheit. Pro Jahr registrieren die Behörden hier 40 bis 70 Verkehrsunfälle.

Zusätzliche Bekanntheit hat der Ort wegen der seit 2003 geschlossenen Raststätte Obstalden, die nur noch zu Fuss oder mit dem Velo erreichbar ist. Sicherheitsbedenken verhinderten bislang eine Wiedereröffnung.

Ob semistationäre Anlagen künftig häufiger eingesetzt werden, lässt die Kantonspolizei offen. Der Test habe jedoch gezeigt, dass diese Messmethode effizient sei – sowohl zur Verkehrssicherheit als auch zur Entlastung des Personals.