«Jeder füllt eigene Steuererklärung aus» Bundesrat will Heiratsstrafe im Jahr 2032 abschaffen

SDA

13.1.2026 - 13:59

Bundesrätin Karin Keller-Sutter, rechts, und Tamara Pfamatter, Direktorin der Eidgenössischen Steuerverwaltung. 
Bundesrätin Karin Keller-Sutter, rechts, und Tamara Pfamatter, Direktorin der Eidgenössischen Steuerverwaltung. 
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Die Schweiz steht vor einem grundlegenden Umbau ihres Steuersystems. Künftig sollen alle Privatpersonen unabhängig vom Zivilstand einzeln besteuert werden. 

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Keystone-SDA, Sven Ziegler

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  • Künftig sollen alle Erwachsenen in der Schweiz individuell besteuert werden – unabhängig vom Zivilstand.
  • Der Bundesrat will damit die sogenannte Heiratsstrafe und den Heiratsbonus abschaffen.
  • Gegner warnen vor Mehrkosten für Kantone und Gemeinden – das Volk entscheidet am 8. März.

In der Schweiz soll künftig jede Privatperson einzeln besteuert werden, unabhängig von ihrem Zivilstand. Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat am Dienstag vor den Medien dargelegt, weshalb der Wechsel von der Ehepaar- zur Individualbesteuerung angezeigt ist.

Die vom Parlament mit knappen Mehrheiten beschlossene Vorlage wird von einem überparteilichen Komitee und von zehn Kantonen mit dem Referendum bekämpft. Deshalb wird am 8. März darüber abgestimmt.

Auch Motivation für die Wirtschaft 

Ob Heiratsstrafe oder Heiratsbonus: Füllt jede Person eine eigene Steuererklärung aus und bezahlt die Steuern für sich selbst, würden Benachteiligungen und Bevorzugungen fallen, argumentiert der Bundesrat. Individuell besteuern müssten nicht nur der Bund, sondern auch die Kantone und Gemeinden.

Individuelle Steuern könnten laut Bundesrat Zweitverdienende – oft Mütter – dazu motivieren, mit einem höheren Pensum zu arbeiten. Das würde der Wirtschaft zu mehr Arbeitskräften verhelfen. Und Zweitverdiener und -verdienerinnen würden finanziell unabhängiger.