Kurz nach der EröffnungIn Rapperswil stehen die schönen neuen Lifte schon wieder still
Andreas Fischer
28.5.2026
In Rapperswil stehen die gerade erst eingeweihten Aufzüge an der Passerelle am Bahnhof schon wieder still.
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Die neuen Lifte an der Passerelle beim Bahnhof Rapperswil sollten Barrierefreiheit bringen. Stattdessen sorgten Pannen, Ausfälle und technische Probleme schon kurz nach der Eröffnung für Frust.
Redaktion blue News
28.05.2026, 21:09
Andreas Fischer
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Die Inbetriebnahme der Lifte an der Passerelle am Bahnhof Rapperswil hatte sich wegen Lieferproblemen um mehrere Monate verzögert.
Nach der Eröffnung kurz vor Pfingsten fiel am ersten Betriebstag zuerst der Südlift und kurz darauf auch der Nordlift aus.
Laut Architekturbüro bestehen weiterhin Probleme zwischen Liftsteuerung und elektronischem Umrichter.
Die neuen Lifte an der Passerelle beim Bahnhof Rapperswil sollten eigentlich ein Symbol für mehr Barrierefreiheit und einen moderneren Bahnhof sein. Ende der vergangenen Woche gingen sie offiziell in Betrieb. Einen Tag später standen sie wieder still, berichtet die «Linth-Zeitung».
Auf die Frage, was schiefgelaufen ist, würde die korrekte Antwort lauten: ziemlich viel. Doch der Reihe nach.
Schon die ursprünglich geplante Eröffnung stand unter keinem guten Stern. Eigentlich hätten die Lifte im Februar in Betrieb gehen sollen. Die gläsernen Aussenanlagen waren zwar seit Ende 2025 sichtbar montiert, doch Lieferschwierigkeiten bei den Aufzügen selbst verzögerten den Start um mehrere Monate.
Ausfall schon am ersten Tag
Vergangene Woche folgte schliesslich die offizielle Einweihung. Vertreter der Stadt und vom Liftbauer Schindler schnitten das symbolische Band durch, danach gab es noch einen Apéro. Am nächsten Tag sollte die Bevölkerung auf- und abfahren können.
Doch bereits am ersten Betriebstag funktionierte der Lift auf der Südseite nicht. Kurz darauf fiel auch die Anlage auf der Nordseite zeitweise aus.
Das ist insbesondere problematisch, weil die Passerelle ausdrücklich als barrierefreie Verbindung gedacht ist – für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl, Velos oder eingeschränkter Mobilität. Stattdessen mussten viele Nutzerinnen und Nutzer weiterhin die Unterführung nutzen.
Die Ursachen waren dabei ebenso unerquicklich wie technisch banal: Laut Stadtrat und Bauchef Ueli Dobler blockierte zunächst ein Stein den Lift auf der Südseite. Auf der Nordseite sei ein Sensor falsch eingestellt gewesen – trotz intensiver Kontrollen am Vortag der Eröffnung.
Man war wohl «zu optimistisch»
Kinderkrankheiten, die schnell behoben werden, könnte man meinen. Doch die Hoffnung auf einen nunmehr reibungslosen Betrieb währte nur kurz. Seit Sonntag stehen beide Anlagen erneut still. Das zuständige Architekturbüro Roskothen erklärt den neuerlichen Ausfall mit einem Kommunikationsproblem zwischen Liftsteuerung und Umrichter, einem elektronischen Bauteil, das unter anderem den Motor regelt.
Die Systeme müssten noch «kalibriert» werden, was offenbar nur im laufenden Betrieb möglich ist. Architekt Frank Roskothen räumt inzwischen ein, man sei bei der Einregulierungsphase «etwas zu optimistisch» gewesen. Gleichzeitig betont er, grundsätzlich sei «nichts falsch gemacht» worden.
Freilich habe der Eröffnungszeitpunkt kurz vor dem Pfingstwochenende die Situation erschwert, weil Fachleute des Liftbauers über die Feiertage nur eingeschränkt erreichbar gewesen seien. Jetzt sind sie da und analysieren die Fehlermeldungen. Sollte sich herausstellen, dass defekte Sensoren ersetzt werden müssen, können die schönen neuen Aufzüge an der Passerelle in Rapperswil wohl noch einige Tage nur von aussen bewundert werden.
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