«Wäre doch ikonisch»Walliser will 260 Meter hohen Wolkenkratzer beim Matterhorn bauen
Gianluca Reucher
7.11.2025
Ein Wolkenkratzer beim Matterhorn? Wenn es nach einem Hotelier aus Zermatt geht, könnte das bald Realität sein.
Bild:Roman Gaigg
Ein Hotelier aus Zermatt will einen 260 Meter hohen Wolkenkratzer beim Matterhorn bauen lassen, um gegen die Wohnungsnot im Walliser Dorf anzukämpfen. Das Grundstück für sein Projekt besitzt er bereits.
Der Tourismus in Zermatt boomt, die Immobilienpreise steigen und die Wohnungsnot wird immer grösser. Das Walliser Dorf mit lediglich 6000 Einwohnern wächst im Winter zu einer Stadt mit bis zu 40'000 Personen heran. Die logistischen Herausforderungen sind immens.
Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hat ein Hotelier eine ausgefallene Idee, um das beliebte Reiseziel zu entlasten: Er will einen 260 Meter hohen Turm beim Matterhorn bauen.
Ein Turm beim geliebten Matterhorn? Laut Heinz Julen ist «die Lage perfekt»
Heinz Julen ist in Zermatt nicht nur als Hotelier bekannt, sondern auch als Unternehmer, Künstler und Architekt. Das Wohnungsproblem im Dorf kennt er nur zu gut – jedes Jahr sucht er verzweifelt Unterkünfte für seine Angestellten. Die Immobilienpreise schiessen in den Tourismus-Hotspots seit Corona mehr und mehr in die Höhe.
Und Höhe ist auch das passende Stichwort, mit dem Heinz Julen zur Entlastung beitragen möchte. Der Hotelier hat erst kürzlich eine Parzelle unterhalb des Dorfes erworben und will dort mit dem Bau eines Wolkenkratzers für mehr Wohnraum sorgen. Das Projekt trägt den Namen «Lina Peak».
Doch stört ein solcher Turm nicht das idyllische Bild rund um das geliebte Matterhorn, in dessen Umgebung ansonsten fast gar kein Beton zu sehen ist? Wenn es nach Heinz Julen geht, ist das nicht der Fall.
Das riesige Gebäude würde den Blick auf den Berg an dieser Stelle nicht stören, sagt er gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Zudem schone verdichtetes Bauen den Boden. Der Freigeist meint: «Ich glaube wirklich, dass das eine gute Idee ist. Die Lage ist perfekt.»
Der Wolkenkratzer soll 260 Meter hoch sein und 65 Stockwerke umfassen. Rund eine halbe Milliarde wird er wohl kosten. Die erste Hälfte soll für den bezahlbaren Wohnraum reserviert sein, die obere Hälfte auf den freien Markt kommen und das Ganze querfinanzieren.
Behörden halten sich noch bedeckt – Unterschriftensammlung startet kommende Woche
Und was sagen die Behörden zu der Idee? Die möchten zunächst auswerten, wie hoch der Bedarf an Wohnraum effektiv ist und wird. Erst dann soll sich zum Projekt von Heinz Julen geäussert werden. Experten schätzen die Realisierung des Turms jedenfalls als durchaus realistisch ein.
Eine wichtige Rolle wird die kommende Woche spielen. Dann plant der Hotelier einen Infoabend für die Bevölkerung von Zermatt und will dabei 600 Unterschriften für sein Vorhaben sammeln. «Der Turm ist wie ein Fels in der Brandung, der Druck vom Dorf nimmt. Das macht doch Sinn», ist Heinz Julen von seiner Vision vollends überzeugt: «Wäre doch ikonisch!»
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