Schneearme Sportferien In diesem Winter liegt 60 Prozent weniger Schnee als üblich

Noemi Hüsser

29.1.2026

Sowohl im Flachland wie auch in den Bergen liegt kaum Schnee.
Sowohl im Flachland wie auch in den Bergen liegt kaum Schnee.
Bild: Keystone

Die Schneesportferien starten, doch vielerorts fehlt der Schnee: Laut Meteo Schweiz liegt der Wert schweizweit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt – das hat auch Auswirkungen auf die Gewässer im Frühling.

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Noemi Hüsser, Lisa Stutz

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  • In der Schweiz liegt aktuell rund 60 Prozent weniger Schnee als üblich.
  • Hauptursache ist eine anhaltende Hochdrucklage, die seit Dezember kaltes, aber trockenes Wetter mit wenig Niederschlag bringt.
  • Auch in den kommenden Tagen wird nur mässiger Schneefall erwartet, was zu weniger Schmelzwasser im Frühling und damit zu Trockenheit im weiteren Verlauf des Jahres führen kann.

Viele Kantone haben in den nächsten Wochen Schneesportferien, doch in den Alpen liegt deutlich weniger Schnee als üblich. Aktuell gibt es in der Schweiz rund 60 Prozent weniger Schnee als zu dieser Jahreszeit normal wäre. Das teilt Meteo Schweiz auf Anfrage von blue News mit.

Im Graubünden und im Berner Oberland beträgt die Schneemenge nur 30 bis 60 Prozent der Norm. In den höher gelegenen Gebieten des Wallis liegt die Schneehöhe bei 60 bis 90 Prozent des langjährigen Durchschnitts.

Ob es schneit oder nicht, hängt von der Grosswetterlage ab. «In den vergangenen Wochen dominierten oft blockierende Hochdruckgebiete über Ost- und Nordosteuropa das Wetter über den Alpen. Diese sorgten zwar für zum Teil winterlich kaltes, aber meist trockenes Wetter», erklärt Meteo Schweiz. So sei seit Anfang Dezember in allen Regionen der Schweiz weniger Niederschlag als üblich gefallen.

Die Karte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) zeigt die aktuellen Schneehöhen im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt.
Die Karte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) zeigt die aktuellen Schneehöhen im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt.
Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF

Ganz schneefrei bleibt es laut Meteo Schweiz es in den kommenden Tagen allerdings nicht. Bis Donnerstagmorgen sollen auf der Alpensüdseite sowie im Westen der Schweiz oberhalb von 800 bis 1000 Metern rund 15 bis 25 Zentimeter Neuschnee fallen. In den übrigen Regionen dürften 5 bis 10 Zentimeter zusammenkommen.

Ob es fürs Schlitteln, Skifahren oder Snowboarden reicht, hängt jedoch nicht nur vom Schneefall ab, sondern auch von Temperatur und Wind. Bei Temperaturen über null Grad beginnt der Schnee zu schmelzen.

Und: «Je mehr Wind, desto schneller geht es dem Schnee an den Kragen», so Meteo Schweiz. «Kräftiger Föhn kann mit seiner trockenen und milden Luft innerhalb eines Tages sogar über 30 Zentimeter Schnee vernichten.» Das alles gelte auch für Kunstschnee.

Weniger Schmelzwasser im Frühling

Für alle, die ihre Sportferien im Flachland verbringen, sieht es trotz Schneefall in den Bergen weiterhin mau aus. Von Freitag auf Samstag könnten oberhalb von rund 500 Metern zwar ein paar Schneeflocken fallen. «Mehr ist im Flachland aber kaum zu erwarten», so Meteo Schweiz. Auch in der ersten Februarwoche sei nach aktuellem Stand nicht mit Schnee zu rechnen.

Ein schneearmer Winter kann auch längerfristige Folgen haben. Ist die Schneedecke gering, kann im Frühling entsprechend auch weniger Schnee schmelzen und es steht weniger Schmelzwasser zur Verfügung. Das wirkt sich auf die Abflüsse der Flüsse und die Pegelstände der Seen aus, wie Meteo Schweiz erklärt. Die Folge können Trockenheit in Teilen der Schweiz sein – wie sie in den vergangenen Jahren mehrmals aufgetreten ist.


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