Studie

Jeder Dritte ist nach fünf Tagen Isolation noch infektiös

lpe

15.1.2022

Personen tragen Masken zu den verschaerften Coronaschutzmassnahmen, am Montag, 19. Oktober 2020, beim Bahnhofplatz in Bern. Die Maskentragpflicht gilt nebst allen oeffentlich zugaenglichen Raeumen auch auf den Perrons der Bus-und Tramhaltestellen. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Nach fünf Tagen Isolation und 48 Stunden ohne Symptomen darf man sich nach einem positiven Test wieder frei bewegen und damit auch wieder unter Menschen. 
Bild: Keystone

Der Bundesrat hat die Isolation auf fünf Tage verkürzt. Die wissenschaftliche Taskforce sieht darin ein gangbarer Kompromiss, doch nicht alle Experten sind gleicher Meinung. Epidemiologe Marcel Salathé fordert etwa einen Schnelltest vor Isolations-Ende. 

lpe

15.1.2022

Fünf Tage beträgt in der Schweiz seit Donnerstag die vorgeschriebene Quarantäne- und Isolationsdauer. Der Bundesrat hat die Verkürzung einerseits gesellschaftlich begründet: Man wolle die Schweiz von einer totalen Lähmung aufgrund von Personalausfällen bewahren.

Aber auch wissenschaftlich sei diese Reduktion vertretbar, da bei der Omikron-Variante eine verkürzte Inkubationsdauer festgestellt worden sei. Der Entscheid wurde von der wissenschaftlichen Taskforce gestützt: Tanja Stadler, Präsidentin der wissenschaftlichen Taskforce, nannte diesen Weg einen gangbaren Kompromiss.



Salathé setzt sich für das Freitesten ein

Doch nicht alle Experten teilen diese Meinung. Sie berufen sich dabei vor allem auf zwei Studien. Einerseits eine der britischen «Health Security Agency», die zeigte, dass jede dritte Person nach fünf Tagen Isolation nach ansteckend sei. Schwachpunkt der Studie laut SRF: Sie stützt sich auf Daten, die noch vor Omikron erfasst wurden.

Allerdings zeigt eine japanische Studie, die bereits Daten zu Omikron miteinbezieht, ein ähnliches Resultat. Diese würden zeigen, dass die Virenlast drei bis sechs Tage nach Infektion oder Symptombeginn am höchsten sei, sagt Marcel Salathé, Epidemiologe an der EPFL Lausanne, gegenüber SRF.

Für ihn ist darum sinnvoll, dass nach dem fünften Tag ein Schnelltest angeordnet würde.  «Man kann so den Fünfer und das Weggli haben.» Schnelltests zieht er den genaueren Tests wie PCR und Antigen vor, da diese eine gute Momentaufnahme liefern könnten, ob jemand ansteckend ist und gleichzeitig billig und in grossen Kapazitäten verfügbar seien.