blue-News-Leserin schildert Angriff in Winterthur «Ich drückte die Wunde ab, bis die Sanität kam»

Noemi Hüsser

28.5.2026

Am Bahnhof Winterthur sind am Donnerstagmorgen drei Menschen bei einem Messerangriff verletzt worden. Die Polizei nahm den mutmasslichen 31-jährigen Täter noch vor Ort fest. Eine Augenzeugin schildert gegenüber blue News den Vorfall.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In Winterthur soll ein 31-jähriger Schweizer am Donnerstagmorgen am Bahnhof drei Menschen mit einer Stichwaffe verletzt haben.
  • Eine Augenzeugin berichtet gegenüber blue News, der Angreifer habe «Allahu Akbar» gerufen. Sie habe dann einem Verletzten mit einer Stichwunde am Bein geholfen.
  • Am Tatort lag laut der Zeugin ein blutiges, gezacktes Küchenmesser.

Ein 31-jähriger Schweizer soll am Donnerstagmorgen am Bahnhof Winterthur drei Menschen mit einer Stichwaffe verletzt haben. Die Einsatzkräfte nahmen einen Tatverdächtigen noch am Bahnhof fest, wie die Polizei berichtet.

Dem «Tages-Anzeiger» schilderte ein Augenzeuge, dass der Angreifer «Allahu Akbar» («Gott ist grösser») gerufen habe. Das bestätigt auch eine Augenzeugin, die sich bei blue News gemeldet hat, aber anonym bleiben möchte.

Sie sei kurz nach halb neun an der Bushaltestelle beim Bahnhof Winterthur gestanden, um nach einer Nachtschicht im Gesundheitswesen nach Hause zu gehen, als sie jemanden laut brüllen gehört habe. Dann habe sie einen Mann davonrennen sehen. «Ich dachte: So sprintet man nur, wenn etwas passiert ist», sagt sie.

«Sah aus wie ein spitzes, grob gezacktes Küchenmesser»

Daraufhin habe sie nicht lange gezögert und sei zum Bahnhof gegangen, um zu sehen, ob sie helfen könne. Dort sei sie auf zwei der drei Verletzten gestossen. «Einer hatte Blut am Bein. Er sagte mir dann, dass ein Messer darin gesteckt sei.» Dieses habe wenig weit entfernt von ihnen am Boden gelegen. Es sei blutig gewesen und «sah aus wie ein spitzes, grob gezacktes Küchenmesser», erzählt sie.

Teile des Bahnhofs wurden abgesperrt, die Absperrungen waren gegen Mittag wieder entfernt.
Teile des Bahnhofs wurden abgesperrt, die Absperrungen waren gegen Mittag wieder entfernt.
BRK News

Die Augenzeugin habe dem Verletzten anschliessend geholfen, die Wunde abzudrücken, bis Sanität und Polizei eingetroffen seien. Den mutmasslichen Täter selbst habe sie nicht zu Gesicht bekommen – nur von weitem habe sie ihn am Boden liegen sehen, bereits von der Polizei gefasst.

Nachdem sie der Polizei noch gezeigt habe, wo das Messer am Boden gelegen sei, sei sie nach Hause gegangen.

Die Polizei schreibt, das Tatmotiv ist noch Gegenstand von Abklärungen. Kantonspolizei-Sprecher Roger Bonetti sagte, die Kantonspolizei ermittle in alle Richtungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Mehr zum Messerangriff in Winterthur