Gornerli-Stausee in Zermatt VSJetzt explodieren beim Energie-Vorzeigeprojekt des Bundes die Kosten
SDA
21.5.2026 - 11:17
Das Projekt für den Mehrzweckstausee Gornerli oberhalb von Zermatt dürfte mehr als eine halbe Milliarde Franken kosten.
Keystone
Das geplante Winterstromprojekt Gornerli oberhalb von Zermatt wird deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Zwar wird das Speichervolumen des Stausees reduziert, dennoch soll die Anlage ab 2035 weiterhin bis zu 650 Gigawattstunden Strom liefern.
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Keystone-SDA, Redaktion blue News
21.05.2026, 11:17
21.05.2026, 14:11
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Das Projekt Gornerli oberhalb von Zermatt wird wegen neuer Klimastudien angepasst: Das geplante Speichervolumen sinkt von 150 auf 120 Millionen Kubikmeter.
Um dennoch genügend Strom zu produzieren, soll die Grande-Dixence-Staumauer um fünf Meter erhöht werden.
Die Kosten steigen deutlich von 300 auf 510 Millionen Franken. Gründe sind präzisere Erkenntnisse zu Geologie, Topografie und Baustellenlogistik, wobei der Bund bis zu 60 Prozent übernehmen würde.
Das Projekt für den Mehrzweckstausee Gornerli oberhalb von Zermatt nimmt konkrete Formen an. Die Grande Dixence AG teilte mit, dass das geplante Volumen des Stausees von 150 auf 120 Millionen Kubikmeter reduziert wird, während die Kosten um 70 Prozent steigen werden.
Das 2019 lancierte Projekt Gornerli gehört zu den 16 vorrangigen Projekten des Bundes, die aus dem Runden Tisch zur Wasserkraft hervorgegangen sind. Es wurde zudem in den kantonalen Richtplan des Wallis aufgenommen.
Das Konzept umfasst den eigentlichen Staudamm mit einer Höhe von 100 Metern, die unterirdische Pumpstation sowie das gesamte Logistikkonzept und die Analysen zu Naturgefahren.
Projekt überarbeitet
Klimastudien zwingen die Kraftwerke Grande Dixence jedoch dazu, ihre Pläne für das Winterreservoir-Projekt Gornerli zu überarbeiten: Die Speicherkapazität wird auf 120 Millionen Kubikmeter reduziert. Um das Stromproduktionspotenzial von 650 Gigawattstunden (GWh) dennoch zu erreichen, muss die Staumauer der Grande Dixence um fünf Meter erhöht werden. «Regulatorische Fragen müssen noch mit dem Bund geklärt werden», schrieb das Unternehmen in seiner Mitteilung.
Gleichzeitig wurden die Kosten für das Gornerli-Projekt aufgrund neuer, fundierterer Erkenntnisse in den Bereichen Geologie und Topografie sowie aufgrund von Fragen der Baustellenlogistik von 300 auf 510 Millionen Franken nach oben korrigiert. Der Bund würde bis zu 60 Prozent der Kosten übernehmen.
Inbetriebnahme für 2035 vorgesehen
Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für 2035 vorgesehen, vorbehaltlich eines endgültigen Beschlusses des Parlaments und von Vereinbarungen zu Landschafts-, Umwelt- und Ausgleichsmassnahmen mit den Umweltorganisationen, der Gemeinde Zermatt und dem Kanton Wallis.
Ein Speichervolumen von 120 Millionen Kubikmetern entspricht einer Winterspeicherkapazität von 550 GWh. Erste Machbarkeitsstudien aus dem Jahr 2021 gingen von einer maximalen Kapazität von 650 GWh bei einem Speichervolumen von 150 Millionen Kubikmetern aus.
«Gornerli bleibt mit 550 GWh das mit Abstand grösste Winterspeicherprojekt unter den 16 Projekten des Runden Tisches zur Wasserkraft», betont die Grande Dixence SA. Neben der Energieerzeugung spiele der Staudamm auch eine Schlüsselrolle für den künftigen Hochwasserschutz von Zermatt und des gesamten Mattertals. Zudem garantiere das Projekt den Gemeinden der Region eine langfristige Wasserversorgungssicherheit für Landwirtschaft, Tourismus und Trinkwasser.
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