18 Jahre HaftSchweizer Prediger Ramadan wegen Vergewaltigung verurteilt
SDA
25.3.2026 - 21:40
Ab 2008 eine Vergewaltigung nach der anderen - zuerst in Genf, später in Frankreich. Nun muss Tariq Ramadan, der Schweizer Islamwissenschaftler mit ägyptischen Wurzeln, ins Gefängnis. (Archivbild)
Keystone
Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ist vom Pariser Strafgericht wegen Vergewaltigung von drei Frauen zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht urteilte in Abwesenheit und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
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Keystone-SDA, Redaktion blue News
25.03.2026, 21:40
25.03.2026, 21:45
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Ein Pariser Schwurgericht hat den umstrittenen Schweizer Islamwissenschaftler und Prediger Tariq Ramadan wegen Vergewaltigung in Abwesenheit zu 18 Jahren Haft verurteilt.
Das Gericht befand den 63-Jährigen am Abend in allen drei angeklagten Fällen für schuldig.
Ramadan hält sich derzeit in Genf auf: Weil die Schweiz ihre Staatsangehörigen nicht ausliefert, hat er nichts zu befürchten.
Der Prediger, der nicht zu seinem Prozess erschienen war und sich in der Schweiz aufhält, soll per Haftbefehl gesucht und nach Verbüssung seiner Strafe dauerhaft aus Frankreich ausgewiesen werden. Ausserdem muss er seine Opfer entschädigen. Mit seinem Urteil entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.
Vollstreckt werden kann das Urteil allerdings erst, wenn Ramadan in Frankreich festgenommen wird. Da die Schweiz ihre Staatsangehörigen nicht an andere Staaten ausliefert, hat er hierzulande zunächst nichts zu befürchten.
Ramadan ist ein Enkel von Hassan al-Banna, einem Mitbegründer der Muslimbrüder. Er tritt für eine europäisch-muslimische Identität ein. Er ist seit Langem umstritten und wird als ein Vordenker des Islamismus kritisiert.
Ramadan blieb Prozess fern
Tariq Ramadan soll zwischen 2009 und 2016 drei Frauen in Lyon und Paris vergewaltigt haben. Er sass deshalb zehn Monate in Untersuchungshaft. Ramadan hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, Kontakte zu den Frauen aber später eingeräumt. Diese bezeichneten ihn als manipulativ, dominant und brutal.
Ramadan, der sich nach einer Justizauflage eigentlich im Grossraum Paris aufhalten soll, war zum Prozessauftakt nicht vor Gericht erschienen. Er leide an Multipler Sklerose und sei in eine Klinik in Genf aufgenommen worden, erklärte sein Verteidiger unter Verweis auf ein Attest.
Zwei vom Gericht bestellte medizinische Sachverständige bescheinigten später aber, dass der Prediger verhandlungsfähig und sein Gesundheitszustand stabil sei. Dem Prozess blieb er aber weiterhin fern.
Vergewaltigung auch in der Schweiz
In der Schweiz wurde der Islamwissenschaftler im August 2024 in einem anderen Fall wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt. Im Sommer 2025 wies das Bundesgericht einen Rekurs Ramadans gegen das Urteil des Genfer Kantonsgerichts ab.
Die Richter waren zum Schluss gekommen, dass Ramadan der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung einer Frau schuldig sei, mit der er im Oktober 2008 in einem Genfer Hotel zusammengekommen war. Sie verurteilten Ramadan zu drei Jahren Gefängnis, davon eines auf Bewährung.
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