Berset: «Sinken die Zahlen nicht, beschliessen wir schärfere Massnahmen» 

red/Agenturen

21.10.2020 - 21:54

Das BAG meldet 5'596 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Angesichts der «sehr ernsten Lage» könnten laut Gesundheitsminister Berset nächsten Mittwoch bereits noch schärfere Massnahmen beschlossen werden. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 24 Stunden 5596 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Mittwoch 11 neue Todesfälle und 115 Spitaleinweisungen.

Die Anzahl der in den letzten 24 Stunden gemeldeten Covid-19-Tests lag bei 28'328. In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'674'840 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, davon waren 6,2 Prozent positiv. Die Positivitätsräte in den letzten 14 Tagen lag bei 15,5 Prozent. Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 91'763 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Der Bundesrat will bei seinem Handeln in der Corona-Pandemie flexibel bleiben und sich immer mehrere Alternativen und Optionen offen halten. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass es plötzlich nur noch eine ultimative Handlungsoption gebe, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern.

«Wir hoffen schwer, dass wir einschneidendere Massnahmen verhindern können», sagte Berset. Gemeint sind das Schliessen von Läden und anderen Betrieben, sogenannte Circuit-Breaks, kurze Lockdowns oder eine Ausgangssperre.

Der Bundesrat habe am Mittwoch weitere Massnahmen diskutiert für nächste Woche, falls die am Sonntag getroffenen Massnahmen nicht wie gewünscht wirken sollten. «Wenn sich die Situation in den nächsten zwei, drei Tagen nicht brutal verschlechtert, werden wir erneute Schliessungen mit anderen Massnahmen verhindern», sagte Berset. Das sei das Ziel.

Am kommenden Mittwoch wolle der Bundesrat über die weiteren Massnahmen entscheiden. Viel schneller könnten neue Massnahmen ohnehin nicht eingeführt werden, sagte Berset. «Jede Massnahme, die wir treffen wollen, müssen wir wegen der besonderen Lage in die Vernehmlassung geben», so Berset.

Berset verteidigte erneut die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen. Dies bedeute nicht, dass sich der Bundesrat hinter den Kantonen verstecke und jede Ebene machen könne, was sie wolle. Föderalismus bedeute eine Zusammenarbeit, bei der alle Kantone das eigene Gebiet überwachen könnten. Die Kantone machten weiterhin einen sehr wichtigen Job, etwa in den Spitälern und beim Contact-Tracing.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
  • Bundesrat Berset informiert über die neuesten Entscheide der Landesregierung: Wenn sich der Anstieg nicht bremse, so drohten ab nächster Woche schweizweit neue Einschränkungen.
  • Der Kanton Wallis schränkt das Leben massiv ein. Bars, Kinos, Museen und Fitnesscenter werden geschlossen. Der Besuch von Restaurants ist nur noch bis um 22 Uhr möglich.
  • Die Kantone Basel Stadt und Landschaft verbieten Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Teilnehmenden.
  • Im Kanton Jura gilt eine Maskenpflicht für Anlässe mit über 15 Personen.
  • Im Kanton Solothurn gilt neu in den Nächten auf Samstag und Sonntag eine Sperrstunde. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken dürfen höchstens 300 Gäste empfangen und müssen zudem Kontaktdaten erheben.
  • Das BAG meldet heute 5596 neue Covid-19-Fälle bei 28‘328 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 19,8 Prozent. Elf Personen sind gestorben – 115 mussten hospitalisiert werden.

21.54 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch.

21.48 Uhr: EU setzt Videogipfel zur Corona-Pandemie an

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten werden am Donnerstag kommender Woche in einer Videokonferenz über eine noch engere Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie beraten. «Wir müssen unsere gemeinsamen Anstrengungen zur Bekämpfung von Covid-19 verstärken», teile EU-Ratspräsident Charles Michel zur Bekanntgabe des Termins mit.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Kolleginnen und Kollegen hatten sich in der vergangenen Woche bei einem Gipfeltreffen in Brüssel darauf verständigt, die Koordinierung auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs zu verstärken. Zudem war vereinbart worden, sich um eine bessere grenzüberschreitende Ermittlung von Kontaktpersonen zu bemühen. Auch könnte es bald Absprachen zu Teststrategien und zur vorübergehenden Beschränkung nicht unbedingt notwendiger Reisen aus Drittstaaten in die EU geben, hiess es.

21.34 Uhr: US-Notenbank: Wirtschaftsaktivität legt erneut zu

Die US-Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der Notenbank Fed weiter von dem Einbruch in der Coronakrise erholt. Die wirtschaftliche Aktivität habe in allen Distrikten zugelegt, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht der Fed (Beige Book). Die Wirtschaft sei «leicht bis mässig» gewachsen. Die Entwicklung in den verschiedenen Branchen sei jedoch sehr unterschiedlich.

So habe das Wachstum in der Industrie mit einem moderaten Tempo zugelegt, heisst es in dem Bericht. Am Immobilienmarkt sei die Nachfrage nach neuen und bestehenden Häusern stetig. Die Nachfrage nach Hypothekenkrediten sei gestiegen. Das Wachstum der Konsumnachfrage bleibe positiv, flache sich aber in einigen Distrikten ab, schreibt die Fed. Restaurantbetreiber hätten sich mit Blick auf die kühlere Jahreszeit besorgt gezeigt, da sie in der Coronakrise verstärkt auf Aussengastronomie gesetzt hätten.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt etwas entspannt hat. Die Beschäftigung sei in den meisten Distrikten langsam gewachsen. Es werde am konstantesten in der Industrie neu eingestellt. Der Dienstleistungssektor war durch die Krise deutlich stärker getroffen als die Industrie.

Nachdem das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal eingebrochen war, erwarten Experten im dritten Quartal ein sehr starkes Wirtschaftswachstum. Die Unsicherheit für die weitere Entwicklung bleibt aber gross. Ökonomen verweisen auf die wieder steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen in den USA. Zudem stehen die Präsidentschaftswahlen an. Befürchtet wird vor allem ein unklarer Wahlausgang. Die US-Notenbank hatte sich zuletzt immer wieder für Stützungsmassnahmen der Regierung ausgesprochen. Derzeit laufen in Washington Gespräche, deren Ausgang aber völlig offen ist.

Der aktuelle Konjunkturbericht der Fed wurde von der regionalen Notenbank von St. Louis auf Basis von Informationen erstellt, die die Notenbank bis zum 9. Oktober erhalten hat. Der Bericht hatte an den Finanzmärkten keine grösseren Kursbewegungen zur Folge.

21.01 Uhr: Toter bei Impfstoff-Studie von AstraZeneca in Brasilien

Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Dies bestätigte die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten brasilianische Medien darüber berichtet. Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag darüber informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden.

Dem Fernsehsender «CNN Brasil» zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung «O Globo» berichtete dagegen unter Berufung auf Quellen, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen habe. Offiziell äusserten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa.



AstraZeneca hatte die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff im September vorübergehend gestoppt — offenbar nicht zum ersten Mal. Das Vakzin AZD1222 zählte bis dahin zu den aussichtsreichen Kandidaten unter den potenziellen Corona-Impfstoffen. Sollte sich ein Zusammenhang des Todes des Freiwilligen mit dem Impfstoff herausstellen, wäre dies ein schwerer Schlag für das Projekt.

Der Impfstoff wird derzeit von der europäischen Arzneimittel-Behörde EMA in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. Mit AstraZeneca hat die EU bereits einen Rahmenvertrag über die Lieferung von Impfdosen geschlossen.

20.28 Uhr: Fast 27'000 Neuinfektionen in Grossbritannien

In Grossbritannien sind innerhalb von 24 Stunden fast 27'000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 789'000 und die Zahl der Todesfälle auf über 44'000, wie die Regierung mitteilte.

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer wegen Mangel an Tests aus. Jeder Landesteil in Grossbritannien entscheidet über seine eigenen Massnahmen im Kampf gegen die zweite Ausbruchswelle. Besonders stark betroffen ist der Norden Englands, Teile von Wales, Schottland und Nordirland. In europäischen Statistiken zählt Grossbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern.

20.13 Uhr: 15'200 neue Fälle: Neuer Höchststand an Neuinfektionen in Italien

Italien hat bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchststand verzeichnet. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten knapp 15'200 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Am 16. Oktober hatte das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern erstmals seit Beginn der Pandemie im Februar die Marke von 10'000 überschritten. Ausserdem wurden am Mittwoch 127 Covid-19-Tote gemeldet.

Die Dynamik der zweiten Corona-Welle sorgt in Italien zunehmend für Angst vor ernsten Engpässen in den Krankenhäusern. Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte die Italiener in einer Rede im Senat in Rom auf, alle nicht notwendigen Reisen zu unterlassen. Es gelte einen grossen Lockdown wie im Frühjahr zu vermeiden. Besonders schwer getroffene Regionen wie die Lombardei haben inzwischen begrenzte Verschärfungen wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen.

Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich fast 450'000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesamtzahl der bekannten Todesfälle stieg auf 36'832.



19.48 Uhr: Bergbahnen reagieren auf neue Massnahmen im Wallis

Der Kanton Wallis hat heute eine massive Verschärfung der Corona-Massnahmen beschlossen — für den Tourismus in der Region erneut ein schwerer Schlag.

Vor allem die Bergrestaurants sind von den Massnahmen betroffen. So gilt über die Maskenpflicht hinaus auch eine maximale Belegung von vier Personen an einem Tisch. «Zudem wird eine digitale Lösung eingeführt, um die Rückverfolgung der Kunden zu gewährleisten», sagte ein Sprecher der Bergbahnen der Ferienregion Saas-Fee/Saastal gegenüber «Blick». Ansonsten halte man sich an die Massnahmen von Bund und Kanton «zum öffentlichen Verkehr».

Ansonsten ändert sich für den Liftbetrieb nichts. «Das einzige, was wir im Schutzkonzept anpassen müssen, ist das auf sämtlichen Anlagen, also auch auf Skiliften und Sesselliften die Maskenpflicht gilt», sagte ein Sprecher der Bergbahnen Zermatt dem Bericht zufolge. 

19.21 Uhr: 16'973 Neuinfektionen: Zahl der Corona-Infektionen in Spanien übersteigt eine Million

Spanien hat am Mittwoch die Marke von einer Million Corona-Infektionen durchbrochen. Seit dem Beginn der Pandemie seien 1'005'295 Menschen in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das waren 16'973 mehr als am Vortag, ein neuer Tagesrekord. Die Zahl von mehr als einer Million Infektionen ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder und weltweit Platz sechs. Nur die USA, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien haben noch mehr Infizierte gemeldet. Die Zahl der mit Corona gestorbenen Menschen sei seit dem Vortag um 156 auf nun 34'366 gestiegen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100'000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 178 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 51,3. Unterdessen wurden immer mehr Gemeinden, Städte und ganze Regionen mehr oder weniger abgeschottet oder haben dies für die nächsten Tage angekündigt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Davon seien 7,6 Millionen Menschen betroffen, berichtete das staatliche Fernsehen RTVE.

Polizisten patrouillieren auf einer Strasse in der spanischen Stadt Pamplona, bevor alle Bars und Restaurants um 22 Uhr geschlossen werden.
Alvaro Barrientos/AP/dpa

Die Regionalregierungen von Navarra und der Weinregion La Rioja im Norden des Landes ordneten sogar eine weitgehende Absperrung des gesamten Gebietes für zwei Wochen an. In ganz Spanien gebe es insgesamt fast 2000 Kommunen mit mehr als 16 Millionen Einwohnern, in denen nach einem Überblick von RTVE Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet wurden.

In der Hauptstadt Madrid mit immer noch hohen Corona-Zahlen und umliegenden Städten endet hingegen am Freitag die von der Zentralregierung gegen den Willen der Regionalregierung angeordnete zweiwöchige Abriegelung. Die Stadt erwägt danach die Abriegelung einzelner besonders betroffener Stadtgebiete sowie eine nächtliche Ausgangssperre. Diese Möglichkeit wurde auch für ganz Spanien diskutiert. Allerdings müsste das Parlament dafür der Ausrufung des Notstandes zustimmen, was als unwahrscheinlich galt.

19.02 Uhr: Auch Gottesdienste im Wallis von Einschränkungen betroffen

Auch das kirchliche Leben ist von den neuen Massnahmen im Wallis betroffen. Ab Donnerstag und bis Ende November ist die Teilnehmerzahl für alle Gottesdienste, Eucharistiefeiern und Beerdigungen sowie für alle anderen Begegnungen im Rahmen der Seelsorge auf maximal zehn Personen beschränkt, wie das Bistum Sitten schreibt.

Diese Massnahmen gelten auch für die Feier von Allerheiligen und auch für Gedenkfeiern für die Verstorbenen auf dem Friedhof. Die Beschränkung werde wohl dazu führen, dass eine solche Feier nicht stattfinden könne, heisst es in der Mitteilung des Bistums.

Es seien ausserordentlich harte Massnahmen. Die spirituelle Dimension der menschlichen Person sei wichtig, deshalb bereite der erneute Eingriff in die Feier von Gottesdiensten Mühe. Das Bistum werde alles tun, damit die kantonalen Behörden die spirituellen Bedürfnisse der Bevölkerung ernst nähmen und Gottesdienstfeiern in der üblichen Form sobald als möglich wieder zulassen würden.

18.37 Uhr: Genfer Unispital bereitet sich auf Ansturm von Covid-19-Kranken vor

Das Genfer Universitätsspital (HUG) rüstet sich angesichts der steigenden Fallzahlen für Covid-19-Patienten. Wie bereits im Frühjahr wird das Spital in eine spezialisierte Klinik für Covid-19-Patienten umgewandelt. Nur noch dringende Operationen werden durchgeführt.

Die postoperativen Einheiten werden in Covid-Einheiten umfunktioniert. Die anderen Spitäler seien gebeten worden, Patienten aus dem HUG aufzunehmen, hiess es an einer Medienkonferenz der Kantonsregierung in Genf. Bis Ende der Woche würden entsprechende Entscheide getroffen, sagte Staatsrat Mauro Poggia (MCG).

Derzeit befinden 200 Patienten mit der Lungenkrankheit im Genfer Unispital. Die Lage sei ernst und schlimm, sagte der Generaldirektor der Klinik, Bertrand Levrat.

Die grosse Befürchtung der Gesundheitsbehörden ist es, dass sie vom Zustrom der Patienten überwältigt werden und entscheiden müssen, welche Person sie behandeln können oder ihrem Schicksal überlassen müssen.

18.11 Uhr: Auch Slowakei schliesst Lockdown nicht mehr aus

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic schliesst nach einem Rekordzuwachs von 2202 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Lockdown für sein Land nicht mehr aus. Um einen ähnlich raschen Zuwachs der Fallzahlen wie im Nachbarland Tschechien zu verhindern, helfe womöglich nur mehr, «das ganze Land abzuriegeln». Eine Entscheidung darüber solle der für Donnerstag einberufene nationale Corona-Krisenstab treffen.

Ein Erfolg der von der Regierung geplanten Massentests aller über zehn Jahre alten Bewohner sei womöglich die letzte Chance, «dem tschechischen Szenario auszuweichen», erklärte der Gründer der populistisch-konservativen Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLANO wekiter. Parlamentspräsident Boris Kollar von der zweitstärksten Regierungspartei Wir sind eine Familie zeigte sich pessimistischer. Möglicherweise sei es bereits zu spät, einen Lockdown zu verhindern.

Die Gesundheitsbehörden des 5,4-Millionen-Einwohner-Landes gaben die Gesamtzahl der Corona-Infizierten seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr am Mittwoch mit 33'602 Fällen an. Die Zahl der Corona-Toten wird auf 98 beziffert — allerdings zählt die Slowakei dabei nur Verstorbene, bei denen eine andere Todesursache ausgeschlossen wurde.

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in der Slowakei binnen 14 Tagen bei 322,7 - der EU-Spitzenwert dazu lag am Mittwoch in Tschechien bei 975,8.

17.55 Uhr: Deutscher Gesundheitsminister Spahn positiv auf Coronavirus getestet

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), eine Schlüsselfigur im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland, hat sich mit dem Virus angesteckt. Er sei am Mittwochnachmittag positiv auf das Virus getestet worden, teilte sein Ministerium in Berlin mit. Damit ist erstmals ein Minister aus dem Kabinett von Angela Merkel (CDU) an Covid-19 erkrankt. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, hiess es in der Mitteilung. «Bislang haben sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt. Alle Kontaktpersonen werden aktuell informiert.»

Spahn hatte am Vormittag an der wöchentlichen Kabinettssitzung teilgenommen. Fotos zeigen ihn dabei mit einem Mund-Nasen-Schutz. Ein Regierungssprecher teilte in Berlin auf Anfrage mit, das Kabinett müsse trotzdem nicht in Quarantäne. Es tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Foto: Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

17.32 Uhr: Grönland wieder ohne aktiven Corona-Fall

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Grönland hat derzeit keinen aktiven Corona-Fall mehr. Alle 16 bislang Infizierten auf der grössten Insel der Erde sind wieder genesen, wie am Mittwoch aus Zahlen des grönländischen Gesundheitsamtes hervorging. Rund 1'200 Menschen sind demnach in Grönland bislang auf das Coronavirus getestet worden.

Zunächst hatte die Zeitung «Sermitsiaq» darüber berichtet. Ihren Angaben zufolge war das Virus am 7. Oktober bei einer eingereisten Person und einen Tag später bei einer weiteren Person aus ihrem Umfeld festgestellt worden – es handelte sich um die ersten Corona-Fälle in Grönland seit Ende Juli. Jetzt seien beide wieder gesund gemeldet worden, schrieb die Zeitung am Mittwoch.

16.57 Uhr: Zwei Messen in Bern dürfen stattfinden

Obwohl der Kanton Bern als erster seine Massnahmen verschärft und Grossanlässe wieder eingeschränkt hat, finden dort in den kommenden Tagen mit dem Suisse Caravan Salon und der Berufs- und Ausbildungsmesse (BAM) zwei grössere Publikumsmessen mit Tausenden Besuchern statt.

Möglich wird dies dank dem Bundesrat. Dieser hatte im Juni festgehalten, dass Messen nicht mehr generell als Grossveranstaltungen zu qualifizieren sind.

16.32 Uhr: Solothurn führt Sperrstunde ein

Der Kanton Solothurn führt in Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen eine Sperrstunde in den Nächten auf Samstag und Sonntag ein. Mit dieser und weiteren Massnahmen, die jene des Bundes ergänzen, will der Regierungsrat die Ausbreitung des Coronavirus bremsen.

Die Sperrstunde gilt zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr. Diese und die anderen Massnahmen der Verordnung treten am Donnerstag in Kraft und sind bis Ende Januar 2021 befristet. Neben der Sperrstunde dürfen Clubs, Diskotheken und Tanzlokale zudem höchstens 300 Personen gleichzeitig empfangen. Ausserdem müssen alle Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokale die Kontaktdaten ihrer Gäste erheben, wie die Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte.

Schliesslich dürfen an öffentlichen und privaten Veranstaltungen höchstens 50 Personen teilnehmen, wenn weder der nötige Abstand eingehalten noch andere Schutzmassnahmen ergriffen werden können. Dabei werden auftretende und mitwirkende Personen nicht mitgezählt.

Neu müssen zudem alle erwachsenen Personen, die an einer Schule tätig sind, in Innenräumen des Schulhauses eine Maske tragen, wenn sie die Distanzregeln über einen längeren Zeitraum nicht einhalten können. Diese Neuerung tritt am kommenden Montag in Kraft.

16.17 Uhr: Nestlé zeigt sich trotz Coronakrise in Topform

Nestlé ist kaum zu bremsen: Auch während der Coronapandemie decken sich die Konsumenten kräftig mit Kaffee, Katzen- und Hundefutter sowie Vitaminen aus der Küche des Konzerns ein. Selbst in China belebt sich die Nachfrage wieder. Für das Gesamtjahr hebt der Konzern nun die Erwartungen an.

Während die Unsicherheit rund um Corona von Tag zu Tag wieder zunimmt und Konkurrenten rückläufige Umsätze vermelden müssen, überraschte Nestlé am Mittwoch mit einem starken dritten Quartal. Um fast fünf Prozent ist der Nahrungsmittelkonzern von Juli bis September organisch gewachsen - und hat damit nicht nur die beiden Vorquartale, sondern auch die optimistischsten Erwartungen übertroffen.

Nestlé weltweit präsent. Als die Coronakrise zu Jahresbeginn in China ihren Anfang nahm, kompensierten Hamsterkäufe in den Industrieländern die daraus folgenden Umsatzrückgänge.

Inzwischen allerdings erwacht mit der konjunkturellen Erholung auch im Reich der Mitte die Konsumlust zusehends wieder. Im dritten Quartal schaffte es Nestlé dort zurück in die Wachstumszone.

15.46 Uhr: Medienkonferenz ist beendet

Das war's – damit ist die Informationsrunde mit Gesundheitsminister Berset vorbei. Die nächste Pressekonferenz auf Bundesebene ist für diesen Freitag ab 14 Uhr angekündigt. Auch dann werden wir Sie, werte Leser*innen, hier live auf dem Laufenden halten.

15.45 Uhr: Abstimmung vom November nicht in Gefahr

Berset sieht derzeit die Abstimmungen vom 29. November nicht in Gefahr. Man müsse lernen, mit diesem Virus zu leben. Bei der Verschiebung der Abstimmung im Frühling sei die Situation noch eine ganz andere gewesen, damals habe es sehr viele Einschränkungen gegeben.



15.42 Uhr: Gibt es eine Koordination mit anderen Ländern?

Momentan nichts konkretes, sagt Berset. Aber klar, man sei in stetem Austausch miteinander.

15.40 Uhr: Berset hält am Föderalismus fest

Ein Journalist fragt Berset, ob sich der Bund derzeit nicht hinter den Kantonen verstecke. Der Bundesrat verneint. Man habe im Frühling während drei Monaten im Notrecht regiert und dann die Verantwortung wieder an die Kantone zurückgegeben. Das heisse nicht, dass jeder einfach mache, was er wolle. Stattdessen solle jeder das machen, was er am besten könne, zudem stehe man im täglichen Austausch mit den Kantonen. Es sei keineswegs so, dass der Bund den Kantonen den Schwarzen Peter zuschiebe.

Die Kantone leisteten sehr wichtige Arbeit, so Berset. Sie managen das Gesundheitswesen und seien für das Contact Tracing zuständig.

13.35 Uhr: Wird die Quarantänezeit verkürzt für Ferien-Rückkehrer?

Nein, das würde aktuell keinen Sinn machen, antwortet Berset.

15.32 Uhr: Könnten Massnahmen auch vor dem nächsten Mittwoch schon kommen?

Nein, so Berset. Es brauche erfahrungsgemäss zehn Tage, um zu wissen, ob neue Massnahmen wirken würden. Das wäre nach Sonntag also der kommende Mittwoch, sagt der Gesundheitsminister. In der besonderen Lage brauche es zudem immer eine Vernehmlassung mit den Kantonen – viel schneller als nächsten Mittwoch seien neue Massnahmen also nur schon zeitlich nicht umsetzbar.

15.30 Uhr: Neue Lockdowns nur im äussersten Fall

Der Bundesrat habe explizit zum Ziel, neue einschneidende Schliessungen zu verhindern. Nur wenn sich die Lage in den kommenden zwei bis drei Tagen weiter massiv verschlechtere, würden solch drastische Massnahmen in Betracht gezogen.

15.20 Uhr: «Bern fällte mutigen Entscheid»

Der Bundesrat ist gegen ein umfassendes Kontaktverbot für Altersheime, so Berset auf Nachfrage. Man wolle die Leute nicht einfach einsperren. Aber wenn die Leute insgesamt weniger unterwegs seien, etwa dank der Arbeit daheim, senke man das Ansteckungsrisiko. Stefan Kuster vom BAG rät dazu, dass jede und jeder aufgrund ihres eigenen Risikos die adäquaten Massnahmen ergreifen soll.

Berset bezeichnet die frühe Einschränkung von Grossveranstaltungen durch den Kanton Bern vom Wochenende als sehr mutig. Seither seien andere Kantone hinzugekommen, weitere planen ähnliche Schritte. Man überlasse den Entscheid bei diesem Thema weiterhin den Kantonen.

15.15 Uhr: Derzeit reicht der Platz in den Spitälern

Derzeit gebe es rund 1600 Intensivpflegeplätze in der Schweiz, und diese Zahl lasse sich relativ leicht auf rund 2000 erhöhen. Im Moment reiche dies aus, doch wenn sich die Fallzahlen weiterhin im Mass der letzten Tage erhöhten und jede Woche verdoppeln, könne es schnell eng werden, so der Gesundheitsminister. 

Trotz der ernsten Lage und wiederholter Nachfrage von Journalisten will sich Berset nicht zu konkreten Anlässen äussern, die zu allfälligen Mini-Lockdowns führen könnten. Alles sei möglich, aber man versuche, den Schaden für Gesellschaft und Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Nur zwei Szenarien schliesst Berset aus: Einen monatelangen, umfassenden Lockdown oder ein einfaches Nichtstun. Weil die Situation so unberechenbar sei, liessen sich schlicht keine Automatismen definieren.

15.10 Uhr: Welche Massnahmen sind die richtigen?

«Die Situation ändert sich derzeit von Tag zu Tag – und zwar nicht zum besseren», so Berset. Die Schweiz sei in der Lage, die Situation in den Griff zu kriegen, das habe man im Frühling gesehen. Die Frage sei nun, welche politischen Massnahmen es dazu brauche. Zu den einzelnen Massnahmen der Kantone will sich Berset indes nicht äussern. 

15.05 Uhr: Viele Ansteckungen im privaten Bereich

Als besonders gefährlich betrachtet Berset die Kontakt im privaten Bereich: Während man sich bei der Arbeit noch an strenge Massnahmen halte, würden die Regeln dann beispielsweise beim Feierabendbier nachlässig. Laut Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit finden viele Ansteckungen unter Freunden und Bekannten statt.

15 Uhr: Weitere Lockdowns möglich

Berset sagt auf die Frage eines Journalisten, dass allfällige weitere Lockdowns ab kommender Woche durchaus möglich seien. Noch strengere Massnahmen wie beispielsweise Ausgangssperren seien aber kaum denkbar, so der Bunderat. «Wir müssen auch leben.» Die Situation sei nun eine andere als im März, und damals sei das ja auch nicht nötig gwesen.

14.55 Uhr: «Die Lage ist sehr ernst»

Der Bundesrat hat sich heute mit seiner Wissenschafts-Taskforce unterhalten, so Berset. Verbessere sich die Situation nicht, so würden kommende Wochen vor allem im Bereich von Veranstaltungen Massnahmen getroffen. Ziel sei, ein neuerlicher Lockdown zu verhindern, doch brauche es dazu entsprechende Anstrengungen. Und er doppelt auch auf Deutsch noch mal nach: «Die Lage ist sehr ernst». Es sei nicht so, dass das Virus selber zwei Beine habe, um Menschen anzustecken. Es seien die Menschen selber, die sich zu sehr annähern und so für die Weiterverbreitung sorgen.

Morgen Donnerstag stehe ein Treffen mit der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) auf der Traktandenliste. Damit endet der erste Teil, nun können die anwesenden Medienleute Fragen stellen

14.50 Uhr: Einschneidende Massnahmen drohen

Einige Kantone weisen derzeit 900 Fälle pro 100'000 Einwohner, so Berset. Zum Vergleich: Die Schweiz erlässt Einreisebeschränkungen, wenn in einem anderen Land dieser Wert auf über 250 pro 100'000 steigen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, so werde man kommende Woche eingehende Massnahmen erlassen.

Berset appelliert an die Kantone, dass die dortigen Regierungen die Situationen sehr genau im Blick behalten und die Massnahmen verschärfen, wo dies nötig wird.

14.45 Uhr: Weiterhin rasanter Anstieg

Nun geht es um die Pandemiebekämpfung und die neusten Massnahmen. «Die Situation verschärft sich sehr viel schneller, als wir das erwarten könnten», sagt Bundesrat Alain Berset dazu. Die Fallzahlen verdoppeln sich derzeit jede Woche, das beunruhige den Bund Sorgen. Wenn diese Entwicklung weitergehe, dann gerate man sehr schnell an die Limiten. Vor nur drei Wochen noch hätte die Schweiz eine der besten Lagen in Europa gehabt, nun eine der schlechtesten.

14.30 Uhr: Bundesrat Berset informiert

Nachdem mehrere Kantone ihre Corona-Regeln verschärft haben, informiert nun der Bund über die aktuelle Situation. Bevor es um die Covid-19-Pandemie geht, informiert die Landesregierung über die Volksinitiative «Maximal 10 Prozent des Einkommens für die Krankenkassenprämien (Prämien-Entlastungs-Initiative)» und den Gegenvorschlag dazu. Zu diesem Thema informieren wir in einer gesonderten Meldung.

Neue Informationen zur Pandemiebekämpfung folgen im Anschluss.

Gesundheitsminister Alain Berset informiert über die aktuelle Situation mit dem Coronavirus.
Bild: Screenshot Bund

14.25 Uhr: Auch das Wallis greift rigoros durch

Als erster Kanton hat das Wallis das Nachtleben massiv eingeschränkt. Nachtbars, Discotheken und Erotikclubs werden vollständig geschlossen. Der Besuch von öffentlichen Betrieben wie Restaurants ist noch bis spätestens um 22.00 Uhr möglich.

Zudem werden öffentliche und private Veranstaltungen und Aktivitäten mit mehr als zehn Menschen untersagt, wie die Walliser Regierung am Mittwoch vor den Medien bekannt gab. Auch gilt ein Versammlungsverbot für mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum. In geschlossenen Einrichtungen gilt eine ständige Maskenpflicht, wie es weiter heisst.

Besuche in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen werden unter dem Vorbehalt von Härtefällen ausgesetzt. Für Schulen auf Tertiärstufe gibt es neu ausschliesslich Fernunterricht.

Der Kanton Wallis ist derzeit der von der Corona-Pandemie der am stärksten betroffene Kanton.

14.15 Uhr: Kanton Solothurn schränkt Grossveranstaltungen nicht ein

Der Kanton Solothurn teilt auf seiner Webseite mit: Bereits erteilte Bewilligungen für Grossveranstaltungen sollen vorerst weiterhin aufrechterhalten werden, sofern auch ausserhalb des Veranstaltungsortes die Besucherströme zweckmässig geregelt sind. 

14.10 Uhr: Beide Basel mit neuen Regeln

Der Kanton Basel-Stadt verhängt per sofort eine Obergrenze von 1000 Personen für Grossveranstaltungen. Das bedeutet, dass auch zwei bereits erteilte Bewilligungen für Grossanlässen widerrufen werden: Eine für ein Spiel des FC Basel, eine weitere für eine Kulturveranstaltung, wie der Kanton mitteilt. 

Auch der Kanton Basel Landschaft verschärft seine Corona-Massnahmen. Ab morgen Donnerstag gilt in dem Kanton in Bars und Clubs eine Obergrenze von 100 Personen, zudem müssen neu auch Veranstalter von Anlässen mit über 50 Personen deren Kontaktdaten erheben. Ergänzend zu den Schutzmassnahmen in den Volksschulen, gilt ab Donnerstag auch eine Maskenpflicht für Personen ab 12 Jahren in Kindertagesstätten. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen werden vom 1. November bis vorerst Ende Jahr keine bewilligt, bereits erteilte Bewilligungen für diesen Zeitraum widerrufen.

13.45 Uhr: Medienkonferenz des Bundesrats um 14.30 Uhr

Zur heutigen Bundesratssitzung findet eine Medienkonferenz statt. Um 14.30 Uhr informiert Bundesrat Alain Berset zum aktuellen Stand der Corona-Pandemie. Es wird mit Spannung erwartet, ob er etwas zu den diskutierten Lockdown-Szenarien sagt.
Berset informiert zudem über den indirekten Gegenvorschlag zur Prämienentlastungsinitiative. 

Bundesrat Alain Berset will um 14.30 Uhr zum aktuellen Stand informieren. (Archiv)
Bild: Keystone

13.28 Uhr: Tschechien verhängt Lockdown

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Zahlen greift Tschechien zu drastischen Massnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen. Von Donnerstagmorgen an müssen fast alle Geschäfte schliessen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken.

Zudem werden Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr verhängt: Die Regierung hat angeordnet, dass Leute ihre Kontakte mit anderen Menschen auf die «absolut notwendige Zeit» begrenzen müssen. Das gilt nicht für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche. Erlaubt sind auch Spaziergänge in Parks und der freien Natur.

Die Infektionszahlen steigen in Tschechien seit Wochen dramatisch an. Am Mittwoch wurde ein neuer Höchststand bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen vermeldet. Es kamen 11'984 bestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden hinzu. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 194'000. Mehr als 1600 Menschen starben seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Tschechien gehört europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100'000 Einwohner.

13.13 Uhr: Zweite Welle auch im Kanton Bern

Auch im Kanton Bern breitet sich das Coronavirus rasant aus. Am Mittwoch wurden 512 Neuansteckungen bekannt, doppelt so viel wie an den vergangenen Tagen.

Das geht aus den Zahlen hervor, die der Kanton am Mittwoch auf seiner Website veröffentlichte. Zwei weitere Menschen sind mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Seit Ausbruch der Pandemie gab es im Kanton Bern 107 Todesfälle in Zusammenhang mit der neuartigen Lungenkrankheit.

Zurzeit steigt die Zahl der Hospitalisierten stark an. Bei der letzten Erhebung am Montag waren es noch 82, am Mittwoch bereits 121 Menschen, die mit einer Covid-19-Erkrankung im Spital lagen. 13 von ihnen befanden sich auf der Intensivstation, sieben von ihnen waren auf künstliche Beatmung angewiesen.

Ein Coronatest in Martigny VS. (Archiv)
Bild: Keystone

13.05 Uhr: Tessiner Regierung stellt neue Massnahmen vor

Maskenpflicht in allen Verwaltungsgebäuden und erleichterte Arbeit im Homeoffice: Die Tessiner Regierung hat am Mittwoch zwei neue Massnahmen vorgestellt. Die gemeldeten Neuinfektionen hatten sich im Südkanton in den letzten 24 Stunden auf 255 beinahe verdoppelt. Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani erklärte, die Positivitätsrate liege  bei Prozent. Das Maskenobligatorium in der Tessiner Verwaltung gilt bereits seit Anfang Woche. Mitarbeitende erhalten nun bis mindestens Mitte November Unterstützung für eine erleichterte Arbeit im Homeoffice.

«Wir sind noch nicht in einer roten Phase, aber die Situation ist ernst», sagte Regierungspräsident Norman Gobbi. Er verwies auf die aktualisierte Sensibilisierungskampagne des Kantons mit dem Titel «Le scelte giuste ci proteggono» – «Die richtigen Entscheidungen schützen uns».

Die Regierung wolle die Gesundheit der Bürger schützen und gleichzeitig einen neuen Lockdown vermeiden, sagte Gobbi. Die Tessiner Bevölkerung habe bereits im vergangenen Frühling bewiesen, dass sie als Gemeinschaft stark sei und heikle Situationen meistern könne.

Regierungspräsident Norman Gobbi sieht das Tessin in einer ernsten Phase (Archiv)
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12.45 Uhr: Neuinfektionen in Österreich auf Rekordhöhe

Österreich hat einen Rekordtageswert an nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen registriert. 1958 Ansteckungen binnen 24 Stunden meldete am Mittwoch das Gesundheits- und Innenministerium in Wien. Der bisherige Höchststand war nur wenige Tage zuvor am Samstag mit 1747 neuen Fällen verzeichnet worden. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten stieg seit dem Vortag um 71 auf 960 Menschen. 147 von ihnen liegen auf der Intensivstation.

12.02 Uhr: 5596 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 5596 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 28‘328 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 19,8 Prozent. Elf Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 115 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'674'840 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, davon waren 6,2 Prozent positiv. Die Positivitätsräte in den letzten 14 Tagen lag bei 15,5 Prozent. Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 91'763 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

5615 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1856.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Mittwoch nach Angaben des BAG 11'824 Personen in Isolation und 16'368 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 13'941 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

115 Personen wurden wegen einer Covid-19-Infektion hospitalisiert. (Symbolbild)
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11.45 Uhr: Was Masken in Zukunft alles können

Masken sind für viele bislang ein lästiges Wegwerfprodukt, doch Forscher in aller Welt arbeiten an High-Tech-Masken, die zum Beispiel Vitalfunktionen messen oder Sprache übersetzen können.

11.20 Uhr: EU-Kommission erwartet keine baldige Impfung

Für die Corona-Krise ist nach Einschätzung der EU-Kommission keine schnelle Lösung durch Impfungen in Sicht. «Es wird noch Monate dauern, bis ein Impfstoff gefunden und verteilt ist», sagte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Mittwoch im Europaparlament in Brüssel. Niemand wisse heute, wann die Pandemie endlich vorüber sein werde.

Er appellierte an die Bürger, mit ihrem Verhalten bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. «Niemand in Europa will einen zweiten Lockdown», sagte Sefcovic. «Deshalb rufe ich alle europäischen Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten.»

Die EU-Kommission ist unter anderem damit befasst, für alle EU-Staaten Vorverträge über mögliche künftige Impfstoffe abzuschliessen. Neben den drei bereits öffentlich bekannten Verträgen seien drei weitere in der Abschlussphase, sagte Sefcovic.

10.36 Uhr: Fallzahlen im Tessin explodieren

Die Fälle von Covid-19 im Tessin zeigen steil nach oben. Gestern waren es 137 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, heute sind es 255. Das entspricht einem steilen Anstieg verglichen mit den letzten Tagen. Das teilt der Kanton Tessin mit. Nicht kommuniziert werden im Kanton Tessin die Anzahl der getesteten Fälle, das gleiche gilt für die Positivitätsrate.

10.15 Uhr: Schnegg: Kanton Bern hat Contact Tracing zu klein dimensioniert

Der Kanton Bern hat das Contact Tracing nicht genügend gross dimensioniert. Das hat Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) am Dienstagabend in der TV-Sendung «Club» von SRF eingeräumt.

«Wir planten mit 80 Contact Tracern und engagierten zusätzlich eine externe Firma, damit wir Spielraum haben», sagte Schnegg. Heute müsse man feststellen, dass das Team bei täglich 200 bis 400 Neuansteckungen mit dem Coronavirus nicht gross genug sei. «Deshalb engagieren wir nun weitere Leute.»

Gebe es in nächster Zeit täglich 400 Fälle, brauche es sicher 200 Contact Tracer, damit die Nachverfolgung korrekt abgewickelt werden könne. Doch wenn sich die Zahlen jede Woche verdoppelten, fände man auf dem Arbeitsmarkt kurzfristig einfach nicht genügend Leute.

Ein weiteres Problem sei die ungenügende Digitalisierung in der Schweiz. «Erst jetzt bekommen wir langsam die Labormeldungen elektronisch und können sie automatisch in die Contact-Tracing-Tools übernehmen.» In den letzten fünf Jahren habe man bei der Digitalisierung vieles versäumt, das sei ein landesweites Problem.

9.45 Uhr: Ziehen heute das Tessin und Solothurn nach?

Trotz neuen nationalen Massnahmen greift der Bund nicht überall durch, so gibt es etwa keine weiteren nationalen Beschränkungen bei Grossveranstaltungen. Die Kantone können hier nachziehen. Im Kanton Bern sind Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen seit Montag denn auch bereits verboten. Heute informieren mindestens zwei weitere Kantone über neue Massnahmen: Der Kanton Tessin um 11.30 Uhr, zwei Stunden später dann auch der Kanton Solothurn.



Wie «Blue News» bereits berichtete,  laufen in einigen Kantonen Koordinationsgespräche, um eine einheitliche Regelung zu finden.

8.34 Uhr: Seltener Fall von erneuter Infektion in Australien

Die australischen Behörden haben einen seltenen Fall einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Der einzige Fall im Bundesstaat Victoria vom Dienstag sei eine Person in Melbourne, die schon im Juli positiv auf das Virus getestet geworden sei, sagte der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, am Mittwoch.

Experten hätten sich entschieden, den Fall als Wiederinfektion einzustufen, und nicht auf Überbleibsel des Virus der Infektion im Juli zu schieben, sagte Andrews. Dies sei aber eher als «eine Menge Vorsicht» zu werten, und kein endgültiger Beweis.

In Victorias Hauptstadt Melbourne trat Anfang Juli eine strenge Ausgangsbeschränkung in Kraft, die ab dieser Woche langsam aufgehoben wird, da die täglichen Zahlen der Neuinfektionen niedrig sind. Anfang August erreichten die täglichen Fälle in Victoria mit 725 ihren Höhepunkt. Am Mittwoch registrierten die Behörden drei neue Fälle.

Nach einem erneuten Coronatest gehen Experten in Australien bei einem Patienten von einer seltenen Covid-19-Reinfektion aus. (Symbolbild)
Bild: Keystone

7.30 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
Grafik: dpa

6 Uhr: Kommt in der Schweiz bald ein Kurz-Lockdown?

In der Schweiz steigen die Infektionszahlen täglich rasch an. Der Bundesrat berät deshalb heute über weitergehende Massnahmen wie regionale sowie kürzere Lockdowns, sollten die bereits seit Montag verschärften Regeln nicht reichen. Wie der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, diskutiert die Regierung über vier Szenarien. Beim strengsten der vier diskutierten Szenarien handele es sich um einen Kurz-Lockdown von zwei Wochen.

Mitglieder der Swiss National COVID-19 Science Task Force sollen bei der heutigen Sitzung zugeschaltet werden, um ihre Meinung zu den Szenarien einzubringen. Laut dem Bericht sollen heute aber noch keine Entscheidungen über weitere Massnahmen fallen.

Bei einer Medienkonferenz am Dienstag hatte Stefan Kuster, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, bereits gesagt, dass jede irgendwie anwendbare Massnahme einschliesslich ein Kurz-Lockdown evaluiert werde.

Gemäss Nicola Low wäre es sinnvoll, einen «Circuit Breaker» vorzubereiten. Im Interview mit SRF sagte die Epidemiologin, die Mitglied der Covid-19-Taskforce des Bundes ist, dass jetzt festgelegt werden müsse, bei welcher Zahl von Neuansteckungen, Hospitalisierungen, Todesfällen oder Auslastung der Intensivstationen ein solch befristeter Lockdown verhängt werde. «Wir sind in einer sehr heiklen Situation und müssen uns vorbereiten», sagte Low. Ziel bei einem solchen Lockdown sei die schnelle Senkung der Reproduktionsrate. So habe man etwas mehr Zeit, andere Massnahmen umzusetzen, und eine bessere Kontrolle über die Übertragung.

Der ehemalige Leiter der Science Task Force, Matthias Egger, sagte in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger», dass über einen Mini-Lockdown diskutiert werden müsse, wenn das Gesundheitswesen überlastet ist und nicht mehr ausreichend Betten in den Intensivstationen vorhanden sind. Der «Kurvenverlauf zeigt steil nach oben», so Egger – und in einer Woche oder zehn Tagen werde ersichtlich, wie die neuen Massnahmen greifen.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG hatte zuletzt immer wieder hohe Coronavirus-Fallzahlen bekannt gegeben. Zuletzt waren am Dienstag 3'008 neue Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden registriert worden.

In mehreren Ländern wird derzeit über einen solchen sogenannten «Circuit Breaker» diskutiert, Länder wie Singapur und Südkorea haben in den vergangenen Monaten bereits welche durchgeführt – mit unterschiedlichem Erfolg. In Wales in Grossbritannien startet am Freitag ein Mini-Lockdown, der gut zwei Wochen dauern soll.

Die Schweiz verzeichnet laut SRF 102 Neuansteckungen pro 100'000 Einwohner, der R-Wert lag zuletzt bei 1.56. Zum Vergleich: In Wales liegt der 7-Tage-Schnitt bei 120 Neuansteckungen pro 100'000 Einwohner, die Reproduktionszahl R liegt bei 1.4.

Die Überbelastung des Gesundheitssystems, einschliesslich von Intensivstationen wie der im Frühjahr von Corona überlasteten Spital La Carità in Locarno, könnten mit einem Mini-Lockdown womöglich verhindert werden. (2. April 2020)
Bild: Keystone/Ti-Press/Pablo Gianinazzi

5.59 Uhr: Olympia Anti-Corona-System in Athletendorf

Japans Olympia-Planer erwägen für die Sommerspiele im nächsten Jahr, das Athletendorf in Tokio mit einem ausgefeilten medizinischen Versorgungssystem zum Schutz vor dem Coronavirus auszurüsten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung «Nihon Keizai Shimbun» am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, soll auf diese Weise selbst bei Infektionsfällen eine Ausbreitung auf die übrige Stadt verhindert werden. Zu diesem Zweck sollen Personen im Athletendorf, bei denen Infektionssymptome auftreten, in einer zu errichtenden ambulanten Versorgungseinrichtung im Umfeld des Athletendorfs behandelt werden können. Zugleich werde an eine Testeinrichtung im Athletendorf gedacht, hiess es weiter.

Im Athletendorf in der Bucht von Tokio mit seinen 21 Gebäuden zur Unterbringung der Olympioniken sowie angeschlossenen Kantinen und anderen Einrichtungen werden auf dem Höhepunkt der Spiele rund 30'000 Menschen erwartet, wie das Blatt weiter berichtete. Indem das Gebiet mit einer medizinischen Infrastruktur versorgt würde, solle das Auftreten von Infektionsclustern verhindert werden. Angedacht sei unter anderem, dass mögliche Infizierte mit leichten Symptomen in speziellen Unterkünften nahe des Athletendorfes unterkommen, während Fälle mit schwereren Symptomen in medizinische Einrichtungen kommen.

Wegen der Coronapandemie waren die Sommerspiele und die Paralympics um ein Jahr auf 2021 verschoben worden. Eine Taskforce entwickelt derzeit verschiedene Szenarien für eine mögliche Austragung der Sommerspiele unter Corona-Bedingungen. Zwischenergebnisse der laufenden Beratungen sollen bis Jahresende vorliegen. Unter Druck setzen lassen wollen sich die Organisatoren jedoch nicht. Seine Regierung arbeite hart daran, das Coronavirus unter Kontrolle zu halten, versicherte Japans neuer Regierungschef Yoshihide Suga dem Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach. Dieser erwägt laut Medien, Suga Mitte November in Tokio zu treffen.

5.31 Uhr: Fed – Zweite Welle belastet US-Wirtschaft weniger

Die US-Wirtschaft wird weniger durch eine zweite Coronavirus-Infektionswelle belastet als zunächst angenommen. Dies geht aus einer Einschätzung eines Vertreters der US-Notenbank Federal Reserve vom Dienstag (Ortszeit) hervor. «Es sieht so aus, als würden wir uns da durchkämpfen, egal wie schrecklich die Konsequenzen für Haushalte und Familien im ganzen Land auch sind», sagte der Chef des Fed-Ablegers in Chicago, Charles Evans, zudem diesbezüglich.

5.14 Uhr: Amazon mit Homeoffice-Option bis Ende Juni 2021

Amazon-Mitarbeitende, deren Arbeit von zu Hause aus erledigt werden kann, dürfen aufgrund der Pandemie bis Ende Juni 2021 im Homeoffice bleiben. Dies gab der in Seattle beheimatete Onlinehändler und Technologiekonzern am Dienstag (Ortszeit) bekannt.

Die Verlängerung sei eine Richtlinie für alle Länder, in denen Amazon tätig sei, erklärte eine Unternehmenssprecherin diesbezüglich. Zuvor war bei Amazon das Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus bis Januar 2021 bewilligt gewesen.

5 Uhr: Peter Maffay gegen Obergrenze bei Veranstaltungen

Deutschrock-Sänger Peter Maffay (71) hält nichts von den wegen der Coronapandemie vorgeschriebenen Obergrenzen von Teilnehmerzahlen für Kulturereignissen. «Das augenblickliche Limit bremst uns aus und gibt der Branche keine Chance, sich selbst aus der Patsche zu helfen», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch).

Seit Ausbruch der Pandemie habe er mit seiner Band ein einziges Konzert – Anfang Oktober in der Berliner Waldbühne – gegeben. «Da passen normalerweise 22’000 Leute rein, diesmal waren nur 4'500 zugelassen», sagte Maffay. Wirtschaftlich sei das «Nonsens» gewesen. «Was spricht dagegen, statt 4'500, 6'000 oder 7'000 Menschen reinzulassen, wenn es die Location und das Hygienekonzept zulassen?»

In den Bundesländern herrschen unterschiedliche Obergrenzen für Teilnehmer von Kulturveranstaltungen. In Berlin etwa sind bis Ende des Jahres im Freien keine öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 5'000 Menschen erlaubt.

4.45 Uhr: Mehr als 7'500 Neuinfektionen in Deutschland

Es ist der zweithöchste Wert in Deutschland seit Beginn der Pandemie: Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwochmorgen 7'595 neue Coronainfektionen registriert. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7'830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5'132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Zweithöchster Wert an Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Zweithöchster Wert an Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch fast 7600 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

21.10.2020

4.10 Uhr: Deutschland sagt Nato Soldaten zu

Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Coronapandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan «Allied Hand» zugesagt. Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt.

Insgesamt soll die Entsendung von rund 160 Spezialisten möglich sein. Hinzukommen könnten Soldatinnen und Soldaten, die den jeweiligen Einsatz von Deutschland aus unterstützen, heisst es aus dem Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Aktiviert werden soll der Notfallplan zum Beispiel dann, wenn in Bündnisstaaten oder Nato-Partnerländern wie der Ukraine, Georgien oder Schweden wegen sehr hoher Infektionszahlen ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet. Notwendig wäre zudem ein Beschluss der 30 Nato-Staaten im Nordatlantikrat.

3.59 Uhr: Uruguays Ex-Präsident gibt Senatssitz auf

Aus Furcht vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat Uruguays populärer Ex-Präsident José Mujica seinen Sitz im Senat aufgegeben. «Ich gehe, weil die Pandemie mich rauswirft», sagte der 85-Jährige am Dienstag in seiner Abschiedsrede. «Senator zu sein bedeutet, mit den Menschen zu sprechen und überall hinzugehen. Ich bin doppelt gefährdet: wegen meines Alters und wegen meiner chronischen Immunerkrankung.» Mit Mujica (2010–2015) zog sich auch der frühere Präsident Julio María Sanguinetti (1985–1990 und 1995–2000) aus dem Senat zurück.

Mujica ist ein Idol der lateinamerikanischen Linken. Während der Militärdiktatur in Uruguay gehörte er der Stadtguerilla Tupamaros an und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. In seiner Amtszeit galt er als ärmster Präsident der Welt, weil er den Grossteil seiner Amtsbezüge spendete. Er wohnte auf einer kleinen Farm und fuhr einen alten VW Käfer.

2.35 Uhr: Cathay Pacific baut fast 25 Prozent der Stellen ab

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific kürzt infolge der Coronavirus-Pandemie fast ein Viertel der Stellen. Gleichzeitig stellt sie ihre Regionalfluglinie Cathay Dragon ein. «Die Zukunft bleibt höchst ungewiss, und es ist klar, dass die Erholung schleppend ist», teilte Cathay Pacific mit. Das Unternehmen berief sich dabei auf die Prognose der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA, dass erst im Jahr 2024 der Passagierverkehr wieder auf das Niveau vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zurückkehren werde. Insgesamt würden 8'500 Stellen abgebaut, was 24 Prozent der Mitarbeiter entspreche, hiess es weiter. Dies beinhalte jedoch 2'600 Stellen, die derzeit aufgrund von Kostensenkungsmassnahmen nicht besetzt seien, erklärte die Fluggesellschaft zudem. Die Coronavirus-Pandemie hatte bei der Airline allein im ersten Halbjahr zu einem Verlust von 9,87 Milliarden Hongkong-Dollar, also rund 1,2 Milliarden Franken, geführt.

Die Fluglinie Cathay Pacific kündigt einen Job-Kahlschlag an. (Symbolbild)
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1.12 Uhr: Snapchat in der Krise gefragt

Der Betreiber des Messengerdienstes Snapchat, Snap, hat für das dritte Quartal einen höheren Umsatz und ein grösseres Kundenwachstum gemeldet, als dies von Experten vorhergesagt worden war. Der Umsatz stieg um 52 Prozent auf 679 Millionen Dollar. Die Zahl der täglichen aktiven Nutzer legte zudem um 18 Prozent auf 249 Millionen zu. Dies teilte das kalifornische Unternehmen am Dienstag (Ortszeit) nach US-Börsenschluss mit. Hauptursache seien die Entwicklungen aufgrund der Pandemie, wo die Snap-Dienstleistungen verstärkt Anklang bei der Kundschaft gefunden hätten.

Der Nettoverlust verringerte sich in den drei Monaten per 30. September auf 199,80 Millionen Dollar von 227,37 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für das vierte Quartal rechnet Snap mit 257 Millionen täglich aktiven Nutzern. Die Snap-Aktien legten umgehend nach Bekanntwerden der Informationen nachbörslich um 18 Prozent zu.

Snapchat war ursprünglich vor allem mit von allein verschwindenden Bildern bekannt geworden, versucht inzwischen aber auch verstärkt, sich als Plattform für Medieninhalte zu etablieren.

0.01 Uhr: Neues Camp auf Lesbos schlimmer als Moria

Die Hilfsorganisation Oxfam kritisiert die Zustände im neuen Zeltlager für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos. Fast 8'000 Menschen, die meisten von ihnen Familien mit Kindern, lebten dort trotz des nahenden Winterwetters in Sommerzelten, teilte Oxfam am Dienstag in Brüssel mit. Die Organisation hatte gemeinsam mit dem «Greek Council for Refugees» Mitarbeiter entsandt, um das Lager zu prüfen, das nach dem Brand des ursprünglichen Auffanglagers Moria im September provisorisch errichtet worden war. Das neue Lager sei schlimmer, als Moria es jemals war, lautete das Fazit der Flüchtlingshelfer.

Manche der Zelte seien nur 20 Meter vom Meer aufgestellt und hätten keinen Schutz vor starkem Wind und Regen, hiess es. Essen für die Menschen gebe es nur ein- oder zweimal am Tag, es sei nicht genug und zudem von schlechter Qualität. Auch gebe es kaum sanitäre Anlagen mit fliessendem Wasser, sodass viele Lagerbewohner sich im Meer waschen müssten. Die Corona-Vorsorgemassnahmen seien ebenso wenig ausreichend wie der Zugang zu Gesundheitsversorgung. Ausserdem gebe es auf dem ehemaligen militärischen Schiessübungsplatz kein Abwassersystem.

Die Hilfsorganisationen appellieren an die EU-Staaten, Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufzunehmen. Auch müsse die EU Griechenland und die Hilfsorganisationen dabei unterstützen, die Lager anständig auszustatten. Griechenland selbst wiederum solle die Menschen so schnell wie möglich aufs Festland holen und in angemessenen Unterkünften unterbringen. Bei ersten Regenfällen im Oktober hatten bereits etliche Zelte im Lager unter Wasser gestanden.

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