Studie zur mentalen Gesundheit Jede vierte Person in der Schweiz hat psychische Probleme – doch nur wenige machen eine Therapie

Britta Gfeller

3.6.2026

Die Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren ist in der Schweiz am stärksten von psychischen Problemen betroffen. (Symbolbild)
Die Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren ist in der Schweiz am stärksten von psychischen Problemen betroffen. (Symbolbild)
Julian Stratenschulte/dpa

Depressionen, Angststörungen und Zukunftsängste belasten viele Menschen in der Schweiz. Besonders junge Erwachsene kämpfen häufig mit psychischen Problemen. Gleichzeitig zeigt eine neue Umfrage: Immer mehr Betroffene suchen Rat bei KI-Tools – und verzichten auf professionelle Hilfe.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Jede vierte Person in der Schweiz leidet laut einer neuen Umfrage an einer psychischen Erkrankung – junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren sind besonders häufig betroffen.
  • Zukunftsängste, finanzielle Sorgen und die ständige Flut negativer Nachrichten belasten die Psyche vieler Schweizerinnen und Schweizer.
  • Statt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, setzen viele auf künstliche Intelligenz: 55 Prozent nutzen KI-Tools für Fragen rund um die psychische Gesundheit.

Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Schweiz. Laut einer aktuellen Umfrage der Axa leiden 12 Prozent der Befragten an Depressionen, 9 Prozent an Angststörungen. Insgesamt gab jede vierte der 1000 befragten Personen an, von einer psychischen Erkrankung betroffen zu sein.

Wer ist am häufigsten betroffen?

Mit 39 Prozent ist die Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren am stärksten betroffen. An zweiter Stelle stehen die 45- bis 54-Jährigen mit 30 Prozent, gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen mit 25 Prozent. Am wenigsten von psychischen Erkrankungen betroffen sind laut der Studie die Altersgruppen zwischen 35 und 44 Jahren (23 Prozent) und Personen ab 55 Jahren (19 Prozent).

Was sind die Gründe?

Die Ungewissheit über die Zukunft belastet 43 Prozent der Befragten. Damit ist es der am häufigsten genannte Grund. Auch finanzielle Sorgen und Unsicherheit am Arbeitsplatz (42 Prozent) machen vielen zu schaffen.

Weitere genannte Gründe sind die Belastung durch negative Medienberichterstattung (35 Prozent), soziale und politische Unruhen (35 Prozent), geopolitische Instabilität (34 Prozent) und soziale Medien (28 Prozent).

Ausserdem geben zwei von drei Befragten an, dass sich ihre Bildschirmzeit negativ auf ihr tägliches Leben auswirkt, zum Beispiel auf die Schlafqualität, die Konzentration, die körperliche Aktivität oder die Stimmungslage.

Wo holen sich die Betroffenen Hilfe?

Nicht alle Betroffenen holen sich professionelle Hilfe von einer Therapeutin oder einem Therapeuten. Dies hat verschiedene Gründe. 45 Prozent geben an, dass sie es nicht für notwendig halten. Für 35 Prozent sind die Kosten ein Grund dafür, auf professionelle Hilfe zu verzichten.

Dafür nutzen 55 Prozent der Studienteilnehmenden regelmässig oder gelegentlich KI für mentale Gesundheitsthemen. Am häufigsten werden KI-Tools dazu gebraucht, sich über die eigene psychische Gesundheit zu informieren (37 Prozent) oder für die Suche nach Ratschlägen, um andere Personen in Bezug auf ihre mentale Gesundheit zu unterstützen (36 Prozent). Ein Drittel der Befragten nutzt die künstliche Intelligenz zur Ermittlung geeigneter Massnahmen, um die mentale Gesundheit selbst in den Griff zu bekommen.


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