Coronakrise

Glückskette sammelt aussergewöhnlich hohe Spenden

Von Jennifer Furer

30.3.2020

Das Schweizerische Rote Kreuz ist eine von vier Organisationen, an welche die Spenden verteilt werden. Im Bild: Spendenaktion der Organisation an Weihnachten.
Keystone

So viel Geld hat die Glückskette schon lange nicht mehr gesammelt: Fast neun Millionen Franken sind bis dato für besonders am Coronavirus leidende Schweizerinnen und Schweizer gesammelt worden.

Die Glückskette hat bis am Montagnachmittag insgesamt 8'987'806 Franken für Schweizerinnen und Schweizer gesammelt, die durch das Coronavirus in Notlage geraten sind – eine rekordverdächtige Summe.

Bei der Sammelaktion nach dem Bergsturz in Bondo spendeten die Menschen bis heute sechs Millionen Franken bei der Glückskette. Bei der Spendenaktion für «Jeder Rappen zählt» im Jahr 2018 unter dem Motto «Für ein Dach über dem Kopf» kamen 6,3 Millionen Franken bei der Glückskette an. 

Obwohl die Sammelaktionen nur schwierig zu vergleichen sind, weil jede anders abläuft, sticht ein Fakt bei der Coronavirus-Hilfsaktion heraus: «Anders als bei anderen Sammlungen gibt es erstmals wieder sehr viele Grossspenden im Wert von mehreren Tausend Franken», sagt Sprecherin Priska Spörri zu «Bluewin».

Bestehende Angebote stärken

Grossfirmen wie Lindt & Sprüngli und Groupe Mutuel hätten gar je eine Million Franken gespendet. «Das waren die bisher grössten Spenden», so Spörri. Aus logistischen Gründen könne derzeit nicht gesagt werden, wie viele Einzelspenden konkret eingegangen sind.

Ein Teil der Spendengelder werde noch diese Woche an vier Organisationen ausbezahlt: an das Schweizerische Rote Kreuz, an Caritas, an das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH und an die Pro Senectute. «Mit weiteren Organisationen sind wir im Gespräch», sagt Spörri.

Die Glückskette möchte mit den eingenommenen Spenden Soforthilfe und soziale Hilfsprojekte spezialisierter Schweizer Organisationen finanzieren. «Die Hilfe richtet sich an Menschen, die sich in einer aussergewöhnlichen Notlage befinden und deshalb von den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen sind», so Spörri.



Diese Soforthilfe unterstütze bestehende Angebote der Organisationen, damit diese ausgebaut oder ergänzt werden könnten. Die Hilfe komme besonders bei älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung an, die krank seien, in Isolation lebten oder auf Hilfe von aussen angewiesen seien. Auch Obdachlose, die mittellos sind und auf Lebensmittelhilfe angewiesen seien, sollen durch die Spenden unterstützt werden.


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